+++ Erste Umfragen sehen knappen Sieg für Olaf Scholz +++ Die Moderatorinnen agieren souverän +++
Im ersten direkten TV-Wahlduell der ARD arbeiten der Kanzler und sein Herausforderer an ihren politischen Images. Während die Wahlkampfteams bereits heiß gelaufen sind, stellt sich nach dem Duett die Frage, wie parteiübergreifende Zusammenarbeit aussehen könnte. Auffällig gut waren die Moderatorinnen Maybritt Illner und Sandra Maischberger waren indes ziemlich souverän und hatten die Lage (und vor allem die Zeit) bestens im Griff.
Kanzler Olaf Scholz hat das TV-Duell gegen den Unions-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz (CDU) laut Einschätzungen von Wahlforschern knapp für sich entschieden. In einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen äußerten 37 Prozent der wahlberechtigten Zuschauer, dass Scholz sich besser geschlagen habe als Merz, wie das ZDF berichtete. 34 Prozent waren der Meinung, dass der CDU-Vorsitzende die Oberhand hatte, während 29 Prozent keinen Unterschied sahen. Diese Umfrage ist nicht für alle wahlberechtigten Bürger Deutschlands repräsentativ, sondern lediglich für die Zuschauer des Duells.

Das Kanzler-Duell – mit leichtem Vorteil für Olaf Scholz
Der Kanzler bedient im TV-Wahlduell von ARD und ZDF den Mythos, ihm sei die Wende zum Besseren zu verdanken. Sein Herausforderer, Friedrich Merz, plant eine Koalition mit der SPD, so klingt es jedenfalls.
Nach etwa einer Stunde des Duells zeigen sich die beiden Männer laut FAZ eigentlich als passende Partner. Trotz ihrer Unterschiede könnten sie Vertrauen aufbauen. Beide verfügen über Detailkenntnis in verschiedenen Politikfeldern und belegen dies gerne mit Zahlen. Ihre Schwächen sind ähnlich: ein Mangel an Charisma, was in Deutschland jedoch akzeptiert wird.
TV-Duelle in Deutschland sind mit widersprüchlichen Erwartungen verbunden. Auf der einen Seite hofft das Publikum laut FAZ auf Unterhaltung durch Konfrontation. Auf der anderen Seite gibt es die Erwartung eines zivilisierten Austauschs.
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ARD und ZDF bereiteten den Kandidaten eine große, nüchtern gestaltete Bühne vor. Allerdings war die Positionierung der Duellanten merkwürdig. Sie mussten ihre Köpfe fast 90 Grad drehen, um sich ansehen zu können. Diese Übung fiel ihnen anscheinend schwer, so die FAZ weiter.
Während des Duells blickten sie eher auf die Moderatorinnen als in die Augen des Gegners. Sandra Maischberger und Maybrit Illner schienen harmonisch zusammenzuarbeiten. Sie stellten kurze, prägnante Fragen und begleiteten die Diskussion souverän. Die Moderatorinnen forderten die Kandidaten auf, sich direkt anzusprechen. Merz und Scholz versuchten, diesem Ratschlag nachzukommen.

Das Kanzler-Duell – mit leichtem Vorteil für Olaf Scholz
Der migrationspolitische Vorstoß der CDU bildete den Auftakt zur Debatte. Bei diesem Vorstoß hatte die CDU die Zustimmung der AfD in Kauf genommen. Scholz äußerte besorgt, dass die CDU nach der Wahl mit der AfD koalieren könnte, doch Merz wies dies laut FAZ ruhig zurück. Merz wiederholte seinen Vorwurf über Wort- und Tabubrüche, aber die Schärfe fehlte. Viele fragten sich, wie Robert Habeck in einer solchen Situation rhetorisch aufgetreten wäre. Scholz hingegen blieb sich treu.
Der aktuelle Kanzler rechnete möglicherweise damit, dass die Umfrageergebnisse zur Sprache kommen. Laut Umfragen sind nicht nur viele Bürger, sondern auch SPD-Mitglieder bei Merz. Der Kanzler scheint diese Zahlen zu kennen und pocht auf seinen klaren Kurs in der Migrationspolitik. Er betonte, die Zahl der Abschiebungen um 70 Prozent gesteigert zu haben. Zudem kündigte er an, seinen „taffen Kurs“ fortsetzen zu wollen. Dabei verwies er auf die jetzt verfügbaren, schärferen Gesetze, die es so zuvor nicht gab.
Friedrich Merz nutzt die Chance, um aktiv anzugreifen. Er zitiert Historiker Heinrich August Winkler und behauptet, Asylbewerber könnten an der Grenze zurückgewiesen werden. Scholz entgegnet, dass seine Regelungen bald wirken werden. Er warnt laut FAZ davor, diese Maßnahmen kurz vor der Wahl zu zerschlagen.
Das Wort „doof“ signalisiert, dass Scholz ungeduldig wird. In seiner Argumentation zeigt sich ein Muster, das er schon oft anwendete. Fehler sucht er nicht bei sich, sondern sieht äußere Umstände als Grund für Unzufriedenheit, so die FAZ weiter. Er behauptet, die richtigen Maßnahmen seien bereits getroffen worden. Einfach noch ein wenig Geduld und sie würden wirken. So bezieht er sich auf das Klimageld, dessen Auszahlung sich verzögert hat. Scholz zitiert die „Financial Times“, die von guten Voraussetzungen für Wachstum spricht.

Das Kanzler-Duell – mit leichtem Vorteil für Olaf Scholz
Es entsteht der Eindruck, dass Scholz bereits über seine politische Zukunft nachdenkt. Obwohl Scholz von den Moderatorinnen und Merz unter Druck gesetzt wird, bleibt er äußerlich gelassen. Er wirkt lockerer und redseliger als gewohnt. Merz hingegen zeigt nervöse Züge, trotz seiner Bemühungen um Freundlichkeit.
Umfrageergebnisse zeigen, dass viele Zuschauer sich während der Debatte mit Scholz identifizieren. Dies könnte Merz jedoch stärker in die Karten spielen. Er präsentiert sich als Anwalt für die Sorgen der Bürger. Merz wirft Scholz mehrfach Weltfremdheit vor. Scholz hingegen muss die Verantwortung für seine Entscheidungen in den letzten drei Jahren übernehmen, so FAZ.
Diese Rollenverteilung schien zu Beginn des Wahlkampfs vergessen, als die CDU noch vorn lag. Merz wirkt oft wie ein Kanzler in Wartestellung, während Scholz wie ein Oppositionspolitiker auftritt. Die TV-Debatte bietet laut FAZ wenig Überraschungen zu Klimaschutz und anderen Themen. Die Standpunkte zu Wirtschaft, Sozialpolitik und Außenpolitik sind bekannt. Bemerkenswert ist, wie Scholz sich als Befürworter des Leistungsprinzips präsentiert.
Neuigkeiten gab es kaum. Nach der Zukunft der Pflegeversicherung gefragt, fordert Scholz eine Solidaritätsverschränkung. Im Detail erläutert er jedoch nicht, was das bedeutet. Beim Mindestlohn deutet er an, dass er für eine Erhöhung auf 15 Euro eintreten wird, falls dies nicht schon von der Kommission erfolgt.
Merz spricht erneut über Reformen zur Schuldenbremse. Er sagt, diese werde nicht als erstes in Angriff genommen. Zudem weist er darauf hin, welche Koalitionspartner er favorisiert. Merz glaubt laut FAZ, dass die SPD und die Grünen nach der Bundestagswahl erkennen werden, dass sie die AfD nicht länger als Werkzeug nutzen können.
Textquelle: FAZ, t-online, ARD // Bildquelle: ARD/ZDF/Claudius Pflug
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