Lohnt sich der »Tatort« heute?

Tatort: Vier Leben

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Der Berliner „Tatort“ gehört seit Jahren zu den verlässlichsten Quotenbringern im ARD-Sonntag. Besonders die Folgen mit Robert Karow ziehen immer wieder ein großes Publikum an. Die Mischung aus Großstadt-Atmosphäre, politischem Hintergrund und psychologischer Spannung sorgt regelmäßig für starke Zahlen. Gerade deshalb stehen neue Konstellationen im Ermittlerteam hier immer unter besonderer Beobachtung. Wenn eine Figur kommt oder geht, betrifft das nicht nur die Story, sondern oft auch die Einschaltquoten der Reihe.

Lohnt sich der »Tatort« heute?

Corinna Lohnt sich der »Tatort« heute?

In „Gefahrengebiet“ verliert Karow nun erneut seine Partnerin. Nach Nina Rubin, die am Flughafen BER einen dramatischen Filmtod starb, geht jetzt Susanne Bonard. Die Folge markiert ihren sechsten und letzten Auftritt im Berliner „Tatort“.


  • „Gefahrengebiet“ ist der sechste und letzte Auftritt von Susanne Bonard im Berliner „Tatort“.
  • Der Fall startet mit einem ermordeten Obdachlosen am Teufelsberg, zunächst fälschlich einer Wölfin zugeschrieben.
  • Eine rätselhafte Professorin Kimmerer und der apokalyptische Noah rücken in den Fokus der Ermittlungen.
  • Noah lebt als Weltuntergangsprophet in einem Bunker, wo er eine sexuelle Beziehung zu Kommissar Karow hat.
  • Die Folge gilt trotz interessanter Ansätze als enttäuschender Abschied für Corinna Harfouch, vor allem wegen abstrusen Ermittlerverhaltens.

Der Fall beginnt am Teufelsberg, wo einst eine US-Abhörstation in Richtung Osten betrieben wurde. Dort wird ein toter Obdachloser entdeckt. Zunächst liegt der Verdacht nahe, er sei von einer streunenden Wölfin gerissen worden. Doch sehr schnell wird klar: Das Tier hat den Mann nur angefressen, nachdem er bereits tot war. Der Obdachlose wurde zuvor ermordet.

In der Nähe, im Grunewald, treffen Karow und Bonard auf ein merkwürdiges Duo. Professorin Kimmerer absolviert dort mit dem jungen Noah ein Überlebenstraining im Wald. Rasch stellt sich die Frage, welche Rolle die beiden im Zusammenhang mit dem Mord spielen könnten. Spontan entscheidet Bonard, bei der Professorin im Wald zu bleiben. Karow nimmt Noah mit in die Stadt.

Noah lebt in einem Bunker und inszeniert sich dort als Weltuntergangsprophet. Zwischen Kommissar und Verdächtigem entwickelt sich eine körperliche Annäherung. Die beiden haben Sex, was die Dynamik des Falls weiter verkompliziert und das Ermittlerverhalten zusätzlich irritierend macht.

Muss man „Gefahrengebiet“ gesehen haben? Eher nicht. Das Verhalten der Ermittler wirkt in vielen Momenten abstrus und schwer nachvollziehbar. Die Folge bietet zwar Ansätze für einen intensiven Psycho-Thriller, doch die Figuren bleiben letztlich zu skizzenhaft. Für Corinna Harfouch gerät der Abschied aus dem Berliner „Tatort“ damit enttäuschend und deutlich weniger eindrucksvoll, als es ihrer Figur gerecht geworden wäre.

Textquellen: ARD/rbb, Bild // Bildquelle: rbb/Gordon Muehle


Zusammenfassung

Der Berliner „Tatort: Gefahrengebiet“ zeigt den letzten Auftritt von Susanne Bonard an der Seite von Kommissar Karow. Ein ermordeter Obdachloser am Teufelsberg, eine rätselhafte Professorin, der apokalyptische Noah und eine sexuelle Begegnung zwischen Kommissar und Verdächtigem sollen psychologische Spannung erzeugen. Trotz interessanter Ansätze wirkt das Verhalten der Ermittler jedoch konstruiert und schwer nachvollziehbar. Der Fall gilt daher als enttäuschender Abschied für Corinna Harfouch aus dem Berliner „Tatort“.

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