Berlinale Beben: Fliegt die Chefin nach dem Polit-Skandal jetzt raus?

Deutscher Sensationssieg und Eklat um Gaza-Rede: Die Berlinale, über die alle reden

Eigentlich sollte es um Filme gehen und große Premieren. Stattdessen dominiert ein Machtkampf die Schlagzeilen. Die Internationale Filmfestspiele Berlin stehen massiv unter Druck. Und mittendrin: Festivalchefin Tricia Tuttle. Nach einem politischen Eklat wird offen über ihre Ablösung gesprochen. Die Branche ist gespalten, die Politik nervös, das Image angekratzt.

Berlinale Beben: Fliegt die Chefin nach dem Polit-Skandal jetzt raus?

Bei der Abschlussveranstaltung fielen deutliche politische Worte. Mehrere Preisträger nutzten die Bühne für Statements zum Nahost Konflikt. Ein Redebeitrag löste besonders heftige Reaktionen aus. Kritiker warfen dem Festival mangelnde Einordnung vor. Andere verteidigten die Redner mit Verweis auf die Kunstfreiheit. Innerhalb weniger Stunden kippte die Stimmung. Aus einer Filmpreis Gala wurde eine politische Grundsatzdebatte.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer reagierte schnell und berief eine außerordentliche Sitzung ein. Dort wurde über mögliche Konsequenzen beraten. Im Zentrum stand die Frage, ob Tuttle weiter tragbar ist. Berichten zufolge soll Weimer ihre Abberufung ins Spiel gebracht haben. Offiziell bestätigt ist das nicht. Klar ist jedoch, dass das Vertrauen beschädigt wirkt und der politische Druck wächst.

Berlinale Beben: Fliegt die Chefin nach dem Polit-Skandal jetzt raus?

Die Filmwelt ließ das nicht unkommentiert. Rund 700 Filmschaffende stellten sich in einem offenen Brief hinter Tuttle. Zu den Unterstützern zählen unter anderem Tom Tykwer und Tilda Swinton. Sie warnen vor politischer Einflussnahme auf kulturelle Institutionen. Ein Festival müsse Debatten aushalten und dürfe nicht zum Spielball tagespolitischer Empörung werden. Nicht jede provokante Rede rechtfertige einen personellen Schnitt an der Spitze.

Berlinale Beben: Fliegt die Chefin nach dem Polit-Skandal jetzt raus?

Der Fall zeigt ein strukturelles Problem. Kultur ist öffentlich finanziert und zugleich frei. Doch wie weit reicht diese Freiheit, wenn internationale Konflikte die Bühne erreichen. Einige Stimmen sehen klare Grenzüberschreitungen. Andere sprechen von einer gefährlichen Verschiebung politischer Macht in den Kulturbereich. Berlin diskutiert, und das weit über die Filmszene hinaus.

Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Die Gespräche sollen fortgesetzt werden. Ein möglicher Abgang Tuttles hätte Signalwirkung. Er würde zeigen, wie stark politische Kontrolle in Kulturfragen durchgreifen kann. Gleichzeitig könnte er dem internationalen Ruf der Berlinale schaden. Sicher ist nur eines: Die Debatte wird nicht mit dem Abspann enden.

Textquellen: Focus Online – Bericht zur möglichen Abberufung von Tricia Tuttle, Die Welt – Berichte zur Krisensitzung und politischen Reaktionen, taz – Kommentar zur Kritik an der Berlinale Leitung, The Guardian – Internationale Berichterstattung zur Kontroverse, Euronews – Bericht über den offenen Brief europäischer Filmschaffender // Bildquelle: Shutterstock


Zusammenfassung

Nach einem politischen Eklat bei der Abschlussgala der Berlinale steht Festivalchefin Tricia Tuttle unter massivem Druck. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ließ in einer Krisensitzung über mögliche Konsequenzen beraten, im Raum steht sogar ihre Ablösung. Während Teile der Politik scharfe Kritik üben, stellen sich rund 700 Filmschaffende mit einem offenen Brief hinter Tuttle. Die Debatte dreht sich um die Frage, wie politisch ein staatlich gefördertes Filmfestival sein darf.

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