+++ 18 Stunden live: Leipzig liest „Unterleuten“ +++ Promis, Bürger, Schüler auf einem Lesesofa +++
Lesezeit: 7 Minuten
Während mein eigener Roman „Die letzte Show“ sich gerade seinen Weg in eure Regale bahnt, passiert in Leipzig etwas, das jedes Bücherherz schneller schlagen lässt: Das ZDF verwandelt die Leipziger Buchmesse 2026 in eine einzige, lange, schlaflose Leseshow – mit Juli Zehs Erfolgsroman „Unterleuten“ im Scheinwerferlicht. Live, 18 Stunden am Stück, mit Promis, Schülerinnen und Schülern und Leipziger Bürgerinnen und Bürgern. Wenn man Geschichten liebt, ist das hier Pflichtprogramm.
18-Stunden-Lesemarathon: ZDF macht „Unterleuten“ zur Mega-Show
Der ZDF-Lesemarathon ist im Grunde das, was passiert, wenn man einen Roman nimmt, ein Sofa hinstellt und sagt: „Wir hören jetzt einfach nicht mehr auf zu lesen.“ In der Schaubühne Lindenfels in Leipzig wird „Unterleuten“ von Juli Zeh nicht einfach vorgestellt, sondern komplett durchgelesen – von der ersten bis zur letzten Seite.
Über 18 Stunden, 627 Seiten und rund 70 Lesende hinweg wird das Sofa im Viertelstundentakt neu besetzt. Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Kultur wechseln sich mit Leipziger Bürgerinnen und Bürgern sowie Schulklassen ab. Das Ganze ist Teil des Lesefestivals „Leipzig liest“ und eine Gemeinschaftsproduktion von ZDF und ARD Kultur.

Für alle, die mitplanen möchten, hier die nackten Zahlen in einem Rutsch:
- Start: Mittwoch, 18. März 2026, 18.00 Uhr, Schaubühne Lindenfels, Leipzig
- Ende: Donnerstag, 19. März 2026, ca. 12.00 Uhr
- Roman: „Unterleuten“ von Juli Zeh, erschienen 2016
- Umfang: 18 Stunden Live-Lesen, 627 Seiten, etwa 70 Lesende
- Zugang: Eintritt frei vor Ort, Livestream unter lesemarathon.zdf.de (barrierefrei)
Gelesen wird durch die Nacht, begleitet von Kameras, einem wachen Publikum vor Ort und Zuschauerinnen und Zuschauern im Stream. Der Lesemarathon ist dabei bewusst mehr als ein Literaturhäppchen – er ist ein Statement: Lesen kann Event, Gesprächsanlass und Gesellschaftsspiegel zugleich sein.
Wer sitzt auf dem Lesesofa?
Das Line-up liest sich wie eine wilde Mischung aus Talkshow-Couch, Klassenzimmer und Stammtisch – genau das macht den Reiz aus. Denn hier lesen nicht nur die Üblichen aus dem Feuilleton, sondern eine bunte Gruppe, die so heterogen ist wie der Roman selbst.
Neben der Autorin Juli Zeh selbst sind unter anderem dabei:
- Thea Dorn, Jo Schück, Johannes B. Kerner, Katty Salié, Mona Ameziane
- der Vorsitzende des Bundestags-Kulturausschusses Sven Lehmann
- die Schauspielerinnen Purnima Grätz, Linda Belinda Podszus, Melanie Marschke
- Handballprofi Lucas Krzikalla
- Leipziger Bürgerinnen und Bürger
- Schülerinnen und Schüler von ZDF-Partnerschulen
Durch diese Mischung wird das Ganze zu einem echten Stimmen-Chor – jede Lesestimme bringt ihren eigenen Ton, ihre eigene Biografie mit, und genau darin spiegelt sich das, was „Unterleuten“ so stark macht: ein Panorama von Haltungen, Verletzungen und Interessen.

18-Stunden-Lesemarathon: ZDF macht „Unterleuten“ zur Mega-Show
Ein starkes Element ist die Beteiligung junger Menschen. Schülerinnen und Schüler aus mehreren ZDF-Partnerschulen– darunter die Internationale Oberschule und das Internationale Gymnasium Niederwürschnitz, die Saaleschule für (H)alle e.V. und die Peter-Apian-Oberschule Leisnig – lesen selbst Passagen aus „Unterleuten“. Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sitzen im Publikum, feuern an, hören zu und erleben Literatur als Live-Ereignis statt als reine Hausaufgabe.
Das passt perfekt zum Programm „ZDF goes Schule“, das junge Menschen mit dem Sender vernetzt, Medienkompetenz fördert und unter schule.zdf.de Inhalte aus der gesamten ZDF-Welt – von „Terra X“ bis „logo!“ – sortiert nach Lehrplanthemen zur Verfügung stellt. Der Lesemarathon wirkt dabei wie ein praktischer Höhepunkt: Lesen, Medien und gesellschaftliche Debatte treffen aufeinander.
Barrierefrei durch die Nacht
Der ZDF-Lesemarathon ist nicht nur ein langes, sondern auch ein bewusst zugängliches Event. Über die gesamte Dauer werden:
- die Lesungen live untertitelt,
- eine Gebärdensprachfassung angeboten,
- sowie eine Audiodeskription bereitgestellt, die sehbehinderten Personen hilft, sich das Bühnenbild und die Situation vorzustellen.
Damit wird klar: Dies ist kein exklusiver Literaturzirkel, sondern ein Angebot, das so vielen Menschen wie möglich offenstehen soll – vor Ort und digital.
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Mitlesen vom Sofa aus: ZDFspaces und Public Spaces Incubator
Wer nicht in Leipzig ist, kann den kompletten Lesemarathon im ZDF-Streaming-Portal verfolgen. Unter lesemarathon.zdf.de läuft das Event live, inklusive Barrierefrei-Angeboten.
Parallel gibt es die ZDFspaces: digitale Räume, in denen das Publikum Fragen stellen, kommentieren und über die Themen des Romans diskutieren kann. Das Ganze gehört zum Public Spaces Incubator, einem Projekt, das öffentliche digitale Diskussionsräume schaffen will – transparent, vielfältig und respektvoll. Während auf der Bühne gelesen wird, kann im Netz also mitgedacht, mitgestritten und mitgefühlt werden.
„Unterleuten“ – das Dorfdrama als Gesellschaftsspiegel
Warum ausgerechnet „Unterleuten“? Der Roman von Juli Zeh ist wie gemacht für einen Lesemarathon, weil er eine ganze Gesellschaft in einem fiktiven Dorf bündelt.
Schauplatz ist das brandenburgische Dorf Unterleuten. Als eine Investorenfirma dort einen Windpark errichten will und ein Finanzinvestor aus dem Westen die Bühne betritt, geraten alte Rivalitäten, Umweltfragen, Geldinteressen und persönliche Kränkungen in eine toxische Mischung. Alteingesessene Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner, Zugezogene, Idealistinnen und Pragmatiker prallen aufeinander.
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt: etwa aus der Sicht von Gerhard Fließ, einem zugezogenen Ex-Professor, der im Vogelschutz seine Mission gefunden hat, von den beiden verfeindeten Platzhirschen Gombrowski und Kron oder von Linda Franzen, einer entschlossenen Pferdeliebhaberin.
„Unterleuten“ erzählt von regionalen Identitäten, gesellschaftlichen Bruchlinien und geteilten Erfahrungen, die uns näher sind, als wir manchmal glauben. Genau deshalb eignet sich der Roman so gut für ein Event, bei dem viele unterschiedliche Menschen aus demselben Text lesen – und sich darin auf ganz unterschiedliche Weise wiederfinden.
O-Töne, TV-Begleitung und „Unterleuten“ als Serie
Juli Zeh selbst hat im Vorfeld ein Audiointerview zum Lesemarathon gegeben, in dem sie unter anderem sagt: „Überheblichkeit ist das absolute Gift gegen ein Gemeinschaftsgefühl.“ Eine Haltung, die perfekt zu einem Event passt, bei dem sich Promis und Privatpersonen ein Sofa teilen.
Der Lesemarathon steht außerdem nicht allein im Programmschema. Das ZDF-Morgenmagazin berichtet sowohl am 18. als auch am 19. März 2026 von der Veranstaltung, „Volle Kanne“ widmet am 19. März einen Beitrag dem Event, und auch die Kultursendung „Kulturzeit“ von ZDF, ORF, SRF und ARD nimmt den Lesemarathon ins Visier.
Zusätzlich wird die dreiteilige Verfilmung von „Unterleuten“ ins Programm gehoben. Im ZDF-Streaming-Portal ist sie ab 10. März 2026, 10.00 Uhr verfügbar, in ZDFneo laufen die drei Teile am 10., 12. und 13. März 2026 jeweils frühmorgens um 5.25 Uhr.
Vor der Kamera stehen eine ganze Reihe bekannter Namen: Thomas Thieme als Rudolf Gombrowski, Hermann Beyerals Kron, Miriam Stein als Linda Franzen, Rosalie Thomass als Jule Fließ, Ulrich Noethen als Dr. Gerhard Fließ, Charly Hübner als Schaller, Bettina Lamprecht, Bjarne Mädel, Dagmar Manzel, Christine Schorn, Alexander Held, Mina Tander, Jörg Schüttauf und viele mehr. Das Drehbuch stammt von Magnus Vattrodt, Regie führt Matti Geschonneck. Wer also erst die Serie bingen und dann die Live-Lesung inhalieren will (oder andersherum), bekommt den kompletten „Unterleuten“-Kosmos serviert.
18-Stunden-Lesemarathon: ZDF macht „Unterleuten“ zur Mega-Show
Der Lesemarathon ist das sichtbarste Highlight, aber nicht das einzige: Auf der Leipziger Buchmesse vom 19. bis 22. März 2026 ist das ZDF gemeinsam mit ARD und 3sat auf einer gemeinsamen Literaturbühne präsent. Dort gibt es weitere Formate, Gespräche und Präsentationen rund um Bücher, Autorinnen und Autoren sowie aktuelle Themen aus Kultur und Gesellschaft. Der Lesemarathon fungiert dabei als spektakulärer Auftakt und Fokuspunkt.
Wie du beim Lesemarathon dabei bist
Wer in Leipzig ist, kann einfach in die Schaubühne Lindenfels kommen: Am Mittwoch, 18. März 2026, ab 18.00 Uhrgeht es los, und bis Donnerstagmittag gegen 12.00 Uhr wird gelesen. Der Eintritt ist frei, man braucht nur Zeit, Neugier und ein bisschen Sitzfleisch.
Wer zu Hause bleibt, schaltet den Livestream auf lesemarathon.zdf.de ein, nutzt Untertitel, Gebärdenfassung oder Audiodeskription nach Bedarf und kann in den ZDFspaces parallel Fragen stellen, kommentieren und mitdiskutieren.
Während ich mit „Die letzte Show“ also meine ganz eigene Geschichte auf die Bühne und in eure Köpfe bringen will, zeigt der ZDF-Lesemarathon, was passiert, wenn ein Roman wie „Unterleuten“ zum Live-Experiment wird: Literatur wird Event, Gesellschaft wird lesbar – und ein ganzes Land sitzt mit auf dem Sofa.
Textquelle: ZDF // Bildquelle: ZDF
Zusammenfassung
Der ZDF-Lesemarathon auf der Leipziger Buchmesse 2026 macht Juli Zehs Roman „Unterleuten“ zum Live-Event: 18 Stunden lang lesen rund 70 Prominente, Bürgerinnen, Bürger und Schülerinnen und Schüler in der Schaubühne Lindenfels den kompletten Roman – bei freiem Eintritt und barrierefrei im Livestream auf lesemarathon.zdf.de. Mit ZDFspaces, TV-Berichten und der parallel gezeigten „Unterleuten“-Verfilmung wird aus dem Buch ein multimediales Großereignis, das Literatur, Diskussion und Bühnenshow verbindet.