Jordan triumphiert, Leo geht leer aus – und Jessie Buckleys Baby-Beichte rührt Hollywood

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Goldjungen, Gänsehaut, Tränen, Champagner – diese Oscar-Nacht hatte einfach alles. Am Ende feierten ausgerechnet die größten Rivalen gemeinsam: „Blood & Sinners“ gegen „One Battle After Another“, Michael B. Jordan gegen Leonardo DiCaprio.

Jordan triumphiert, Leo geht leer aus – und Jessie Buckleys Baby-Beichte rührt Hollywood

Der Vampir-Horror „Blood & Sinners“ ging mit unfassbaren 16 Nominierungen ins Rennen. Der Mega-Favorit holte am Ende vier Oscars. Den wichtigsten schnappte sich Michael B. Jordan als „Bester Hauptdarsteller“. Als sein Name fällt, hält es viele nicht mehr auf den Sitzen. Standing Ovations, Jubelrufe sogar im Presseraum. Jordan dankt seinen Eltern, kämpft mit den Tränen – ein echter Gänsehautmoment.

Jordan triumphiert, Leo geht leer aus – und Jessie Buckleys Baby-Beichte rührt Hollywood

Leonardo DiCaprio geht als Schauspieler leer aus, doch sein Film schlägt gnadenlos zurück. „One Battle After Another“ holt insgesamt sechs Oscars. Darunter „Bester Film“, „Beste Regie“ und „Bestes adaptiertes Drehbuch“ für Paul Thomas Anderson. Auf der Bühne wirkt das Team wie frisch gebackene Weltmeister. Und hinter den Kulissen passiert das Bild des Abends: DiCaprio gratuliert Michael B. Jordan lachend. Zwei Rivalen, ein versöhnlicher Oscar-Schlussakkord.

Die heimliche Königin der Nacht heißt Jessie Buckley. Für „Hamnet“ gewinnt sie den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“. Als ihr Name fällt, vergräbt sie das Gesicht in den Händen, lacht ungläubig. Dann kommt ihre Rede – und trifft mitten ins Herz. Buckley widmet ihren Goldjungen dem „wunderschönen Chaos eines Mutterherzens“. Sie schwärmt von ihrer acht Monate alten Tochter. Sie schwärmt von ihrem Mann, mit dem sie „noch 20.000 Babys“ bekommen will. Der Saal schmilzt dahin. In ihrem Chanel-Kleid strahlt sie mit der Statue um die Wette.

Jordan triumphiert, Leo geht leer aus – und Jessie Buckleys Baby-Beichte rührt Hollywood

Ganz anders läuft es für Timothée Chalamet. Neun Nominierungen für seinen Tischtennis-Film „Marty Supreme“. Neun Mal geht er leer aus. Schon zu Beginn stichelt Host Conan O’Brien gegen ihn. Er spielt auf Chalamets Streitereien mit der Opernwelt an. Am Ende sieht es aus wie brutales Oscar-Karma: Chalamet wird zum großen Verlierer des Abends.

Während einige straucheln, schreiben andere Geschichte. Amy Madigan holt mit 75 Jahren den ersten Oscar des Abends. „Beste Nebendarstellerin“ für den Horror-Thriller „Weapons“. Vierzig Jahre nach ihrer ersten Nominierung. Sie lacht, hält keine vorbereitete Rede, schießt ihre Worte spontan „aus der Hüfte“. Genau diese Ehrlichkeit macht sie zur heimlichen Heldin der älteren Generation.

Sean Penn gewinnt seinen dritten Oscar. „Bester Nebendarsteller“ für „One Battle After Another“. Doch der Star taucht gar nicht im Dolby Theatre auf. Er soll sich in der Ukraine aufhalten. Sein Sieg sorgt trotzdem für Respekt im Saal – und für Gesprächsstoff hinter den Kulissen.

+++ Vampir-Hit „Blood & Sinners“ gegen „One Battle After Another“ +++ Tränen, Rekorde, historische Siegerinnen +++

Für die vielleicht wichtigsten Momente sorgen zwei Frauen hinter der Kamera. Autumn Durald Arkapaw gewinnt mit „Blood & Sinners“ den Oscar für die „Beste Kamera“. Als erste Frau überhaupt in dieser Kategorie. Auf der Bühne bittet sie alle Frauen aufzustehen. „Ohne euch wäre ich nicht hier“, sagt sie – der Saal antwortet mit tosendem Applaus.

Casting-Direktorin Cassandra Kulukundis schreibt ebenfalls Geschichte. Sie holt mit „One Battle After Another“ den ersten Casting-Oscar überhaupt. Die neue Kategorie feiert Premiere – und zeigt, wie wichtig Besetzung wirklich ist. Kulukundis stemmt den Goldjungen, als hätte sie ein Jahrzehnt auf diesen Moment gewartet.

Jordan triumphiert, Leo geht leer aus – und Jessie Buckleys Baby-Beichte rührt Hollywood

Auch in Animation und Musik brennen die Scheinwerfer. „KPop Demon Hunters“ wird „Bester Animationsfilm“. Außerdem gewinnt der Song „Golden“ aus dem Film den Oscar als „Bester Song“. Damit schafft ein K-Pop-Titel erstmals den Sprung ganz nach oben. Sängerin EJAE steht weinend auf der Bühne, umklammert ihren Goldjungen. Man spürt: Für sie ist das mehr als nur ein Preis.

„Frankenstein“ wird der heimliche Herrscher der Techniksparten. Der Monster-Stoff holt Oscars für Kostüme, Make-up und Szenenbild. Zwischen Gravurmaschinen und Blitzlichtgewitter lassen sich die Gewinnerinnen und Gewinner die Namen in ihre Trophäen ritzen. Im Hintergrund wird getanzt, gelacht, gejubelt.

In der Kurzfilm-Kategorie kommt es zu einem Oscar-Seltenheitsfall. Bei den „Live Action Short Films“ endet die Abstimmung unentschieden. „The Singers“ und „Deux personnes échangeant de la salive“ gewinnen beide. Zwei Teams, zwei Goldjungen, doppelte Freude. So etwas hat die Academy insgesamt erst wenige Male erlebt.


  • Bester Film: „One Battle After Another“
  • Beste Regie: Paul Thomas Anderson – „One Battle After Another“
  • Bester Hauptdarsteller: Michael B. Jordan – „Blood & Sinners“
  • Beste Hauptdarstellerin: Jessie Buckley – „Hamnet“
  • Bester Nebendarsteller: Sean Penn – „One Battle After Another“
  • Beste Nebendarstellerin: Amy Madigan – „Weapons“
  • Bestes Originaldrehbuch: Ryan Coogler – „Blood & Sinners“
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: Paul Thomas Anderson – „One Battle After Another“
  • Bester internationaler Film: „Sentimental Value“
  • Bester Animationsfilm: „KPop Demon Hunters“
  • Bester animierter Kurzfilm: „Das Mädchen, das Perlen weinte“
  • Bester Song: „Golden“ – „KPop Demon Hunters“
  • Beste Filmmusik: „Blood & Sinners“
  • Beste Kamera: „Blood & Sinners“
  • Bester Schnitt: „One Battle After Another“
  • Bester Ton: „F1“
  • Bestes Kostüm: „Frankenstein“
  • Bestes Make-up und Haarstyling: „Frankenstein“
  • Bestes Szenenbild: „Frankenstein“
  • Beste visuelle Effekte: „Avatar: Fire and Ash“
  • Bester Dokumentarfilm: „Mr Nobody Against Putin“
  • Beste Kurzdokumentation: „All The Empty Rooms“
  • Bester Kurzfilm (Live Action, Doppelsieg): „The Singers“ und „Deux personnes échangeant de la salive“
  • Bestes Casting: „One Battle After Another“

Jordan triumphiert, Leo geht leer aus – und Jessie Buckleys Baby-Beichte rührt Hollywood

Zum Schluss gönnt sich die Show noch einen bitterbösen Insider-Gag. In einem Clip bekommt Host Conan O’Brien den Job als „Oscar-Moderator auf Lebenszeit“. Er wird in ein Büro geführt, freut sich, legt die Füße hoch. Dann strömt plötzlich Gas von der Decke – er wird scheinbar leblos hinausgetragen. Eine direkte Anspielung auf das Filmende von „One Battle After Another“.

Danach ist der offizielle Teil vorbei, aber nicht die Nacht. Im Dolby Theatre werden Namen in Trophäen graviert, dann zieht die Glamour-Karawane zum Governors Ball. Später weiter zur legendären „Vanity Fair“-Party. Auf einem Foto lachen Leonardo DiCaprio, Michael B. Jordan und Benicio del Toro in die Kamera. Drei Männer, ein Abend voller Siege, Niederlagen und Eitelkeiten – und der Beweis, dass Hollywood seine besten Drehbücher manchmal live schreibt.

Textquellen: BILD.de – „Oscars: Alle Sieger und Verlierer – DiCaprio und Jordan feiern“
URL: https://www.bild.de/unterhaltung/stars-und-leute/oscars-alle-sieger-und-verlierer-dicaprio-und-jordan-feiern-69b76ea7fc05063917a4c9fb / BILD.de – „Oscars 2026 im Live-Ticker: Jessie Buckleys Oscar-Triumph“
URL: https://www.bild.de/unterhaltung/stars-und-leute/oscars-2026-der-bild-live-ticker-zur-98-oscarverleihung-69b6dc206516582a60281800 // Bildquelle: Shutterstock


Zusammenfassung

Michael B. Jordan gewinnt den Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ für den Vampir-Horror „Blood & Sinners“, während Leonardo DiCaprio als Schauspieler leer ausgeht, aber mit „One Battle After Another“ den Oscar für den „Besten Film“ einstreicht. Jessie Buckley sorgt mit ihrem Sieg als „Beste Hauptdarstellerin“ für „Hamnet“ und ihrer emotionalen „Mutterherz“-Rede für den bewegendsten Moment des Abends. Große Verlierer sind Timothée Chalamet und sein Film „Marty Supreme“, die trotz mehrerer Nominierungen ohne Preis bleiben. Historische Oscars gehen unter anderem an Kamerafrau Autumn Durald Arkapaw, Casting-Direktorin Cassandra Kulukundis, den K-Pop-Song „Golden“ aus „KPop Demon Hunters“ und den Monsterfilm „Frankenstein“ in mehreren Technik-Kategorien.

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