Raab-Eklat beim Deutschland-Spiel: Fans zerreißen seinen Kommentar – andere feiern ihn

Chefsache ESC 2025 - Wer singt für Deutschland? / 01

Stefan Raab sorgt wieder für Streit – diesmal als Fußball-Kommentator. Beim Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz traten er und Michael „Bully“ Herbig als Duo im Stream von RTL+ an. Die Aktion war als unterhaltsame Ergänzung zur klassischen TV-Übertragung geplant, doch in den sozialen Netzwerken gingen die Reaktionen weit auseinander.

Viele Fans schalteten neugierig ein. Raab gilt seit Jahren als Garant für schräge Sprüche und laute Pointen. Diesmal fühlten sich aber etliche Zuschauerinnen und Zuschauer eher genervt als unterhalten. Auf X häuften sich Kommentare, die seinen Auftritt als „bodenlos unlustig“ beschrieben. Einige Nutzer meinten, sie würden sich lieber unangenehme Geräusche anhören, als Raab und Herbig weiter zu ertragen. Andere klagten, der Entertainer habe ihnen mit seinem Gebrüll sprichwörtlich einen Tinnitus verpasst.

Raab-Eklat beim Deutschland-Spiel: Fans zerreißen seinen Kommentar – andere feiern ihn

Raab-Eklat beim Deutschland-Spiel: Fans zerreißen seinen Kommentar – andere feiern ihn

Gleichzeitig gab es deutlich positivere Stimmen. Für manche war der Stream genau das, was versprochen wurde: ein spaßiger Gegenentwurf zur sachlichen TV-Übertragung. Sie lobten die Mischung aus Gags und lockerer Fußball-Analyse. Einige erklärten sogar, sie hätten ohne Raab und Bully längst abgeschaltet. Einzelne Zuschauer wünschten sich, Raab solle am liebsten gleich das komplette Turnier begleiten. Für sie brachte das Duo frischen Wind in eine oft sehr ernste Fußballberichterstattung.

Der besondere Kommentar-Stream reiht sich in eine längere Geschichte von Raab im Fußball ein. Bereits Anfang der 2000er-Jahre stand er gemeinsam mit Bully Herbig am Mikrofon. Damals kommentierten beide ein Spitzenspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund beim Pay-TV-Sender Premiere. Schon damals war klar: Hier geht es nicht um nüchterne Taktikanalyse, sondern um Comedy, Übertreibung und spontane Wortwitze.

Für RTL ist der aktuelle Einsatz Teil einer größeren Strategie. Der Sender setzt auf Raab an vielen Stellen des Programms. Zwar taten sich manche seiner Shows lange mit den Quoten schwer, doch neue Formate, etwa mit Barbara Schöneberger, landen wieder besser beim Publikum. Auch mit Bully Herbig ist Raab wieder regelmäßig zu sehen. Die gemeinsame Sendung „Stefan & Bully gegen irgendson Schnulli“ wird als launiges Event positioniert und soll das Image der beiden als Kult-Komiker festigen.

Parallel experimentieren auch andere Anbieter mit ähnlichen Ideen. Streamingdienste und TV-Sender probieren alternative Kommentarspuren aus, bei denen Comedians, Influencer oder ehemalige Profis locker durch ein Spiel führen. Damit sollen jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer angesprochen werden, die klassische Berichterstattung als zu steif empfinden. Schon YouTube-Formate haben gezeigt, dass sich Fußball und Comedy kombinieren lassen – entscheidend ist, ob der Ton zur Stimmung des Spiels passt.

Genau hier verläuft die Bruchlinie bei Raabs aktuellem Auftritt. Kritikerinnen und Kritiker bemängeln, der Schwerpunkt habe zu sehr auf Gags gelegen, das Spiel selbst sei zur Kulisse für Showeinlagen geworden. Wer sich vor allem für Taktik, Formkurven und sachliche Einordnung interessiert, sei im Stream falsch aufgehoben gewesen. Befürworter verweisen dagegen darauf, dass es parallel die klassische Variante gab. Wer nur das Sporterlebnis wollte, konnte zum Hauptsender mit der herkömmlichen Berichterstattung wechseln.

Die Debatte zeigt, wie polarisiert Raab weiterhin wahrgenommen wird. Für die einen ist er ein überdrehter Entertainer, dessen Humor nicht mehr in die Zeit passt. Für die anderen liefert er genau den Krawall, der ein eher zähes Testspiel erträglicher macht. Dass die Diskussion so heftig geführt wird, liegt auch an der Strahlkraft seines Namens. Kaum ein anderer Entertainer hat den TV-Humor der 2000er-Jahre so geprägt wie er.

Für RTL ist das Ergebnis trotz der Kritik wertvoll. Die Aktion bringt Aufmerksamkeit, Schlagzeilen und reichlich Diskussionsstoff. Solange der Sender beide Varianten parallel anbietet, kann das Publikum den bevorzugten Stil selbst wählen. Der alternative Kommentar mit Raab und Bully Herbig bleibt damit ein Experiment, das polarisiert – und gerade deshalb wohl nicht so schnell wieder verschwindet.


⭐️ Infobox: DFB-Team auf dem Weg zur WM 2026

  • Fokus auf den Neuaufbau der Mannschaft
  • Verjüngter Kader mit Talenten aus Bundesliga und internationalen Ligen
  • Formschwankungen in Testspielen, aber stabile Phasen gegen Topgegner
  • Offene Stammplatz-Fragen vor allem in Abwehr und Angriff
  • Trainerteam setzt auf variablere Systeme und mutigeres Pressing
  • WM 2026 findet in den USA, Kanada und Mexiko statt
  • Europa-Qualifikation wird in Gruppenphasen ausgespielt
  • Ziel: direkte Qualifikation über einen der vorderen Tabellenplätze
  • Zusätzliche Chance über Play-offs, falls der Gruppenplatz nicht reicht
  • Testspiele wie gegen die Schweiz dienen der Kaderfeinjustierung
  • Schwerpunkt auf eingespielten Achsen und klaren Hierarchien im Team
  • Vorbereitung mit weiteren Länderspielen und Trainingslagern geplant

Textquellen: FOCUS online Artikel: „‚Bodenlos unlustig‘: Zuschauer kritisieren Stefan Raabs Kommentar bei Deutschland-Spiel“
URL: https://www.focus.de/kultur/kino-tv/bodenlos-unlustig-zuschauer-kritisieren-stefan-raabs-kommentar-bei-deutschland-spiel_e8a3ddbf-7a56-4373-b505-7ca50830966e.htm, t-online: Bericht zur Ankündigung des Kommentar-Streams von Stefan Raab und Michael „Bully“ Herbig beim Länderspiel Deutschland–Schweiz (Infos zu Setting und Konzept des Streams).
URL: https://www.t-online.de/sport/fussball/id_101185490/dfb-stefan-raab-und-michael-bully-herbig-kommentieren-schweiz-spiel.html, Stuttgarter Zeitung: Meldung zu Raab und Bully als Kommentatoren des Länderspiels Schweiz gegen Deutschland, inklusive Angaben zu Plattformen (RTL+, YouTube) und Einordnung als Event-Stream.
URL: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.laenderspiel-am-freitag-raab-und-bully-kommentieren-schweiz-gegen-deutschland-mhsd.12ddede8-51cc-4743-9df6-f372fca074cb.html // Bildquelle: RTL

    Zusammenfassung

    Stefan Raab und Michael „Bully“ Herbig kommentierten das Länderspiel Deutschland–Schweiz bei RTL+ und spalteten das Publikum. Viele Fans empfanden Raabs Auftritt als „bodenlos unlustig“ und zu laut, andere feierten den Comedy-Ansatz als erfrischende Alternative zur nüchternen TV-Übertragung. Für RTL ist der polarisierende Spaß-Stream Teil einer Strategie, mit Kult-Gesichtern und alternativen Kommentarformen neue Zuschauergruppen zu binden, während parallel weiterhin die klassische Berichterstattung läuft.

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