Collien Fernandes bei »Caren Miosga« – »Täterparadies Deutschland?«

Collien Fernandes bei »Caren Miosga« – »Täterparadies Deutschland?«

Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat in der ARD-Talkshow von Caren Miosga das deutsche Justizsystem scharf kritisiert[1]. Beim Thema digitaler sexualisierter Gewalt bezeichnete sie Deutschland als »Täterparadies«[1]. Sie verwies auf einen sehr geringen Anteil von Fällen digitaler Gewalt, die überhaupt zur Anzeige gebracht werden[1]. Aus ihrer Sicht erklärt das ein »riesiges Dunkelfeld« von nicht erfassten Taten[1].

Collien Fernandes bei »Caren Miosga« – »Täterparadies Deutschland?«

Fernandes berichtete, ihre erste Anzeige gegen Unbekannt wegen digitaler Gewalt sei zunächst weitergereicht und schließlich eingestellt worden. Am Ende habe es geheißen, man wisse von nichts. Sie betonte, dass eine Anzeige für Betroffene Überwindung koste[1]. Entscheidend sei dann, wie sie bei der Polizei aufgenommen würden[1].

Fernandes verlangte verpflichtende Schulungen für diejenigen, die Anzeigen entgegennehmen[1]. Sie argumentierte, digitale sexualisierte Gewalt werde oft unterschätzt und ihre Folgen für Betroffene würden nicht ernst genug genommen[1][2]. Als Beispiel nannte sie eine 14-Jährige, mit der sie gesprochen habe[1]. Nach deren Anzeige habe ein Polizist sinngemäß gesagt, wer ins Internet gehe, müsse sich nicht wundern[1].

Fernandes forderte, Prävention müsse früh beginnen. In Schulen solle ein Bewusstsein für digitale sexualisierte Gewalt geschaffen werden. Sie schilderte Gespräche mit Schülerinnen, die von ähnlichen Erfahrungen berichteten[1]. Für sie zeigt das, wie jung viele Betroffene sind und wie unzureichend der bisherige Schutz ist[1][3].

Fernandes hat ihren Ex-Partner Christian Ulmen angezeigt. Ihm wird vorgeworfen, täuschend echte Fakeprofile von ihr angelegt zu haben[1][2][3]. Über diese Accounts sollen Männer kontaktiert worden sein. Es geht um sexuelle Chats sowie um das Verschicken erotischer Bilder und Videos, die Collien Fernandes sehr ähnlich sehen sollen[1][2][3].

Nach Medienberichten ermittelt ein Gericht in Palma de Mallorca, wo Fernandes Anzeige erstattet hat. Sie entschied sich für Spanien, weil dort spezifischere und strengere Gesetze gegen Gewalt an Frauen und digitale sexualisierte Gewalt gelten[3].


⭐️ Digitale sexualisierte Gewalt: Wo Betroffene jetzt schnell echte Hilfe finden

  • Beweise sichern
    Screenshots, Chatverläufe, Profil-URLs, Zeitstempel und ggf. Zeug*innen sichern und nicht löschen.
  • Zur Polizei gehen
    Strafanzeige bei jeder Polizeidienststelle oder online erstatten (je nach Bundesland möglich).
    Auf digitalisierte Beweise hinweisen und um Protokollkopie bitten.
  • Beratungsstellen nutzen
    • Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 08000 116 016 (kostenlos, 24/7, mehrsprachig)
    • Online-Beratung: www.hilfetelefon.de
    • Lokale Frauenberatungsstellen / Opferberatungen (z. B. über Landes-Frauenhäuser- oder Opferhilfeportale finden).
  • Rechtliche Unterstützung suchen
    Fachanwältinnen und Fachanwälte für Strafrecht oder Medien-/IT‑Recht konsultieren, z. B. über Anwaltskammern oder spezialisierte Kanzleien.
  • Plattformen in die Pflicht nehmen
    Verstöße direkt bei den Plattformen melden (Impressum, Abuse‑/Meldeformulare, „Report“-Funktionen).
    Löschung der Inhalte und Sperrung der Accounts verlangen.
  • Psychosoziale Hilfe in Anspruch nehmen
    Psychologische Beratung oder Trauma-Beratungsstellen nutzen.
    In einigen Bundesländern ist psychosoziale Prozessbegleitung möglich (über Gerichte oder Opferhilfestellen anfragen).
  • Nicht allein bleiben
    Vertrauenspersonen einbinden, ggf. an Selbsthilfegruppen oder Online-Communities für Betroffene wenden.
„Gewalt gegen Frauen“: 08000 116 016

Ulmens Anwälte sprechen im Zusammenhang mit den Anschuldigungen von »unwahren Tatsachen«. In einer Pressemitteilung erklärten sie, Christian Ulmen habe zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Fernandes oder anderen Personen hergestellt oder verbreitet. Zu einem mutmaßlichen Gewaltvorfall in Palma de Mallorca im Januar 2023 erklärten sie, es habe keine einseitigen Gewalthandlungen oder Bedrohungen durch Ulmen gegeben. Fernandes widersprach dieser Darstellung öffentlich auf Instagram[1].

Für Christian Ulmen gilt weiterhin in allen Punkten die Unschuldsvermutung[1][3][4]. Ermittlungen und mögliche Gerichtsentscheidungen stehen noch aus.

Fernandes begründet ihre Wortwahl mit mehreren Faktoren[1][2][3]. Nur wenige Fälle digitaler Gewalt werden angezeigt und ein erheblicher Teil der Anzeigen wird eingestellt[1][2]. Zudem sieht sie deutliche Lücken im deutschen Strafrecht[1][3]. Heimlich angefertigte intime Aufnahmen und Deepfakes seien zwar teilweise strafbar, aber nicht umfassend und oft schwer zu verfolgen[2][3].

Die Moderatorin hält die derzeit diskutierten Gesetzespläne in Deutschland für unzureichend. Aus ihrer Sicht braucht es klarere Straftatbestände und härtere Strafen, um Täterinnen und Täter wirksam abzuschrecken[1][3][4].

Spanien gilt in der Debatte als Vorbild, das Fernandes ausdrücklich nennt. Bereits 2004 wurde dort ein Gesetz verabschiedet, das Frauen vor Gewalt durch Männer schützt, mit denen sie in einer intimen Beziehung stehen oder standen. Dieses Gesetz wurde erweitert und umfasst inzwischen auch digitale sexuelle Gewalt und nicht einvernehmliche Pornografie. Für die Verbreitung intimer Aufnahmen ohne Einwilligung und für Deepfakes gelten teils deutlich höhere Strafen als in Deutschland[3].

Fernandes sieht darin ein Signal an Täterinnen und Täter: bestimme Handlungen werden klar benannt und streng sanktioniert. Deshalb hat sie ihre Anzeige in Spanien gestellt[3].

Collien Fernandes bei »Caren Miosga« – »Täterparadies Deutschland?«

Der Fall hat eine intensive öffentliche Debatte ausgelöst. Medien beleuchten sowohl die technischen Aspekte von Deepfakes und Identitätsdiebstahl als auch die rechtlichen Lücken. In Kommentaren und sozialen Netzwerken wird kontrovers diskutiert, wie gut Polizei und Justiz auf digitale sexualisierte Gewalt vorbereitet sind[2][4]. Kritische Stimmen bemängeln langsame Verfahren, unklare Zuständigkeiten und eine Überforderung der Behörden mit technischen Fragen.

Gleichzeitig warnen manche Kommentierende vor Vorverurteilungen Einzelner, solange Ermittlungen laufen und Gerichte noch nicht entschieden haben. Die Spannung zwischen Schutz der Betroffenen und rechtsstaatlichen Prinzipien wie Unschuldsvermutung ist ein zentrales Thema der Diskussion[2][4].

Mehr als 250 bekannte Frauen haben einen Forderungskatalog gegen sexualisierte Gewalt vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen digitale sexualisierte Gewalt, Deepfakes und das unerlaubte Verbreiten intimer Inhalte. Gefordert werden unter anderem ein eigenes Gesetzespaket zu digitaler Gewalt, schärfere Straftatbestände, ein Verbot sogenannter Nudify-Apps und eine nationale Strategie zur Bekämpfung männlicher Gewalt. Auch eine bessere Ausstattung und Spezialisierung von Ermittlungsbehörden gehört zu den Punkten[2][4].

Die Bundesregierung arbeitet an neuen Regelungen gegen digitale Gewalt, darunter zusätzliche Tatbestände für Deepfakes und das unerlaubte Teilen intimer Bilder[5]. Fachleute weisen aber darauf hin, dass Gesetze allein nicht reichen, wenn Polizei und Justiz personell und technisch nicht ausreichend vorbereitet sind[2][3].

Ob der Fall juristisch zu einem Präzedenzfall wird, ist noch offen. Die Ermittlungen dauern an und mögliche Gerichtsverfahren stehen erst am Anfang. Fest steht, dass die politische und gesellschaftliche Debatte weit über den Einzelfall hinausgeht. Fragen nach der Anpassung des Strafrechts, der technischen Aufrüstung der Strafverfolgung und einem besseren Schutz Betroffener prägen die Diskussion[2][3][4].

Fernandes’ Auftritt bei Caren Miosga bündelt diese Themen in einem zugespitzten Satz: Deutschland sei beim Thema digitale sexualisierte Gewalt noch immer ein »Täterparadies«[1]. Ob kommende Reformen diesen Eindruck ändern, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen[3][4][5].

Textquellen:
[1] DER SPIEGEL – Berichte zum Auftritt von Collien Fernandes und zu den Vorwürfen gegen Christian Ulmen (2026) — spiegel.de
[2] WDR – „Fall Fernandes: Was tun bei Deepfakes und falschen Profilen?“ (24.03.2026) — wdr.de
[3] BR24 – „Fall Fernandes: Wie Spanien digitale sexuelle Gewalt verfolgt“ (2026) — br.de
[4] tagesschau.de – „Fall Collien Fernandes: Zehn Forderungen gegen sexualisierte Gewalt“ (2026) — tagesschau.de
[5] Diverse Regierungs- und Medienberichte zu geplanten Gesetzen gegen digitale Gewalt in Deutschland (2026) — u. a. youtube.com // Bilddquellen: Instagram Screenshot, ARD


Zusammenfassung

Collien Fernandes kritisiert in der ARD-Sendung „Caren Miosga“ den Umgang Deutschlands mit digitaler sexualisierter Gewalt und spricht von einem „Täterparadies“. Sie schildert frustrierende Erfahrungen mit eingestellten Anzeigen und fordert geschulte Polizei, bessere Aufklärung an Schulen und schärfere Gesetze, besonders gegen Deepfakes und das Verbreiten intimer Bilder.

Im Hintergrund stehen ihre Vorwürfe gegen Ex-Partner Christian Ulmen, der sie laut Berichten mit Fakeprofilen und täuschend echten erotischen Inhalten geschädigt haben soll; seine Anwälte weisen dies zurück, es gilt die Unschuldsvermutung. Der Fall hat eine breite Debatte, einen Forderungskatalog prominenter Frauen und politische Initiativen für strengere Regeln ausgelöst – Spanien dient dabei als Vorbild.

HILFE-TELEFON: „Gewalt gegen Frauen“: 116 016

Sende
Benutzer-Bewertung
5 (1 Stimme)

Du magst vielleicht auch