+++ Alle feiern die Rückkehr von Miranda & Andy – doch nicht jeder kommt begeistert aus dem Kino +++ Nostalgie, Fashion, Drama ohne Ende – aber reicht das wirklich für „bester Film des Jahres“? +++
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Seit dem 30. April 2026 läuft „Der Teufel trägt Prada 2“ in den Kinos – und der Hype ist real. Auf Social Media ist der Trailer Dauergast, in Modeketten tauchen plötzlich wieder Runway-taugliche Blazer und absurd hohe Heels auf, und die Promo verspricht selbstbewusst „einen der besten Filme des Jahres“. Kein Wunder: Der erste Teil von 2006 war ein echter Volltreffer. An den Kinokassen erfolgreich, im Fernsehen rauf und runter wiederholt, im Streaming neu entdeckt – und bis heute in Memes, GIFs und TikToks präsent. „Der Teufel trägt Prada“ ist längst mehr als nur eine Komödie, es ist ein Kult-Text der 2000er-Popkultur geworden. Genau auf dieser Welle surft jetzt Teil 2.
Alle völlig besessen von »Der Teufel trägt Prada 2« – Die bittere Wahrheit hinter dem Mega-Hype trifft hart

Die Fortsetzung setzt von Anfang an auf Nostalgie. Schon in den ersten Minuten werden Fans mit kleinen Anspielungen auf den ersten Film belohnt: ikonische Details, berühmte Accessoires, Running Gags – inklusive der legendären blauen Gürtel. Das fühlt sich an wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten, nur eben in noch teureren Outfits. Optisch fährt der Film alles auf, was man von einem Runway-Universum erwartet. Stylishe Looks, die schreien: „Screenshot mich für dein Moodboard“, scharf geschnittene Power Suits, Office-Outfits mit Gänsehautgarantie. Der visuelle Overload ist ganz klar eine der großen Stärken von Teil 2, und genau das bringt die Leute massenweise zurück ins Kino.
Mehr Mensch hinter der Maske: Miranda wird nahbarer, Andy wieder getestet
Spannend ist, dass wir diesmal stärker hinter die Fassade der Figuren blicken. Vor allem Miranda wirkt nicht mehr nur wie der unantastbare Eisblock an der Spitze von Runway. Sie zeigt Brüche, Verletzlichkeit, Momente, in denen der Druck der Branche durchscheint. Das nimmt ihr nichts von ihrer ikonischen Präsenz, macht sie aber vielschichtiger. Auch Andy wird erneut ins Feuer geworfen. Wieder muss sie sich beweisen, wieder steht ihre Loyalität auf dem Prüfstand, wieder prallen Karriereambitionen und persönliches Glück aufeinander. Nur spielt das alles jetzt in einer Medienwelt, die von Social Media, Dauer-Optimierung und öffentlicher Bewertung geprägt ist. Wer selbst in Medien, Mode, PR oder Content arbeitet, dürfte viele Szenen erschreckend real finden – was die Glaubwürdigkeit erhöht, aber den Eskapismus etwas bremst.
⭐️ Das Wichtigste in Kürze
- Der erste Teil „Der Teufel trägt Prada“ (2006) gilt bis heute als Kultfilm der 2000er.
- Teil 1 machte Miranda Priestly (Meryl Streep) zur ikonischen „Teufel-Chefin“ und prägte unzählige Memes.
- Die Fortsetzung „Der Teufel trägt Prada 2“ läuft seit dem 30. April 2026 in den deutschen Kinos.
- Teil 2 setzt stark auf Nostalgie: Easter Eggs, bekannte Motive und der ikonische Runway-Style kehren zurück.
- Miranda zeigt im zweiten Teil mehr menschliche und verletzliche Seiten als im Original.
- Die Story von Teil 2 wirkt vertraut, weil erneut eine Krise bei Runway und Andys Bewährungsprobe im Fokus stehen.
- Der Film gilt als absolut sehenswert für Fans des ersten Teils, auch wenn er erzählerisch wenig Risiko eingeht.
Bekanntes Muster statt Risiko: Warum nicht alle vom Hocker gerissen werden
So stark Nostalgie, Optik und Figurenmomente auch sind: Die Story wirkt insgesamt sehr vertraut. Wieder gibt es eine Krise bei Runway, wieder ein Machtspiel zwischen Chefin und Angestellter, wieder das Ringen um Selbstbestimmung im Schatten eines gigantischen Mode-Imperiums. Vieles fühlt sich an wie eine modernisierte, gesteigerte Wiederholung des ersten Teils, nicht wie ein radikal neuer Ansatz. Man merkt deutlich, dass hier auf Nummer sicher gegangen wird. Fans sollen bekommen, was sie lieben – und möglichst niemand verprellt werden. Das ist clever aus Marketing-Sicht, nimmt dem Film aber ein wenig die Überraschung. Interessant: Das Ende von Teil 2 dürfte für viele sogar stärker wirken als das Finale des Originals. Emotionale Entscheidungen werden klarer durchgezogen, die Geschichte wirkt runder abgeschlossen. Dramaturgisch traut sich der Film am Schluss etwas mehr Konsequenz, ohne den Ton des Franchise zu brechen.
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Alle völlig besessen von »Der Teufel trägt Prada 2« – Die bittere Wahrheit hinter dem Mega-Hype trifft hart
Der Erfolg des ersten Films ist ein wichtiger Faktor für den aktuellen Hype. 2006 hat „Der Teufel trägt Prada“ nicht nur an der Kasse funktioniert, sondern sich tief in die Popkultur eingebrannt. Miranda Priestly wurde zum Archetyp der gnadenlosen Chefin, ihre Sprüche und Blicke sind bis heute Meme-Material. Im Streaming-Zeitalter wurde der Film noch einmal neu entdeckt: Generationen, die damals zu jung waren, haben ihn nachgeholt, andere haben ihn zigmal gerewatcht. Genau deshalb wirkt Teil 2 mehr wie ein Event als „nur“ eine Fortsetzung. Viele gehen ins Kino, um in ein vertrautes Universum zurückzukehren, das längst fester Bestandteil ihres Film-Alltags ist. Der Hype ist also nicht nur cleveres Marketing, sondern auch das Echo von fast zwei Jahrzehnten Kultstatus.
Ist „Der Teufel trägt Prada 2“ wirklich einer der besten Filme des Jahres?
Die Antwort hängt stark davon ab, was man erwartet. Als Fashion-Event liefert der Film fast lückenlos ab: opulente Ausstattung, ikonische Looks, Nostalgie pur. Als Fan-Service-Fortsetzung, die das Gefühl von Teil 1 wiederbelebt, funktioniert er sehr gut. Wer allerdings auf einen mutigen, stilistisch wie inhaltlich überraschenden Film hofft, bekommt eher eine sehr hochwertige, aber doch recht sichere Variation bereits bekannter Motive. Unterm Strich ist „Der Teufel trägt Prada 2“ ein sehenswerter, stilvoller Crowdpleaser mit reichlich Gänsehautmomenten für Fans und einigen bitteren Wahrheiten über die Medien- und Modewelt. Ob er wirklich zu den besten Filmen des Jahres zählt, lässt sich kaum objektiv beantworten – aber zu den meistdiskutierten gehört er schon jetzt.
Fazit: Hype mit Stil – und klaren Grenzen
Der erste Teil war ein Phänomen, über das auch Jahre später noch gesprochen wurde. Genau dieses Echo trägt die Fortsetzung. Der zweite Film ist stärker als bloßer Fan-Service, aber zu vorsichtig für den ganz großen Wurf. Was bleibt, ist ein glamouröses, pointiert erzähltes Wiedersehen mit Figuren, die längst zu Popkultur-Ikonen geworden sind – und ein Kinoerlebnis, über das noch lange gesprochen wird, auch wenn es nicht jede Erwartung sprengt.
Textquelle: kino.de, Artikel „Großer Hype um ‚Der Teufel trägt Prada 2‘: Ist er wirklich einer der besten Filme des Jahres?“ (Abruf: 2026, https://www.kino.de) // Bildquelle: Shutterstock