+++ Goldene Palme für „FJORD“ – doch alle reden über Küsse, Kleider und Krisen-Talks +++ Deutsche Gänsehaut, Streaming-Deals, Star-Drama: So wild war Cannes 2026 hinter den Kulissen +++
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Wenn Cannes ruft, kommen sie alle. Regie-Legenden, Modehäuser, Influencerinnen, Skandalmagnete. Zwischen Blitzlichtgewitter, Champagner und streng kuratierten Selfies ging beim 79. Festival de Cannes 2026 aber vor allem eins klar: Das Kino zeigt Zähne. Und die Stars liefern den Gossip gleich mit.
Cannes 2026: Geheime Küsse, Fashion-Pannen – und Überraschungs-Sieg für »FJORD«
Der große Triumph des Abends: „FJORD“ von Cristian Mungiu schnappt sich die Goldene Palme. Überreicht wurde sie von niemand Geringerer als Tilda Swinton. Sie sah mit weißblondem Haircut und skulpturalem Kleid erneut aus, als sei sie einem anderen Planeten entstiegen. Auf Social Media machten Memes die Runde, die sie liebevoll als „High Priestess of Cinema“ feierten.

Der Abend gehörte aber nicht nur Mungiu. Den Grand Prix sicherte sich „MINOTAURE“ von Andreï Zviaguintsev. Er wurde überreicht von Zoe Saldaña, die auf dem roten Teppich lässig zwischen Marvel-Fangirls und Cineasten pendelte.
Preisregen: Deutsche Gänsehaut, japanische Eleganz, belgische Wucht
Auch aus deutscher Sicht gab es Anlass für Gänsehautmomente. Valeska Grisebach holte mit „DAS GETRÄUMTE ABENTEUER“ den Jury-Preis. Ein klarer Fingerzeig, dass das deutsche Autorenkino international wieder deutlich lauter wahrgenommen wird.
Beim Regiepreis gab es ein Doppel. Javier Calvo und Javier Ambrossi wurden für „LA BOLA NEGRA“ geehrt, Pawel Pawlikowski für „FATHERLAND“. Die Jury setzte damit klar auf Handschriften, die man sofort erkennt. Und die keine Angst vor politischer Reibung haben.
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Das Drehbuch-Highlight kam aus Frankreich. Emmanuel Marre wurde für „NOTRE SALUT“ ausgezeichnet. In den Partys hinterher kursierte schnell der Satz, sein Skript sei „so präzise wie ein Skalpell und so fies wie ein Kater nach der Closing Night“.
Beeindruckend auch die Schauspielpreise. Virginie Efira und Tao Okamoto wurden gemeinsam für „SOUDAIN“ von Hamaguchi Ryusuke geehrt. Der Film sorgte schon bei der Premiere für flüsternde Reihen, weil sich die beiden in intensiven, stillen Szenen alles aus den Gesichtern spielen. Bei den Darstellern räumten Emmanuel Macchia und Valentin Campagne für „COWARD“ ab. Ihr Auftritt wurde schnell als „emotionales Trommelfeuer im Smoking“ beschrieben. Ein Film, der angeblich noch an der Croisette zu hitzigen Beziehungsgesprächen führte.
Un Certain Regard, Short-Palme & Nachwuchs – Cannes denkt an morgen
In der Reihe Un Certain Regard krönte die Jury „EVERYTIME“ von Sandra Wollner. Dazu kamen Preise für „ELEPHANTS IN THE FOG“ (Jury-Preis) und „IRON BOY“ (Special Jury Prize). Titel, die man sich jetzt schon für den Arthouse-Kalender vormerken darf.
Die Short-Palme ging an „PARA LOS CONTRINCANTES“ von Federico Luis. Insiderinnen erzählten, nach der Premiere habe man in den Festivalbars fast nur noch über diesen Kurzfilm gesprochen. Diese typische Cannes-Mischung. 20 Minuten Laufzeit, dafür stundenlange Debatten.
Die Caméra d’Or für den besten Erstlingsfilm ging an „BEN’IMANA“ von Marie-Clémentine Dusabejambo. Ein stiller Gewinner. Er sendet aber genau diese Art von Signal, für die Cannes geliebt wird. Neue Stimmen werden ernst genommen. Und prominent platziert.
In der La-Cinef-Sektion dominierte der Nachwuchs die Diskussionen. „LASER-GATO (Laser-Cat)“ holte den ersten Preis, „SILENT VOICES“ den zweiten, dazu ein geteilter dritter Platz für „ALDRIG NOK (Never Enough)“ und „GROWING STONES, FLYING PAPERS“. Filmhochschulen aus den USA, Frankreich und Deutschland schickten damit ein deutliches Statement. Die nächste Regiegeneration steht schon vor der Tür. Mit absurden Katzen, politischem Druck und sehr wenig Geduld für alte Strukturen.
Roter Teppich: Küsse, Kleider-Pannen und stille Machtspiele
Natürlich wäre Cannes nicht Cannes ohne den roten Teppich als eigene Bühne. Zwischen tief ausgeschnittenen Couture-Roben und radikal minimalistischen Anzügen ging ein Trend klar nach vorne. „Understated Rich“ – teure Stoffe, wenig Bling, maximaler Effekt. Ein gewisser Megastar tauchte demonstrativ im wiederverwerteten Kleid einer nachhaltigen Luxusmarke auf. Und ließ sich mit jeder Menge „Green Carpet“-Fragen abfeiern.
In den Social-Feeds gingen zwei Momente viral. Ein überraschend inniger Kuss zweier Co-Stars, der offiziell als „freundschaftliche Begrüßung“ verkauft wurde. Sowie ein fast schon legendärer Stiletto-Malheur-Moment an der Treppe des Palais. Ein Designer haute hinterher halb genervt, halb begeistert raus, der Sturz sei „besser als jede Werbekampagne“ gewesen.
Hinter den Kulissen wurde über Machtverschiebungen spekuliert: Wer sitzt nächstes Jahr in der Jury? Welche Streamer sichern sich brutal früh die heißesten Titel? Und welcher gefeierte Arthouse-Regisseur flirtet gerade ernsthaft mit einer Big-Budget-Serie? Cannes war wie immer Messe, Marktplatz und Mythos in einem – nur dieses Jahr mit noch sichtbarerem Einfluss der Streaming-Giganten, die diskret, aber sehr entschlossen Deals einfädelten.
Cannes 2026: Geheime Küsse, Fashion-Pannen – und Überraschungs-Sieg für »FJORD«
Das Festival de Cannes 2026 zeigte wieder seine Doppelrolle. Vorn auf der Bühne: ernsthafte Kunst, politisch aufgeladene Stoffe, radikale Handschriften, gefeiert mit Palmen und Preisen. Im Hintergrund: Selfie-Jagden, Mode-Schlachten, Gerüchte um Affären, Deals und Karriere-Plots.
Mit „FJORD“ als Goldene-Palme-Gewinner, starken Auftritten aus Deutschland, Frankreich, Japan und Osteuropa und einem lauten Nachwuchs im Kurz- und Hochschulbereich bleibt Cannes das, was es am besten kann: ein Ort, an dem das Kino sich selbst inszeniert – und die Stars gleich mit.
Textquellen: Offizielle Gewinnerliste Festival de Cannes 2026 (79. Ausgabe), https://www.festival-cannes.com/en/press/press-releases/the-79th-festival-de-cannes-winners-list/, ergänzende Berichterstattung und Brancheninfos aus aktuellen Online-Filmmedien, Entertainment-Portalen und Social-Media-Beobachtungen rund um das Festival de Cannes 2026 // Bildquelle: Festival Cannes