Elize Matsunaga bei Netflix: Was in jener Nacht wirklich geschah – die wahre Geschichte hinter dem Blutbad

Im Zentrum steht Elize Matsunaga, geboren 1981 im Süden Brasiliens, aufgewachsen in Armut. Gute Schülerin, große Träume, wenig Chancen. Sie zieht nach Curitiba, beginnt eine Ausbildung zur Krankenpflegerin, arbeitet später in São Paulo als Escort. Dort kreuzen sich ihre Wege mit Marcos Kitano Matsunaga, Erbe des Lebensmittelkonzerns Yoki. Er ist verheiratet, reich, bestens vernetzt und bald mehr als nur Kunde.

Lesezeit: 3 Minuten
Die Netflix-Dokuserie „Elize Matsunaga – Es war einmal ein Mord“ klingt wie ein düsteres Märchen aus der True-Crime-Hölle. Reich trifft arm, Escort trifft Erben – und am Ende liegt ein erfolgreicher Unternehmer zerstückelt in Taschen. Brasilien war geschockt, die Medien liefen heiß, Netflix sicherte sich die Story.

Elize Matsunaga bei Netflix: Was in jener Nacht wirklich geschah – die wahre Geschichte hinter dem Blutbad

Elize Matsunaga bei Netflix: Was in jener Nacht wirklich geschah – die wahre Geschichte hinter dem Blutbad

Im Zentrum steht Elize Matsunaga, geboren 1981 im Süden Brasiliens, aufgewachsen in Armut. Gute Schülerin, große Träume, wenig Chancen. Sie zieht nach Curitiba, beginnt eine Ausbildung zur Krankenpflegerin, arbeitet später in São Paulo als Escort. Dort kreuzen sich ihre Wege mit Marcos Kitano Matsunaga, Erbe des Lebensmittelkonzerns Yoki. Er ist verheiratet, reich, bestens vernetzt und bald mehr als nur Kunde.

Über Jahre trifft er sich mit Elize. Schließlich lässt er sich scheiden und heiratet sie 2009. Für Außenstehende wirkt es wie ein Aufstieg in ein Luxusleben: wohlhabender Ehemann, erfolgreiche Firma, Kind, schicke Wohnung. Doch hinter der Fassade brodelt es. Misstrauen, E-Mails, Escortkontakte, Vorwürfe, Kontrollen – die Ehe wird zum Minenfeld.

Elize wittert eine Affäre. Sie findet Mails an eine Escortdame, engagiert einen Privatdetektiv. Der liefert Fotos: Marcos mit einer anderen Frau. Aus Eifersucht wird Wut, aus Wut Angst um Status, Kind und Zukunft. Am 19. Mai 2012 entscheidet sie sich zur Konfrontation – und zur Eskalation.

Der Ablauf der Tat liest sich wie ein Drehbuch. Sicherheitskameras filmen, wie das Paar mit Kind und Kindermädchen im Wohnkomplex ankommt. Später holt Marcos noch Pizza, telefoniert mit seinem Vater – seine letzten Bilder als lebender Mann. Stunden danach ist er tot. Ein Schuss in den Kopf, abgefeuert von Elize. Danach: etwa zwölf Stunden Leere, dann Zerteilung des Körpers mit einem großen Messer.

Besonders bizarr: Elize fährt mit den Taschen im Kofferraum los, wird von der Polizei angehalten, bekommt nur ein Ticket wegen abgelaufener Papiere. Die Leiche bleibt unentdeckt. Sie ändert ihren Plan, verteilt die Taschen im Großraum São Paulo. Wenig später tauchen die Teile auf – und der Fall explodiert in der Öffentlichkeit.

Die Ermittlerinnen und Ermittler landen schnell bei Elize. Überwachungsvideos, Bewegungsprofile, ihr Verhalten: Alles deutet auf sie. Am 4. Juni 2012 wird die Leiche als Marcos Kitano identifiziert, am selben Tag wird Elize festgenommen. Zwei Tage später gesteht sie. Doch beim Motiv gehen die Versionen auseinander.

Elize behauptet, im Affekt gehandelt zu haben, ausgelöst durch Beleidigungen und Drohungen. Marcos habe ihr das Kind wegnehmen wollen, sie beschimpft und ihre Vergangenheit als Escort gegen sie verwendet. Sie spricht von Notwehr, von einem Schuss, der sich in einer eskalierenden Situation gelöst habe. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders: kalt, geplant, berechnend. Zudem steht der Verdacht im Raum, sie könnte Hilfe beim Zerteilen gehabt haben – ein Punkt, der aber nie bewiesen wird.

Am Ende verurteilt das Gericht Elize 2016 zu knapp 20 Jahren Haft. In der Wohnung der Matsunagas werden mehr als 30 Schusswaffen gefunden. Das Paar ging regelmäßig jagen, posierte mit Trophäen. Eine dieser Waffen beendet nicht nur ein Leben, sondern sprengt eine ganze Scheinwelt aus Wohlstand, Aufstieg und Familienglück.

Heute sitzt Elize nicht mehr durchgehend hinter Gittern. Für die Doku begleitete Regisseurin Eliza Capai sie bei Freigängen. Die Kamera folgt ihr aus der Haftanstalt hinaus in ein Leben, das nie wieder „normal“ sein wird. Elize erzählt ihre Version, versucht, Tat, Vergangenheit und Schuld einzuordnen. Dazu kommen Stimmen der Familie von Marcos, Angehörigen und Ermittler*innen.

Zwei Bilder prallen aufeinander: das der berechnenden Mörderin und das der verletzten, getriebenen Frau. Dazwischen steht das gemeinsame Kind, das bei Verwandten aufwächst – weit weg von Kameras, aber nicht von dieser Geschichte.

Wer den Fall komplett nacherleben will:
„Elize Matsunaga – Es war einmal ein Mord“ ist als True-Crime-Dokuserie bei Netflix verfügbar und dort jederzeit streambar.

Textquelle: Netflix, Vodafone.de // Bildquelle: Netflix, Stock Adobe


Zusammenfassung

Die Netflix-Dokuserie „Elize Matsunaga – Es war einmal ein Mord“ zeigt einen realen True-Crime-Fall aus Brasilien. Elize, aus armen Verhältnissen, heiratet den reichen Lebensmittel-Erben Marcos Kitano Matsunaga. Hinter dem scheinbaren Luxusleben eskalieren Eifersucht und Affärenverdacht. 2012 erschießt sie Marcos, zerstückelt seine Leiche und entsorgt die Teile bei São Paulo. Ermittlungen, Überwachungsvideos und ihr Geständnis führen zu fast 20 Jahren Haft. Die Doku begleitet Elize auf Freigängen und stellt ihre Sicht den Aussagen von Familie und Ermittlern gegenüber.

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