»Der Super Mario Galaxy Film« in der Kritik: Gute Laune trifft auf dünne Geschichte
+++ Mario, Luigi und ihre Freunde starten in ein farbenprächtiges Weltraumabenteuer +++ Zahlreiche Anspielungen erinnern an mehr als 40 Jahre Videospielgeschichte +++ Trotz viel Humor und sympathischer Figuren bleibt die Handlung erstaunlich schlicht +++
Mit „Der Super Mario Galaxy Film“ schicken Nintendo und Illumination ihre berühmten Klempnerbrüder erneut auf ein großes Abenteuer – und diesmal gleich hinaus ins All. Das Ergebnis ist ein knallbunter, rasanter und ausgesprochen gut gelaunter Animationsfilm. Große erzählerische Überraschungen sollte allerdings niemand erwarten.
Der Film funktioniert vor allem über seinen Humor, seine liebenswerten Figuren und die zahlreichen Bezüge zu den Nintendo-Spielen. Auch ohne Mario-Vorkenntnisse lässt sich das Abenteuer problemlos verstehen. Wer die Games kennt, dürfte allerdings wesentlich mehr Anspielungen, Figuren und kleine Details entdecken.
Darum geht es in „Der Super Mario Galaxy Film“
Mario und Luigi haben sich im Pilz-Königreich eingelebt und helfen dort bei größeren und kleineren Problemen. Gleichzeitig bemühen sie sich darum, den nach den Ereignissen des ersten Films geschrumpften Bowser auf den richtigen Weg zurückzuführen.
Als Prinzessin Peachs Geburtstag bevorsteht, scheint zunächst alles auf eine ausgelassene Feier hinauszulaufen. Doch dann erreicht die Freunde ein Hilferuf aus den Tiefen des Alls. Bowser Jr. verfolgt einen gefährlichen Plan und Prinzessin Rosalina benötigt dringend Hilfe.
Mario, Luigi, Peach, Toad und ihre Verbündeten brechen zu einer Reise durch verschiedene Galaxien auf. Dabei begegnen sie neuen Welten, ungewöhnlichen Gegnern und zahlreichen bekannten Elementen aus dem Nintendo-Universum. Auch Yoshi spielt bei dem neuen Abenteuer eine wichtige Rolle.
Ein Film, der sofort gute Laune macht
Die größte Stärke des Films liegt in seiner unbekümmerten Stimmung. „Der Super Mario Galaxy Film“ will kein tiefgründiges Animationsdrama sein, sondern leicht zugängliche Unterhaltung bieten. Genau das gelingt ihm über weite Strecken sehr gut.
Die Figuren sind sympathisch, die Schauplätze farbenprächtig und der Humor funktioniert auch für Erwachsene. Das Tempo bleibt hoch, ohne dass der Film vollständig im Chaos versinkt. Viele kleine Gags und liebevolle Details sorgen dafür, dass man dem Geschehen gerne folgt.
Besonders gelungen ist die Verbindung zwischen Film und Spielwelt. Selbst ohne eigene Spielerfahrung ist deutlich zu erkennen, wie viele Elemente aus den Mario-Games übernommen wurden. Nintendo-Fans dürften noch wesentlich mehr Verweise und sogenannte Easter Eggs entdecken.
Eine Liebeserklärung an mehr als 40 Jahre Videospielgeschichte
Was mir an „Der Super Mario Galaxy Film“ besonders gefällt, ist seine enge Verbindung zur Geschichte der Videospiele. Mario ist längst mehr als eine Spielfigur. Er gehört zur Popkultur der 1980er- und 1990er-Jahre und begleitet inzwischen mehrere Generationen.
Seinen ersten Auftritt hatte Mario 1981 im Arcade-Spiel „Donkey Kong“ – damals noch unter dem Namen Jumpman. Seine Aufgabe bestand darin, Pauline aus den Händen des namensgebenden Gorillas zu retten. Vier Jahre später erschien „Super Mario Bros.“ für das Famicom beziehungsweise das Nintendo Entertainment System. Das Spiel machte den Klempner endgültig zur Ikone und prägte das klassische, seitlich scrollende Jump ’n’ Run.

Ein weiterer großer Entwicklungsschritt folgte 1996 mit „Super Mario 64“. Das Spiel war nicht das erste Computerspiel mit echter 3D-Grafik. Es war jedoch Marios erstes Abenteuer in einer frei begehbaren dreidimensionalen Welt und gilt bis heute als Meilenstein des Genres.
Die Bewegungsfreiheit, die analoge Steuerung und der Umgang mit der Kamera setzten damals Maßstäbe für zahlreiche spätere 3D-Spiele. Für viele Menschen steht „Super Mario 64“ deshalb sinnbildlich für den Sprung der Videospiele in die dritte Dimension.
2007 führte „Super Mario Galaxy“ diese Entwicklung auf der Nintendo Wii weiter. Unterschiedliche Planeten, wechselnde Schwerkraft und Reisen durch den Weltraum machten das Spiel zu einem der bekanntesten Titel der Reihe. Genau diese Welt bildet die wichtigste Grundlage für den neuen Film.
Nostalgie, die nicht wie ein Museumsbesuch wirkt
Der Film verlässt sich erfreulicherweise nicht nur auf bekannte Namen. Er verwandelt die jahrzehntelange Geschichte der Spiele in eine lebendige, moderne Abenteuerwelt. Viele Figuren, Bewegungen, Gegenstände und Schauplätze erinnern unmittelbar an die Games, ohne dass der Film wie eine bloße Aneinanderreihung von Zitaten wirkt.
Auch Donkey Kong erhält einen kurzen, stummen Auftritt. Er gehört in diesem Film zwar nicht zu den Hauptfiguren, ist aber während der Rückblende zu Yoshis Vorgeschichte zu entdecken. Das ist eine besonders schöne Reminiszenz: Schließlich begann Marios Geschichte 1981 ausgerechnet im Spiel „Donkey Kong“.
Als Fan der Popkultur der 1980er- und 1990er-Jahre mag ich diese Verbindung zwischen den verschiedenen Epochen besonders. Der Film erinnert daran, wie stark Mario und Nintendo die Entwicklung der Games geprägt haben.
Gleichzeitig zeigt der jahrzehntelange Erfolg der Figuren, dass diese Welt längst nicht nur von Nostalgie lebt. Kinder entdecken Mario heute ebenso selbstverständlich wie frühere Generationen vor dem Arcade-Automaten, dem NES oder dem Nintendo 64.
Diese lange gemeinsame Geschichte ist vermutlich auch ein Grund dafür, weshalb der Film trotz seiner sehr einfachen Handlung funktioniert: Er greift Erinnerungen auf, macht sie für eine neue Generation zugänglich und behandelt die Welt der Spiele mit sichtbar viel Zuneigung.
Mein heimlicher Star: Bowser
Mein persönliches Highlight ist Bowser. Der einst so mächtige Gegenspieler steckt zunächst in einem überraschend kleinen Format fest, bevor er später wieder zu imposanter Größe zurückfindet.
Gerade dieser Gegensatz funktioniert wunderbar: Der gefährliche „Drachenvater“ wirkt in seiner Miniaturausgabe beinahe niedlich, bleibt aber unverkennbar Bowser. Auch seine Beziehung zu Bowser Jr. bringt einige der unterhaltsamsten Momente des Films hervor.
Die Vater-Sohn-Dynamik verleiht beiden Figuren zumindest etwas mehr Persönlichkeit, als es die eigentliche Geschichte ermöglicht. Bowser ist deshalb nicht nur Gegenspieler, sondern zugleich eine der komischsten und sympathischsten Figuren des Films.
Viel Mario, aber wenig Geschichte
So unterhaltsam das Abenteuer ist, seine Handlung bleibt ausgesprochen dünn. Natürlich richtet sich der Film ausdrücklich an Familien und Kinder. Trotzdem haben andere Animationsfilme mehrfach bewiesen, dass familienfreundliche Unterhaltung durchaus mit einer ausgeklügelteren Geschichte verbunden werden kann.
Hier dient die Handlung hauptsächlich dazu, Mario und seine Freunde möglichst schnell von einer farbenfrohen Kulisse zur nächsten zu schicken. Konflikte werden unkompliziert eingeführt und ebenso unkompliziert wieder gelöst. Wirklich überraschende Wendungen oder emotionale Tiefe bleiben weitgehend aus.
Das ist leichte Kost im positiven Sinne – aber eben auch ein Film, von dem nach dem Abspann erzählerisch nicht besonders viel hängen bleibt.
Die Musik läuft nahezu ohne Pause
Ein weiterer Schwachpunkt ist die Musik. Sie begleitet den Film beinahe ununterbrochen und drängt sich dadurch stärker in den Vordergrund, als es der Geschichte guttut.
Grundsätzlich passt der energiegeladene Sound natürlich zur bunten und schnellen Mario-Welt. Weil jedoch kaum eine Szene ohne musikalische Begleitung auskommt, verlieren einzelne Stücke ihre Wirkung. Etwas mehr Ruhe hätte einigen Momenten gutgetan und zugleich den Dialogen sowie den Bildern mehr Raum gegeben.
Die Musik ist nicht schlecht, bleibt aber erstaunlich belanglos. Gerade bei einem Film, der so stark von einer bekannten Spielewelt geprägt ist, wäre eine markantere musikalische Handschrift wünschenswert gewesen.
Die deutsche Synchronfassung überzeugt
Die deutsche Fassung kann sich hören lassen. Mario wird von Leonhard Mahlich gesprochen, der auch regelmäßig als deutsche Stimme von Chris Pratt zu hören ist. Dadurch bleibt die Verbindung zum englischen Originalsprecher erhalten.
Gerrit Schmidt-Foß spricht Luigi, Tobias Meister übernimmt Bowser und Dalia Schmidt-Foß ist als Prinzessin Peach zu hören. Die Stimmen passen gut zu den Figuren und tragen wesentlich dazu bei, dass der Film auch auf Deutsch lebendig und sympathisch wirkt.
Die Synchronisation fällt während des Films nicht unangenehm auf – und das ist bei einem Animationsfilm meistens ein sehr gutes Zeichen.
Lohnt sich „Der Super Mario Galaxy Film“?
„Der Super Mario Galaxy Film“ ist ein unterhaltsames, farbenprächtiges und sympathisches Weltraumabenteuer. Der Humor funktioniert, die Figuren machen Spaß und die zahlreichen Spielbezüge dürften besonders Nintendo-Fans begeistern.
Auch ohne Vorkenntnisse lässt sich der Film problemlos anschauen. Einige Anspielungen werden sich dann zwar nicht vollständig erschließen, für das Verständnis der Geschichte spielt das jedoch keine entscheidende Rolle.
Wer einen unkomplizierten Familienfilm sucht, der gute Laune macht und nicht übermäßig fordert, bekommt genau das. Für eine höhere Bewertung fehlen jedoch eine gehaltvollere Geschichte und eine Musik, die nicht nahezu jede Szene dauerhaft beschallt.
⭐️⭐️⭐️ Bewertung: 3 von 5 Sternen
Wo kann man „Der Super Mario Galaxy Film“ streamen?
„Der Super Mario Galaxy Film“ ist in Deutschland unter anderem bei Amazon Prime Video und Apple TV digital erhältlich. Dabei handelt es sich derzeit um einen kostenpflichtigen Leih- beziehungsweise Kauftitel und nicht um einen Film, der ohne Aufpreis im regulären Prime-Abonnement enthalten ist.
Der digitale Heimkinostart erfolgte im Mai 2026. Zusätzlich ist der Film auf DVD, Blu-ray und 4K Ultra HD erhältlich.
Fakten zu „Der Super Mario Galaxy Film“
Originaltitel: The Super Mario Galaxy Movie
Genre: Animation, Abenteuer, Komödie, Familie
Regie: Aaron Horvath und Michael Jelenic
Drehbuch: Matthew Fogel
Produktion: Illumination und Nintendo
Deutscher Kinostart: 1. April 2026
Laufzeit: 98 Minuten
Altersfreigabe: FSK 6
Originalstimmen: Chris Pratt, Anya Taylor-Joy, Charlie Day, Jack Black, Keegan-Michael Key, Brie Larson und Benny Safdie
Deutsche Stimmen: Leonhard Mahlich, Dalia Schmidt-Foß, Gerrit Schmidt-Foß, Tobias Meister, Dirk Petrick und Yvonne Greitzke
Digital erhältlich: unter anderem bei Amazon Prime Video und Apple TV als Leih- oder Kauftitel
Textquellen: Nintendo: Der Super Mario Galaxy Film – Handlung und Besetzung https://www.nintendo.com/de-de/Diverses/Der-Super-Mario-Galaxy-Film-2915226.html, Nintendo: Super Mario 64 – Marios Entwicklung vom 2D- zum 3D-Abenteuer https://www.nintendo.com/jp/titles/20010000013027.html, Nintendo: Unternehmens- und Spielegeschichte https://www.nintendo.co.jp/corporate/release/en/2026/260310.html, Universal Pictures Home Entertainment: Digital- und Heimkinoveröffentlichung https://www.universalpicturesathome.com/press-release/the-super-mario-galaxy-movie-press-release, Deutsche Synchronkartei: Der Super Mario Galaxy Film https://www.synchronkartei.de/film/62417, Nintendo Life: Donkey Kongs Auftritt im Galaxy-Film
https://www.nintendolife.com/guides/is-donkey-kong-in-the-super-mario-galaxy-movie, Apple TV: Der Super Mario Galaxy Film https://tv.apple.com/de/movie/der-super-mario-galaxy-film/umc.cmc.48lrb0v87osrqj3679ifs8py6 // Bildquelle: Adobe Stock
Zusammenfassung
„Der Super Mario Galaxy Film“ verbindet gute Laune und sympathische Figuren mit mehr als 40 Jahren Nintendo-Geschichte. Die dünne Handlung und die pausenlose Musik verhindern eine höhere Bewertung.









