»Gladiators – Die Show der Giganten« bei Prime Video: Dieses Comeback ist erstaunlich langweilig
+++ „Gladiators – Die Show der Giganten“ bringt eine Kultshow der 90er-Jahre zurück +++ Frank Buschmann, Jan Köppen und Laura Wontorra führen durch die Neuauflage +++ Trotz großer Arena und kräftiger Gladiatoren fehlt es der ersten Folge an Spannung +++ Meine Kritik: nur ein Stern +++
Muskeln, Kraftproben und eine große Arena: Mit „Gladiators – Die Show der Giganten“ wollen Prime Video und RTL eine Kultshow der 90er-Jahre wiederbeleben. Die Voraussetzungen für unterhaltsames Actionfernsehen sind vorhanden. Nach der ersten Folge bleibt bei mir trotzdem vor allem ein Eindruck zurück: Das ist erstaunlich langweilig.
Worum geht es bei „Gladiators – Die Show der Giganten“?
In der sportlichen Gameshow treten Kandidatinnen und Kandidaten – die sogenannten Contenders – in verschiedenen Disziplinen gegen ein Team professioneller Athletinnen und Athleten an. Diese Gladiatoren tragen Namen wie Comet, Fire, Beast oder Giant und sollen ihren Herausforderern mit Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer das Leben schwer machen.
In acht Vorrunden treten jeweils zwei Frauen und zwei Männer an. Die gesammelten Punkte verschaffen ihnen einen zeitlichen Vorteil für den „Eliminator“, einen abschließenden Hindernisparcours. Wer sich dort durchsetzt, zieht in die nächste Runde ein.
Die fünfteilige Staffel umfasst nach Angaben von RTL 17 Gladiatorinnen und Gladiatoren sowie insgesamt 13 Spiele. Alle Folgen sind seit dem 6. August 2026 bei Prime Video abrufbar. Ab dem 4. September zeigt RTL die Show im Free-TV; außerdem wird sie auf RTL+ angeboten.
Die Moderatoren sind das Beste an der ersten Folge
Moderiert wird „Gladiators“ von Frank „Buschi“ Buschmann, Jan Köppen und Laura Wontorra. Das Trio ist bereits aus „Ninja Warrior Germany“ bekannt – und diese Vertrautheit hilft der neuen Show.
Die drei wissen, wie man sportliche Wettkämpfe begleitet und ihnen zumindest verbal etwas Dynamik verleiht. Sie wirken eingespielt, professionell und sympathisch. Für mich waren sie das mit Abstand Beste an der ersten Folge.
Doch selbst erfahrene Moderatoren können nur begrenzt Spannung erzeugen, wenn sie in den eigentlichen Wettkämpfen kaum vorhanden ist.

Große Arena, langweilige Kämpfe
Auf dem Papier bringt das Format alles mit, was eine spektakuläre Unterhaltungsshow benötigt: eine große Arena, körperlich starke Profis, ehrgeizige Herausforderer und verschiedene Wettkampfdisziplinen. In der Umsetzung sprang der Funke bei mir trotzdem nicht über.
Die Kämpfe wirkten überraschend ereignisarm. Natürlich wird gerannt, gedrückt, gezogen und gerungen. Aber nur weil Menschen sichtbar viel Kraft einsetzen, entsteht noch keine packende Fernsehsendung. Dafür fehlen interessante Persönlichkeiten, echte Überraschungen und Momente, in denen man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.
Die Kandidaten und Gladiatoren mögen sportlich beeindruckend sein. Nach der ersten Folge ist mir allerdings weder eine bestimmte Person noch ein einzelner Wettkampf nachhaltig in Erinnerung geblieben.
Das ist für eine Show, die von überlebensgroßen Figuren und spektakulären Duellen leben möchte, ein erhebliches Problem.
Wo bleibt das Lebensgefühl der 90er-Jahre?
„American Gladiators“ war zwischen 1992 und 1994 bei RTL zu sehen. Die Rückkehr wurde entsprechend auch mit der Nostalgie rund um die grelle und manchmal wunderbar übertriebene Fernsehwelt der 90er-Jahre beworben.
Von diesem besonderen Lebensgefühl habe ich in der Neuauflage kaum etwas gespürt.
Dabei hätte gerade diese Vergangenheit der Show eine eigene Identität geben können: auffällige Inszenierungen, ein wenig Selbstironie, überzeichnete Figuren und der Mut, nicht wie jede andere moderne Wettbewerbsshow aussehen zu wollen.
Stattdessen wirkt das neue „Gladiators“ auf mich weitgehend glatt und austauschbar. Der Name verspricht ein großes Comeback, doch die Neuauflage entwickelt in der ersten Folge keine besondere Atmosphäre. Wer auf eine unterhaltsame Zeitreise in die 90er gehofft hat, dürfte deshalb enttäuscht werden.
Mehr Muskeln bedeuten nicht automatisch mehr Spannung
Sportshows funktionieren nicht allein über körperliche Leistung. Sie brauchen nachvollziehbare Rivalitäten, emotionale Fallhöhen und Kandidaten, mit denen das Publikum mitfiebern kann.
„Ninja Warrior Germany“ gelingt das häufig besser. Dort entstehen durch den Parcours, die individuellen Geschichten und das unmittelbare Risiko des Ausscheidens immer wieder kleine Dramen. Bei „Gladiators“ sollte eigentlich die direkte Konfrontation für zusätzliche Spannung sorgen. In der ersten Folge empfand ich aber selbst diese Duelle als zäh.
Die Inszenierung erklärt zwar, wer gegen wen antritt und worum es geht. Sie vermittelt mir jedoch kaum, weshalb mir der Ausgang wichtig sein sollte.
Lohnt sich „Gladiators“ bei Prime Video?

Wer Kraftsport, Hindernisparcours und körperliche Wettkämpfe grundsätzlich gerne sieht, kann der Show möglicherweise mehr abgewinnen. Auch Fans des Moderationstrios bekommen die vertraute Mischung aus Kommentaren, Unterhaltung und sportlicher Einordnung.
Mir reicht das nicht.
Nach der ersten Folge habe ich weder eine Person gefunden, deren weiteren Weg ich unbedingt verfolgen möchte, noch einen Wettkampf erlebt, der Lust auf die nächste Ausgabe macht. Selbst der mögliche Nostalgiefaktor bleibt aus.
Deshalb werde ich die Staffel nicht weiterschauen.
Mein Fazit zu „Gladiators – Die Show der Giganten“
Das Comeback besitzt eine große Arena, kräftige Athleten und ein bewährtes Moderationstrio. Was ihm fehlt, ist ausgerechnet das Wichtigste: Spannung.
Frank Buschmann, Jan Köppen und Laura Wontorra machen ihre Sache gut. Doch auch sie können nicht verhindern, dass die Kämpfe auf mich langweilig wirken und keine beteiligte Person nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Von der versprochenen 90er-Jahre-Nostalgie ist ebenfalls wenig zu spüren.
Nach der ersten Folge gibt es für mich keinen Grund, weiterzuschauen.
⭐️ Bewertung: 1 von 5 Sternen
Fakten zu „Gladiators – Die Show der Giganten“
Genre: Sport-, Action- und Gameshow
Moderation: Frank „Buschi“ Buschmann, Jan Köppen und Laura Wontorra
Umfang: fünf Folgen
Gladiatoren: 17 Profiathletinnen und Profiathleten
Spiele: 13 unterschiedliche Wettkampfdisziplinen
Produktion: RTL Studios
Streamingstart: 6. August 2026
Streaming: Prime Video; später auch RTL+
Free-TV-Start: 4. September 2026 bei RTL
Textquellen: Amazon: „Gladiators“ ist wieder da, RTL: Informationen zu Moderation, Stream und Format, RTL-Programmvorschau 2026/27 // Bildquellen: RTL+ / Pascal Bünning, Pervin Inan-Serttas
Zusammenfassung
Die Kultshow „Gladiators“ ist zurück – doch die erste Folge der Neuauflage bei Prime Video enttäuscht. Trotz starkem Moderationstrio bleiben die Kämpfe langweilig, die Teilnehmer blass und die erhoffte 90er-Jahre-Nostalgie aus. Eine klare Ein-Stern-Kritik.









