»Star Trek: Strange New Worlds« Staffel 4: Dinosaurier, Weltraum-Zombies und ziemlich viel Irrsinn
+++ „Strange New Worlds“ Staffel 4 startet mit Dinosauriern, Weltraum-Zombies und einem verrückten Urlaub +++ Anson Mount überzeugt als Captain Pike +++ Folge 3 sorgt für die meisten Lacher +++ Staffel 5 beendet die Serie +++
„Star Trek: Strange New Worlds“ macht seinem Namen wieder einmal alle Ehre. Die ersten drei Folgen der vierten Staffel führen die Enterprise in völlig unterschiedliche Abenteuer: einmal durch die Zeit, einmal mitten in einen düsteren Weltraumhorror und schließlich auf einen Urlaubsplaneten, der erheblich merkwürdiger ist als jedes All-inclusive-Resort auf der Erde.
Das klingt wild zusammengewürfelt, funktioniert aber erstaunlich gut. Gerade diese Mischung aus Science-Fiction, Spannung, Horror und Humor erinnert mich an die klassische „Raumschiff Enterprise“-Serie mit Captain Kirk. Die Geschichten sind in sich weitgehend abgeschlossen, dürfen seltsam sein und verlieren trotzdem nicht das optimistische Grundgefühl von Star Trek.
Im Mittelpunkt steht weiterhin Anson Mount als Christopher Pike. Und der ist auch in der vierten Staffel schlicht grandios.
Staffel 4 startet mit drei vollkommen unterschiedlichen Folgen
Die vierte Staffel von „Star Trek: Strange New Worlds“ ist am 23. Juli 2026 bei Paramount+ gestartet. Insgesamt umfasst sie zehn Folgen, die jeweils donnerstags veröffentlicht werden. Das Staffelfinale ist für den 24. September geplant.
Zum Auftakt stehen diese drei Episoden bereit:
- Folge 1: „Valles Marineris“
- Folge 2: „The Griffin Incident“
- Folge 3: „Human Best Friend“
Schon diese drei Geschichten zeigen, was die Serie besonders macht. Sie wechseln nicht nur den Schauplatz, sondern teilweise gleich das ganze Genre. Die erste Folge bietet ein großes Science-Fiction-Abenteuer, die zweite entwickelt sich zu einem erstaunlich finsteren Horrortrip und die dritte setzt auf absurden Humor.
Über konkrete Wendungen möchte ich an dieser Stelle bewusst nichts verraten. Gerade bei dieser Serie liegt ein großer Teil des Vergnügens darin, vorher nicht zu wissen, welche seltsame Richtung eine Folge als Nächstes einschlägt.

Folge 1: Dinosaurier statt gemütlicher Forschungsmission
In „Valles Marineris“ gerät die Enterprise in einen Sternensturm und wird 65 Millionen Jahre in die Vergangenheit geschleudert. Die Crew landet damit in einer Epoche, in der Dinosaurier über die Erde ziehen.
Aus dieser Ausgangslage entwickelt die Serie ein klassisches Zeitreiseabenteuer. Natürlich steht nicht nur die Rückkehr in die eigene Gegenwart auf dem Spiel. Jede Begegnung und jede Entscheidung könnte Folgen für die Zukunft haben.
Die Folge beginnt die Staffel mit großem Tempo und jener Mischung aus wissenschaftlicher Neugier und kontrolliertem Chaos, die „Strange New Worlds“ besonders gut beherrscht. Dabei wirkt die Geschichte trotz ihres ungewöhnlichen Schauplatzes nie wie ein Fremdkörper. Zeitreisen, alternative Entwicklungen und die Angst vor Veränderungen der Geschichte gehören schließlich seit Jahrzehnten zu Star Trek.
Folge 2: Plötzlich wird Star Trek zum Zombiefilm
Deutlich düsterer wird es in „The Griffin Incident“. Spock, La’An und der junge James T. Kirk betreten ein verschollenes Schiff der Föderation. Was zunächst wie die Untersuchung eines alten Rätsels beginnt, entwickelt sich zu einem Kampf ums Überleben.
Mehr sollte man über die Handlung vorab nicht wissen. Die Atmosphäre wird zunehmend bedrohlicher und erinnert stellenweise tatsächlich an einen Zombiefilm im Weltraum.
Und das sage ich als Autorin eines Zombieromans: Diese Folge war mir am Abend irgendwann zu unheimlich. Ich habe sie unterbrochen und erst am nächsten Tag bei Tageslicht weitergeschaut, weil ich keine Lust hatte, die restliche Nacht von Untoten auf der Enterprise zu träumen. 🫣
Das ist durchaus als Kompliment gemeint. „The Griffin Incident“ erzeugt mit vergleichsweise einfachen Mitteln eine beklemmende Stimmung und nimmt seine Bedrohung ernst. Die Folge versucht nicht, jeden dunklen Moment sofort wieder mit einem lockeren Spruch zu entschärfen.
Gerade deshalb funktioniert sie. Star Trek wird hier nicht dauerhaft zum Horrorformat, darf sich aber für eine Folge vollständig darauf einlassen.
Folge 3: Urlaub im All – was soll da schon schiefgehen?
Mein bisheriger Favorit ist trotzdem die dritte Folge „Human Best Friend“. Die Besatzung besucht einen Planeten, der Erholung, Vergnügen und eine ausgesprochen ausgelassene Atmosphäre verspricht.
Selbstverständlich läuft der Urlaub nicht so, wie die Crew es erwartet. Andernfalls wäre die Folge vermutlich nach zehn Minuten vorbei und wir könnten Pike dabei zusehen, wie er entspannt ein Getränk bestellt.
Stattdessen wird die Geschichte zunehmend schräg. Von den ersten drei Folgen hat mich diese mit Abstand am häufigsten zum Lachen gebracht. Der Humor entsteht nicht nur aus der verrückten Situation, sondern vor allem aus den Figuren und ihren Reaktionen darauf.
Die Episode zeigt besonders deutlich, wie gut das Ensemble inzwischen zusammenspielt. Nach mehreren Staffeln kennt man die Charaktere, ihre Eigenheiten und ihre Beziehungen zueinander. Dadurch reichen manchmal ein Blick oder eine kurze Reaktion, um eine Szene komisch zu machen.
„Human Best Friend“ ist seltsam, verspielt und ziemlich albern – aber auf die richtige Art. Die Folge nimmt ihre Geschichte ernst genug, um nicht zur bloßen Parodie zu werden.
Warum die Serie an das klassische Star Trek mit Kirk erinnert
„Strange New Worlds“ spielt ungefähr ein Jahrzehnt vor der klassischen Serie „Raumschiff Enterprise“. Christopher Pike kommandiert noch die Enterprise, während James T. Kirk erst am Anfang seiner Laufbahn steht. In der neuen Serie wird der junge Kirk von Paul Wesley gespielt.
Die zeitliche Nähe zur Originalserie ist deutlich spürbar. Spock, Uhura, Christine Chapel und Scotty sind bereits Teil dieser Welt. Gleichzeitig kennt man als Fan die Zukunft der Enterprise und weiß, welche Figuren später unter Captain Kirk gemeinsam durchs All reisen werden.
Auch erzählerisch erinnert „Strange New Worlds“ stärker an die alte Serie als manche andere moderne Star-Trek-Produktion. Viele Folgen erzählen ein abgeschlossenes Abenteuer und wechseln dabei unbekümmert zwischen ernsten, philosophischen, romantischen oder komischen Geschichten.
Genau das gehörte schon zum Charme der klassischen Serie. Nicht jede Woche musste die gesamte Galaxis gerettet werden. Manchmal begegnete die Crew einer fremden Zivilisation, geriet in eine bizarre Situation oder musste ein moralisches Problem lösen. Manche Episoden waren düster, andere fast schon absurd.
„Strange New Worlds“ überträgt dieses Prinzip in eine moderne Serienwelt. Die Bilder sind spektakulärer, die Figuren psychologisch ausführlicher entwickelt und die Effekte natürlich nicht mehr mit Pappkulissen und sichtbar improvisierten Felsen vergleichbar. Die Abenteuerlust ist aber sehr ähnlich.
Anson Mount ist als Captain Pike grandios
Ein wesentlicher Grund dafür, dass selbst die ausgefallensten Geschichten funktionieren, ist Anson Mount. Sein Christopher Pike besitzt Autorität, ohne permanent den harten Kommandanten spielen zu müssen.
Pike kann ruhig, nachdenklich und empathisch sein. Gleichzeitig beherrscht Mount trockenen Humor und reagiert auf das Chaos um ihn herum oft mit genau der richtigen Mischung aus Verwunderung und professioneller Fassung.

Auch optisch besitzt er eine Präsenz, die man bei einem Captain der Enterprise erwartet. Und ja: Seine Frisur scheint inzwischen beinahe ein eigenes Mitglied der Sternenflotte zu sein. Sie bleibt selbst dann in Position, wenn Raum, Zeit und vermutlich mehrere Naturgesetze längst aufgegeben haben.
Unter der humorvollen Oberfläche bleibt Pike allerdings eine tragische Figur. Er kennt einen Teil seiner eigenen Zukunft und weiß, welches Schicksal auf ihn wartet. Dieses Wissen verleiht seiner Lebensfreude und seiner Nähe zur Crew zusätzliches Gewicht.
Mount spielt diese beiden Seiten überzeugend: den souveränen Captain und den Menschen, der seine begrenzte Zeit ganz bewusst nutzt.
Seit Jahren im Star-Trek-Universum zu Hause

Meine Begeisterung für Star Trek ist nicht neu. Bereits 2014 besuchte ich die „Destination Star Trek Germany“ auf der Messe Frankfurt – selbstverständlich als Vulkanierin in roter Sternenflottenuniform (siehe Fotos).
Die Convention brachte Fans und zahlreiche Stars des Franchise zusammen. Zu den Gästen gehörte auch William Shatner, der ursprüngliche Captain Kirk. Für mich war das damals die Gelegenheit, einmal selbst vollständig in dieses Universum einzutauchen.

Vielleicht spricht mich „Strange New Worlds“ auch deshalb so stark an. Die Serie behandelt die bekannte Welt mit Respekt, stellt sie aber nicht unter Denkmalschutz. Sie darf neue Figuren entwickeln, vertraute Charaktere anders beleuchten und mit Genres experimentieren.
Tradition und neue Ideen schließen sich hier nicht gegenseitig aus.
Ist Staffel 4 auch für Star-Trek-Neulinge geeignet?
Grundsätzlich lässt sich die Serie auch ohne umfassendes Vorwissen ansehen. Die wichtigsten Figuren und Beziehungen werden innerhalb der Handlung verständlich. Wer die ersten drei Staffeln kennt, bekommt allerdings deutlich mehr aus den persönlichen Entwicklungen heraus.
Kenntnisse der klassischen Kirk-Serie sind ebenfalls keine Voraussetzung. Sie sorgen vielmehr für zusätzliche Momente des Wiedererkennens. Namen wie Spock, Uhura, Scotty oder Kirk besitzen für langjährige Fans natürlich eine andere Bedeutung.
Wer direkt mit Staffel 4 einsteigt, dürfte bei einigen Beziehungen und Anspielungen zunächst etwas Orientierung benötigen. Sinnvoller ist es deshalb, zumindest mit der ersten Staffel von „Strange New Worlds“ zu beginnen.
Alle bisherigen Staffeln sind bei Paramount+ verfügbar.
Wie geht es mit „Strange New Worlds“ weiter?
Die vierte Staffel umfasst zehn Episoden. Nach dem Start am 23. Juli erscheint jeden Donnerstag eine neue Folge. Das Finale wird am 24. September 2026 veröffentlicht.
Eine fünfte Staffel ist bereits bestätigt. Sie wird mit sechs Folgen kürzer ausfallen und zugleich die Serie beenden. Damit bekommt die Geschichte von Captain Pike und seiner Enterprise einen geplanten Abschluss.
Für Fans ist das natürlich ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es schade, dass eine der unterhaltsamsten aktuellen Star-Trek-Serien endet. Andererseits können die Verantwortlichen die offenen Handlungsstränge gezielt abschließen und die Verbindung zur späteren Kirk-Ära weiterführen.
Bis dahin dürfte die vierte Staffel noch einige Überraschungen bereithalten. Schon die ersten drei Folgen zeigen jedenfalls, dass sich diese Serie weiterhin nicht auf ein einziges Genre festlegen lässt.
⭐️ Sucy-Fazit
Die vierte Staffel von „Star Trek: Strange New Worlds“ ist bisher genauso eigenwillig, wie ihr Name verspricht. Dinosaurier, düsterer Weltraumhorror und ein völlig aus dem Ruder laufender Urlaub passen eigentlich kaum zusammen. In dieser Serie ergeben sie trotzdem ein erstaunlich stimmiges Gesamtbild.
Mein Favorit ist „Human Best Friend“, weil ich bei der dritten Folge am meisten lachen musste. Dicht dahinter folgt für mich „The Griffin Incident“. Die Zombiestimmung war so überzeugend, dass ich die Folge abends tatsächlich abbrechen und bei Tageslicht fortsetzen musste. Das schafft bei mir nicht jede Horrorproduktion.
Gestört hat mich an den ersten drei Folgen nichts. Ich bin allerdings auch erklärter Star-Trek-Fan und damit vermutlich nicht vollkommen neutral. Wer mit den klassischen Abenteuern der Enterprise aufgewachsen ist, dürfte viele vertraute Elemente entdecken: abgeschlossene Geschichten, wechselnde Genres, eine starke Crew und Humor, der aus den Figuren entsteht.
Anson Mount trägt die Serie mit Charisma, Wärme und einer beneidenswert katastrophenfesten Frisur. Sein Captain Pike ist kein Ersatz für Kirk und muss es auch nicht sein. Er ist längst eine der großen Figuren des Star-Trek-Universums.
Nach diesen drei Folgen freue ich mich jedenfalls sehr auf den restlichen Irrsinn.
Fakten zu „Star Trek: Strange New Worlds“ Staffel 4
Streamingdienst: Paramount+
Start: 23. Juli 2026
Neue Folgen: donnerstags
Anzahl der Episoden: 10
Staffelfinale: 24. September 2026
Hauptdarsteller: Anson Mount, Rebecca Romijn, Ethan Peck, Jess Bush, Christina Chong, Celia Rose Gooding, Melissa Navia, Babs Olusanmokun und Martin Quinn
James T. Kirk: Paul Wesley
Status: Eine fünfte und letzte Staffel mit sechs Folgen ist bestätigt.
Textquellen: Paramount+: Offizielle Informationen zur vierten Staffel, Paramount+: Startplan der vierten Staffel, StarTrek.com: Produktion der vierten Staffel // Bildquellen: Shutterstock, Adobe Stock, privat (Start Trek Convention 2014)
Zusammenfassung
Die vierte Staffel von „Star Trek: Strange New Worlds“ startet mit Dinosauriern, düsterem Weltraumhorror und einem völlig verrückten Urlaubsplaneten. Sucy Pretsch hat die ersten drei Folgen gesehen und erklärt, warum Anson Mount als Captain Pike grandios ist, die Serie an das klassische Star Trek mit Kirk erinnert und ausgerechnet die Zombiefolge selbst einer Horrorautorin zu unheimlich für den späten Abend wurde.






