»Apex« bei Netflix: Charlize Theron rennt um ihr Leben – ich kämpfte gegen den Schlaf
+++ Der Survival-Thriller gehört zu den größten Netflix-Erfolgen des Jahres +++ Charlize Theron und Taron Egerton liefern körperlich starke Auftritte +++ Das Publikum urteilt deutlich kritischer als die Presse +++ Sucys Wertung: 1 von 5 Sternen +++
Es gibt Filme, bei denen man kaum zu atmen wagt. Und es gibt „Apex“. Während Charlize Theron durch die australische Wildnis rennt, klettert, paddelt und ums Überleben kämpft, bestand meine größte Herausforderung darin, nicht einzuschlafen.
Dabei bringt der Netflix-Thriller eigentlich alles mit, was ich mag: eine bekannte Hauptdarstellerin, einen gefährlichen Gegenspieler, eine beeindruckende Landschaft und eine Geschichte, bei der es ums nackte Überleben geht. Trotzdem wollte der Funke bei mir einfach nicht überspringen. Oder genauer gesagt: Es gab nicht einmal genügend Funken, um ein kleines Lagerfeuer zu entfachen.
Lohnt sich „Apex“ bei Netflix?
Wer spektakuläre Landschaftsaufnahmen, körperlich fordernde Action und Charlize Theron im Überlebensmodus sehen möchte, kann „Apex“ ausprobieren. Wer allerdings einen wirklich spannenden Thriller mit vielschichtigen Figuren, überraschenden Entwicklungen und einer glaubwürdigen Handlung erwartet, könnte enttäuscht werden.
Der Film sieht großartig aus, bleibt erzählerisch aber erstaunlich dünn. Für mich war „Apex“ trotz seiner prominenten Besetzung vor allem eines: laaaaaangweilig.

Worum geht es in „Apex“?
Charlize Theron spielt Sasha, eine erfahrene Bergsteigerin, die nach einem schweren persönlichen Verlust allein in die australische Wildnis reist. Dort möchte sie nicht einfach nur Urlaub machen, sondern sich körperlich und mental bis an ihre Grenzen bringen.
Schon zu Beginn hängt Sasha gemeinsam mit ihrem Kletterpartner Tommy, gespielt von Eric Bana, in einem kleinen Zelt an einer steilen Felswand. Für manche Menschen ist das offenbar Abenteuer. Für mich wäre es der Moment, in dem ich mein gesamtes Leben, meine Urlaubsplanung und vermutlich auch meine Beziehung zu Bergen überdenken würde.
Später begegnet Sasha in der Wildnis dem zunächst hilfsbereit wirkenden Ben. Der wird von Taron Egerton gespielt und entpuppt sich schnell als gefährlicher Jäger. Aus dem Ausflug wird ein Kampf ums Überleben.
Mehr sollte man über die Handlung vorher nicht wissen. Allerdings verrät bereits der Trailer einen erheblichen Teil der Grundidee.
Charlize Theron will noch einmal zeigen, was sie kann
Charlize Theron ist inzwischen 51 Jahre alt. Während der Dreharbeiten war sie noch 49 – und körperlich befindet sie sich offensichtlich in einer Verfassung, von der viele deutlich jüngere Menschen nur träumen können.
Sie klettert, rennt, kämpft sich durch Flüsse und lässt sich durch ziemlich ungemütliches Gelände jagen. Regisseur Baltasar Kormákur lobte ihre körperliche Ausdauer ausdrücklich. Nach seinen Angaben kletterte Theron für den Film an Felswänden, an die er selbst nicht gehen würde.
Das sieht man. „Apex“ wirkt über weite Strecken wie eine sehr aufwendige Demonstration ihrer Fitness. Charlize Theron möchte offenbar beweisen, dass sie auch um die 50 noch mühelos einen körperlich extrem anspruchsvollen Actionfilm tragen kann.
Das gelingt ihr durchaus. Beeindruckend ist es trotzdem, ihr dabei zuzusehen. Nur ersetzt sportlicher Einsatz eben keine spannende Geschichte.
Taron Egerton ist bedrohlich – aber nicht vielschichtig
Taron Egerton funktioniert als Gegenspieler zunächst erstaunlich gut. Wer ihn vor allem aus „Kingsman“, „Rocketman“ oder „Carry-On“ kennt, erlebt ihn hier deutlich finsterer.
Sein Ben wirkt körperlich präsent, unberechenbar und einschüchternd. Besonders in den ersten Begegnungen entsteht durchaus das Gefühl, dass von diesem Mann eine reale Gefahr ausgeht.
Leider bleibt die Figur trotz einiger Versuche, ihr einen psychologischen Hintergrund zu geben, ziemlich eindimensional. Ben ist gefährlich, weil das Drehbuch einen gefährlichen Mann benötigt. Mehr Tiefe entwickelt sich daraus nicht.
Die Darstellung ist stärker als die Figur, die Taron Egerton spielen darf. Er macht also nicht zu wenig – das Drehbuch gibt ihm schlicht zu wenig interessantes Material.

Wunderschöne Landschaft, in die ich niemals reisen möchte
Gedreht wurde „Apex“ überwiegend in New South Wales in Australien, unter anderem in der Region der Blue Mountains. Die Landschaftsaufnahmen gehören eindeutig zu den Stärken des Films.
Felsen, Flüsse, Wälder und steile Abhänge sehen beeindruckend aus. Die Natur wirkt gleichzeitig wunderschön und bedrohlich. Genau das soll sie vermutlich auch.
Mein persönlicher Reiseimpuls hielt sich dennoch in Grenzen. Ich würde weder allein durch diese Wildnis paddeln noch freiwillig an einer Felswand schlafen. Eigentlich würde ich nicht einmal in einem gut beleuchteten Reisebüro ein entsprechendes Prospekt anfassen.
Aber solche Filme leben schließlich davon, dass ihre Figuren Dinge tun, bei denen das Publikum denkt: Warum zur Hölle machst du das?
Das Problem ist nur: Irgendwann fragte ich mich nicht mehr, warum Sasha das macht. Ich fragte mich, wie lange der Film eigentlich noch dauert.
Warum „Apex“ trotz Action nicht spannend wird
Der Film hat eine klare Ausgangslage: Eine Frau wird in der Wildnis von einem Killer gejagt. Viel komplizierter wird es nicht.
Eine einfache Geschichte muss nichts Schlechtes sein. Gerade ein Survival-Thriller kann hervorragend funktionieren, wenn die Bedrohung glaubwürdig ist, die Figuren interessante Entscheidungen treffen und die Spannung immer weiter anzieht.
Bei „Apex“ bleibt die Handlung jedoch so eindimensional, dass sich kaum echte Überraschungen entwickeln. Sasha rennt, Ben jagt sie, die Natur macht alles noch etwas schwieriger. Das wiederholt sich in verschiedenen Varianten.
Hinzu kommen Entwicklungen, die zunehmend absurd wirken. Irgendwann war ich offenbar tatsächlich kurz eingeschlafen. Normalerweise wäre das ein persönliches Problem. Bei einem Film, den Netflix als adrenalingeladen, rasant und spannend vermarktet, darf man es allerdings zumindest als Warnsignal betrachten.
„Apex“ ist nur rund 95 Minuten lang. Trotzdem fühlte er sich für mich deutlich länger an.
Was sagen die Kritiker zu „Apex“?
Ganz allein stehe ich mit meinem Urteil nicht da. Die Bewertungen fallen allerdings auffällig unterschiedlich aus.
Bei Rotten Tomatoes erreicht „Apex“ derzeit 68 Prozent positive Kritiken. Das klingt zunächst ordentlich. Beim Publikum liegt die Zustimmung jedoch nur bei 46 Prozent. Mehr als die Hälfte der Zuschauerinnen und Zuschauer konnte der Film demnach nicht überzeugen.
Der zusammengefasste Kritiker-Konsens lobt vor allem die außergewöhnlichen australischen Drehorte und Charlize Therons körperlichen Einsatz. Gleichzeitig fehle es dem Film an erzählerischen Feinheiten.
Auch mehrere Einzelkritiken benennen genau die Schwächen, die mich gestört haben. Der britische „Guardian“ beschreibt „Apex“ als technisch glatt, aber seelenlos. Andere Kritiker bemängeln zu viele Klischees, zu wenige Überraschungen und Figuren, die nicht ausreichend ausgearbeitet wurden.
Bei Metacritic erreicht der Film 58 von 100 Punkten. Die Publikumswertung liegt dort bei 5,2 von 10 Punkten. Das ist kein Totalausfall, aber eben auch weit entfernt von einem gefeierten Thriller.
Einige Kritiker bewerten „Apex“ trotzdem positiv. Sie loben das schnelle Erzähltempo, die Action, die Kameraarbeit und die körperliche Leistung der beiden Hauptdarsteller. Das kann ich zumindest teilweise nachvollziehen. Gut gefilmt ist der Film. Spannend fand ich ihn deshalb noch lange nicht.
Die Bewertungen bei Rotten Tomatoes und Metacritic entsprechen dem Stand vom 16. August 2026 und können sich nachträglich verändern.
Warum ist „Apex“ trotzdem ein großer Netflix-Erfolg?
Netflix zählt „Apex“ mit rund 129 Millionen Abrufen zu seinen erfolgreichsten Originalfilmen des ersten Halbjahres 2026. Das ist angesichts der verhaltenen Publikumsbewertungen bemerkenswert.
Der Erfolg dürfte mehrere Gründe haben. Charlize Theron ist seit Filmen wie „Mad Max: Fury Road“, „Atomic Blonde“ und „The Old Guard“ als Actionstar etabliert. Taron Egerton bringt ebenfalls ein großes Publikum mit. Hinzu kommt eine leicht verständliche Grundidee, die sich hervorragend für einen dramatischen Trailer eignet: Eine Frau allein in der Wildnis, verfolgt von einem Serienkiller.
Das verkauft sich gut. Ob die Geschichte über ihre Ausgangsidee hinaus genügend Substanz besitzt, ist eine andere Frage.
129 Millionen Abrufe bedeuten außerdem nicht automatisch, dass 129 Millionen Menschen den Film großartig fanden. Ich habe ihn schließlich auch angesehen. Netflix kann mich damit also zur Erfolgsstatistik zählen – obwohl ich währenddessen beinahe weggedämmert bin und nur einen Stern vergebe.
Lässt das Ende Raum für „Apex 2“?
Ohne die Auflösung zu verraten: Das Ende wirkt nicht so abgeschlossen, dass eine Fortsetzung grundsätzlich unmöglich wäre. Zumindest lässt sich genügend Raum finden, falls Netflix aus dem großen Publikumserfolg unbedingt noch einen zweiten Film machen möchte.
Ob „Apex 2“ tatsächlich geplant ist, wurde bislang nicht offiziell bestätigt.
Nach diesen 95 Minuten bleibt mir daher nur die Hoffnung, dass Netflix den vorhandenen Raum einfach ungenutzt lässt. Manche Wildnisgebiete sollte man schließlich nicht ein zweites Mal betreten.
Faktenbox: „Apex“ bei Netflix
Originaltitel: Apex
Genre: Survival-Thriller, Action
Streaminganbieter: Netflix
Veröffentlichung: 24. April 2026
Laufzeit: rund 95 Minuten
Altersfreigabe bei Netflix Deutschland: ab 16 Jahren
Regie: Baltasar Kormákur
Drehbuch: Jeremy Robbins
Hauptdarsteller: Charlize Theron, Taron Egerton und Eric Bana
Rollen: Charlize Theron als Sasha, Taron Egerton als Ben und Eric Bana als Tommy
Drehorte: New South Wales in Australien, darunter die Region der Blue Mountains
Rotten-Tomatoes-Wertung: 68 Prozent bei der Presse, 46 Prozent beim Publikum
Metacritic: 58 von 100 Punkten
Netflix-Abrufe im ersten Halbjahr 2026: rund 129 Millionen
Fortsetzung bestätigt: nein
⭐️ Sucys Fazit
Charlize Theron ist körperlich beeindruckend, Taron Egerton kann ziemlich bedrohlich schauen und Australien liefert eine grandiose Kulisse. Damit habe ich auch schon fast alles Positive über „Apex“ gesagt.
Unter den schönen Bildern steckt eine dünne, eindimensionale und zunehmend absurde Geschichte. Die Figuren bleiben flach, echte Überraschungen fehlen und von der versprochenen Hochspannung kam bei mir erstaunlich wenig an.
Mein einziger Stern gehört deshalb Charlize Therons sportlichem Einsatz, Taron Egertons Präsenz und der Landschaft. Für Spannung, Figurenzeichnung und Glaubwürdigkeit bleibt leider nichts mehr übrig.
⭐️ Sucys Wertung: 1 von 5 Sternen
Oder anders gesagt: Charlize Theron rennt in „Apex“ um ihr Leben. Ich kämpfte währenddessen gegen den Schlaf – und bin mir nicht sicher, ob ich diesen Kampf vollständig gewonnen habe.
Textquellen: Die Angaben zu Handlung, Besetzung, Drehorten und Produktion stammen von Netflix Tudum und der offiziellen deutschen Netflix-Seite. Die aktuellen Bewertungen wurden bei Rotten Tomatoes und Metacritic geprüft. Die Abrufzahl stammt aus dem offiziellen Netflix-Bericht „What We Watched: The First Half of 2026“. Als zusätzliche Kritikerstimme wurde die Rezension des Guardian berücksichtigt // Bildquelle: Netflix
Zusammenfassung
„Apex“ ist einer der größten Netflix-Erfolge 2026. Doch können Charlize Theron, Taron Egerton und spektakuläre Bilder die dünne Geschichte retten?









