Historische Kulisse in Kairo als Symbolbild für Einladung zum Mord 2
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Wer ist der Täter in »Einladung zum Mord 2«? Das Rätsel von Kairo erklärt

10 Min. Lesezeit

»Einladung zum Mord 2 – Das Rätsel von Kairo« ist ein hübsch anzusehender, betont altmodischer Whodunit mit Mischa Barton. Die Suche nach dem Täter unterhält, das überinszenierte Spiel und die schon wieder hervorgeholten Nazis verhindern jedoch mehr als drei Sterne. Achtung: Im zweiten Teil des Artikels wird das Ende vollständig erklärt.

Nazis. Schon wieder.

Kaum spielt ein Krimi in den 1930er-Jahren und benötigt eine möglichst zweifelsfreie Bedrohung, werden offenbar die Hakenkreuze aus dem Requisitenlager geholt. Auch »Einladung zum Mord 2 – Das Rätsel von Kairo« möchte nicht allein einen Mord aufklären. Es müssen zusätzlich Waffenschmuggel, eine politische Verschwörung und die Zukunft der ägyptischen Monarchie gerettet werden.

Das ist nicht besonders originell. Einigermaßen unterhalten hat mich der neue Fall der Privatdetektivin Miranda Green trotzdem. Vor allem die Frage nach dem Täter funktioniert besser, als ich zunächst erwartet hatte.

Der historische Krimi ist derzeit im deutschen Prime-Video-Abonnement enthalten. Ich vergebe drei von fünf Sternen.

Worum geht es in »Einladung zum Mord 2«?

Wir schreiben das Jahr 1934. Miranda Green, gespielt von Mischa Barton, ist nach den Ereignissen des ersten Films inzwischen als Privatdetektivin bekannt. Eine Reise führt sie nach Kairo, wo sie gemeinsam mit weiteren Gästen an einem Essen des britischen Botschafters Robert Murray teilnimmt.

Mit dabei sind unter anderem Roberts Tochter Meghan, die amerikanische Schauspielerin Betty Hathaway, der Fotograf und Journalist Walter Cunningham sowie die Dolmetscherin Leila Sharawi.

Nach dem Essen übernachten die Gäste in der britischen Botschaft. In der Nacht wird die Botschaftsmitarbeiterin Maggie Hand erschossen aufgefunden. Gleichzeitig ist ein geheimes Dokument verschwunden, das Informationen über nationalsozialistische Aktivitäten in Ägypten enthält.

Miranda übernimmt die Ermittlungen. Da sich während der Tat nur eine überschaubare Zahl von Menschen im Gebäude befand, kommt praktisch jeder von ihnen als Täter infrage.

Kleine Ungenauigkeit am Rande: Prime Video kündigt einen „Giftmord“ an. Das trifft auf einen Todesfall zu Beginn des Films zu, nicht aber auf den zentralen Mordfall. Maggie Hand wird erschossen.

Muss man den ersten Teil gesehen haben?

Nein. Ich kenne den ersten Film selbst nicht und konnte der Handlung trotzdem problemlos folgen.

Der zweite Teil erwähnt lediglich, dass Miranda durch ihren vorherigen Fall bekannt geworden ist und nun überlegt, endgültig als professionelle Ermittlerin zu arbeiten. Alle für den neuen Mordfall wichtigen Figuren werden neu eingeführt.

Wer die Reihe vollständig sehen möchte, kann natürlich mit »Einladung zum Mord« beginnen. Für das Verständnis von »Das Rätsel von Kairo« ist das jedoch nicht erforderlich.

Meine Kritik zu »Einladung zum Mord 2«

Der Film sieht aus, als hätte jemand eine Agatha-Christie-Geschichte mit besonders kräftigen Farben ausgemalt. Die Kulissen sind hübsch, die Kostüme sitzen und Kairo wird als exotische Bilderbuchwelt aus Palästen, Basaren, Kamelen und Pyramiden präsentiert.

Das ist schön anzusehen, wirkt aber häufig sehr arrangiert. Jede Lampe steht am richtigen Platz, jedes Kostüm scheint gerade aus der Reinigung gekommen zu sein und beinahe jede Einstellung ruft: Schaut her, wir befinden uns in einem historischen Abenteuerfilm!

Auch die Figuren werden auffällig überzeichnet gespielt. Die exzentrische Schauspielerin ist noch ein bisschen exzentrischer, der Botschafter besonders herrschaftlich und die Verdächtigen tragen ihre Eigenheiten beinahe wie Namensschilder vor sich her.

Man kann das als bewussten Retro-Stil verstehen. Mir war es insgesamt zu viel. Der Film möchte charmant altmodisch wirken, erreicht dabei aber gelegentlich die Atmosphäre eines sehr aufwendig dekorierten Krimidinners.

Die Ermittlungen funktionieren wie eine Schnitzeljagd

Unterhaltsam ist die eigentliche Spurensuche. Miranda entdeckt einen Hinweis, der sie zuverlässig zum nächsten führt: ein Papierfetzen, ein Buch, ein Koffer, ein auffälliger Geruch, eine geheime Passage, eine ägyptische Katzenfigur und schließlich ein Lager in der Wüste.

Das ist weniger eine organisch wachsende Ermittlung als eine sauber vorbereitete Schnitzeljagd. Der Film legt Miranda die Spuren beinahe einzeln vor die Füße. Kaum ist eine Frage beantwortet, wartet bereits das nächste Rätsel.

Trotzdem darf man mitraten. Mehrere Personen haben etwas zu verbergen, ohne deshalb zwangsläufig den Mord begangen zu haben. Die Auflösung hat mich tatsächlich überrascht. Ganz fair spielt der Film dabei allerdings nicht, weil er entscheidende Zusammenhänge sehr lange zurückhält.

Auch der Filmdienst bemängelt Logiklücken und den teilweise langwierigen Befragungsmarathon, hält den Film für Freunde historischer Kostümkrimis aber durchaus für annehmbar.

Mussten es wirklich wieder die Nazis sein?

Die Geschichte spielt 1934. Dass der Nationalsozialismus und die wachsende Kriegsgefahr in einem politischen Krimi dieser Zeit vorkommen, ist historisch nachvollziehbar.

Dramaturgisch bleibt es trotzdem ein bequemer Griff in die Schublade. Nazis benötigen keine lange Einführung, keine komplizierte Motivation und keine moralischen Grauzonen. Sobald die Fahnen im Wüstencamp auftauchen, weiß wirklich jeder, wer hier das Böse vertritt.

Damit bläht der Film seinen überschaubaren Botschaftsmord zu einer internationalen Verschwörung auf. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Maggie Hand, sondern auch um geschmuggelte Waffen, deutsche Bankkonten, den jungen ägyptischen Prinzen Faruk und Kontakte bis in die britische Königsfamilie.

Ein kleinerer, stärker auf die Verdächtigen konzentrierter Fall hätte mir vermutlich besser gefallen.

Wie wurde der erste Film bewertet?

Auch der erste Teil löste bei Kritikern keine übermäßige Begeisterung aus.

Der britische »Guardian« beschrieb ihn sinngemäß als brauchbare, aber wenig einfallsreiche Agatha-Christie-Nachahmung. Die deutsche Seite »Film-Rezensionen« lobte zwar den Retro-Charme und das klassische Szenario, kritisierte aber die konstruierte Handlung und die blassen Figuren.

Der zweite Film scheint dieselben Stärken und Schwächen fortzusetzen: hübsche Ausstattung, gemütlicher Rätselkrimi, aber wenig Tiefe und eine Geschichte, die besser nicht zu streng auf ihre Logik überprüft werden sollte.

Wer ist der Täter in »Einladung zum Mord 2«?

Achtung, ab hier folgen vollständige Spoiler zum Ende.

Der Mörder von Maggie Hand ist der britische Botschafter Robert Murray, gespielt von Richard Dillane.

Zunächst sieht alles danach aus, als habe der Gärtner Samir die Tat begangen. Er arbeitet tatsächlich mit den Nationalsozialisten zusammen, schmuggelt Informationen aus der Botschaft und hilft bei der Vorbereitung einer größeren Verschwörung.

Samir hat außerdem Arash ermordet, der mit einer Widerstandsgruppe namens „Children of Giza“ zusammenarbeitet. Er ist also ein Täter – aber nicht der Mörder von Maggie.

Was hatte Maggie entdeckt?

Maggie findet heraus, dass über die britische Botschaft Waffen nach Kairo geschmuggelt werden. Das Ziel der Verschwörer besteht darin, Unruhen zu fördern und den erst 14-jährigen ägyptischen Thronfolger Faruk zu entführen.

Robert Murray ermöglicht den Waffenschmuggel und erhält dafür Geld aus Deutschland. Maggie stößt auf einen Kontoauszug der Reichsbank. Eine darauf verzeichnete Kontonummer stimmt mit der Nummer in Roberts Scheckbuch überein.

Damit besitzt sie den schriftlichen Beweis, dass der Botschafter mit den Nationalsozialisten zusammenarbeitet.

Maggie informiert die „Children of Giza“ und will das Dokument an Arash übergeben. Als sie am vereinbarten Treffpunkt eintrifft, ist Arash jedoch bereits von Samir getötet worden.

Sie kehrt deshalb in die Botschaft zurück und versucht, den Kontoauszug wieder in Roberts Safe zu legen. Dabei wird sie vom Botschafter überrascht.

Warum ermordet Robert Maggie?

Robert und Maggie hatten über viele Jahre eng zusammengearbeitet und offenbar auch eine Liebesbeziehung. Robert behauptet bei seiner Entlarvung sogar, Maggie geliebt zu haben.

Seine Gefühle halten ihn allerdings nicht davon ab, sie zu erschießen, sobald sie seine Geschäfte und politischen Verbindungen aufdecken will.

Nach dem Mord wirft Robert die Waffe aus dem Fenster in ein Blumenbeet. Samir holt sie dort ab und wird dabei vom Gärtner Dandy beobachtet. Später trägt Samir genau diese Pistole bei sich. Dadurch sieht es zunächst so aus, als müsse er auch Maggie getötet haben.

Robert zieht sich nach der Tat um und gewinnt damit genügend Zeit, den gestohlenen Kontoauszug wieder in den Safe zu legen.

Wie kommt Miranda auf den Botschafter?

Der entscheidende Hinweis ist der geheime Tunnel zwischen dem Botschaftsgarten und dem Basar.

Die Passage funktioniert nur als Fluchtweg aus dem Garten. Wer den Tunnel einmal betreten hat, kann ihn nicht in der entgegengesetzten Richtung benutzen. Samir konnte daher nicht durch den Tunnel in die Botschaft zurückgekehrt sein und Maggie erschossen haben.

Miranda erkennt außerdem:

  • Nur Robert und Maggie kannten die Kombination des Safes.
  • Der verschwundene Kontoauszug wurde wieder im Safe versteckt.
  • Die Kontonummer stimmt mit Roberts Scheckbuch überein.
  • Robert wechselte unmittelbar nach dem Mord seine Kleidung.
  • Samir nahm die weggeworfene Tatwaffe lediglich an sich.
  • Maggie hatte den belastenden Kontoauszug in der Hand, als Robert sie überraschte.

Die Kombination des Safes war übrigens das Datum, an dem Robert und Maggie gemeinsam ihren Dienst in der Botschaft begonnen hatten. Ausgerechnet die Erinnerung an ihre lange Verbindung ermöglicht Miranda den Zugriff auf den Beweis.

Was bedeutet das Ende?

Mit der Entlarvung des Botschafters ist der Fall noch nicht vollständig beendet.

Maggie hatte bei Robert auch ein Exemplar von Hitlers »Mein Kampf« entdeckt. Dieses Buch gehörte nicht dem Botschafter selbst. Es war ein Geschenk des britischen Thronfolgers Prinz Edward, den seine Vertrauten David nannten.

Eine öffentliche Untersuchung würde deshalb nicht nur Roberts Verbindungen zu den Nationalsozialisten offenlegen, sondern auch die britische Königsfamilie in einen Skandal verwickeln.

Die Behörden beschließen, Robert nicht öffentlich vor Gericht zu stellen. Er soll degradiert, versetzt und auf unbestimmte Zeit unter Hausarrest gestellt werden. Die Verbindung zu Prinz Edward wird geheim gehalten.

Miranda akzeptiert diese Vertuschung widerwillig. Damit endet der Film überraschend bitter: Sie hat den Mord aufgeklärt, doch die vollständige Wahrheit darf nicht öffentlich werden.

Immerhin hat sie sich endgültig als Privatdetektivin etabliert und lässt eigene Visitenkarten drucken. Ihre Karriere kann also weitergehen.

Wird es »Einladung zum Mord 3« geben?

Ich hatte nach diesem Film eigentlich gehofft, dass es keinen dritten Teil geben wird. Diese Hoffnung kann ich begraben: Ein weiterer Fall ist längst geplant und offenbar bereits gedreht.

Der englische Titel lautet »The Mystery of the Golden Spear«. Miranda Green reist darin nach Südafrika und untersucht das Verschwinden eines Mannes auf einem Weingut. Das Projekt wurde im April 2026 als in der Postproduktion befindlich geführt.

Wann und unter welchem Titel der dritte Film in Deutschland veröffentlicht wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

Vielleicht schafft Miranda also noch den Sprung vom hübsch ausgestatteten Sonntagnachmittagskrimi zu einem wirklich guten Fall. Ich bleibe vorsichtig. Der goldene Speer klingt jedenfalls schon wieder so, als hätte die Requisite Überstunden gemacht.

Fazit zu »Einladung zum Mord 2«

»Einladung zum Mord 2 – Das Rätsel von Kairo« ist ein durchschnittlicher, aber durchaus unterhaltsamer Retro-Krimi.

Die farbenfrohen Kulissen, die historische Ausstattung und die sauber gelegte Spurensuche machen Spaß. Gleichzeitig sind mir die Figuren zu überzeichnet, die Inszenierung zu künstlich und die politische Verschwörung zu aufgeblasen.

Dass mich der Täter am Ende überraschte, rettet den Film in den soliden Bereich. Für einen entspannten Sonntagnachmittag, an dem man einen hübschen Whodunit sehen und ein bisschen miträtseln möchte, reicht das völlig aus. Ein großer Krimi ist es nicht. Aber eben auch kein völliger Reinfall.

⭐️⭐️⭐️ 3 von 5 Sternen

Textquellen: Prime Video: Einladung zum Mord 2 – Das Rätsel von Kairo, Filmdienst: Kritik und Filmdaten zu Einladung zum Mord 2, High on Films: Handlung und Ende von Murder at the Embassy, The Guardian: Kritik zum ersten Film Invitation to a Murder, Film-Rezensionen: Kritik zu Einladung zum Mord, World Screen: Ankündigung der weiteren Miranda-Green-Filme, Production List: Produktionsstand von The Mystery of the Golden Spear // Bildquelle: Plaion


Zusammenfassung

Der zweite Fall von Miranda Green bietet farbenfrohen Retro-Charme, eine überraschende Täterauflösung und reichlich übertriebene Agatha-Christie-Atmosphäre. Meine Kritik mit vollständiger Erklärung des Endes.

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