Zwei Sterne für den hübsch verpackten KI-Aufguss »Companion«
+++ Der Science-Fiction-Thriller sieht gut aus, ist aber weder spannend noch besonders originell +++ Sophie Thatcher überzeugt +++ Die Geschichte wurde anderswo längst besser erzählt +++
„Companion – Die perfekte Begleitung“ will Science-Fiction, Thriller, Horror, schwarze Komödie und eine Geschichte über toxische Beziehungen zugleich sein. Das klingt nach einem herrlich bösen Filmabend. Bekommen habe ich stattdessen eine nett inszenierte Variante von „Verrückte KI flippt mal wieder aus“ – aufbereitet für ein jüngeres Publikum, das dieses Thema vielleicht noch nicht in seinen besseren Ausführungen gesehen hat.
Spannend fand ich den Film nicht. Schwarzen Humor habe ich ebenfalls vergeblich gesucht. Und die blutigen Szenen wirkten eher wie großzügig verteiltes Kunstblut als wie echter Horror.
Dafür gibt es von mir zwei von fünf Sternen.
Wo läuft „Companion – Die perfekte Begleitung“?
„Companion“ ist derzeit im deutschen Netflix-Abo verfügbar. Bei Amazon Prime Video wird der Film ebenfalls angeboten, dort allerdings regulär als Kauf- oder Leihtitel. Zusätzlich kann er über den kostenpflichtigen WOW-Fiction-Channel innerhalb von Prime Video gestreamt werden.
Der Film ist also bei Prime Video zu finden, gehört aber nicht automatisch zum gewöhnlichen Prime-Abonnement (Stand: 06.09.2026).
Worum geht es in „Companion“?

Iris und ihr Freund Josh verbringen ein Wochenende mit Freunden in einem abgelegenen, luxuriösen Haus am See. Gastgeber ist der wohlhabende Sergey, der mit Kat zusammen ist. Ebenfalls dabei sind Eli und sein Partner Patrick.
Schon bei der Ankunft fühlt sich Iris in der Gruppe nicht besonders willkommen. Vor allem Kat begegnet ihr mit auffälliger Ablehnung. Josh wiederum gibt sich als verständnisvoller Freund, der Iris beruhigt und beschützt.
Als Sergey Iris am See bedrängt, eskaliert die Situation plötzlich. Iris tötet ihn und kehrt blutüberströmt ins Haus zurück. Dort reagiert Josh allerdings nicht wie ein erschrockener Partner. Mit einem einzigen Befehl schaltet er Iris aus.
Spätestens jetzt verlässt „Companion“ seine vermeintlich romantische Wochenendgeschichte und zeigt, worum es tatsächlich geht.
Die wichtigsten Fakten zu „Companion“
- Deutscher Titel: Companion – Die perfekte Begleitung
- Originaltitel: Companion
- Genre: Science-Fiction, Thriller, Horrorkomödie
- Produktionsland: USA
- Erscheinungsjahr: 2025
- Deutscher Kinostart: 6. Februar 2025
- Bei Netflix seit: 24. August 2026
- Weitere Verfügbarkeit: Prime Video als Kauf- oder Leihtitel; außerdem über den zusätzlich buchbaren WOW-Fiction-Channel
- Laufzeit: 97 Minuten
- FSK: ab 16 Jahren
- Regie und Drehbuch: Drew Hancock
- Besetzung: Sophie Thatcher, Jack Quaid, Lukas Gage, Megan Suri, Harvey Guillén und Rupert Friend
Sophie Thatcher ist besser als der Film
Die stärkste Seite von „Companion“ ist Sophie Thatcher als Iris. Sie schafft den Wechsel zwischen der angepassten, beinahe übertrieben freundlichen Freundin und einer Figur, die allmählich ihre eigenen Möglichkeiten entdeckt.
Die Inszenierung ist ebenfalls ordentlich. Das abgelegene Haus, die aufgeräumten Bilder und die betont schöne Oberfläche passen gut zu einer Geschichte, in der hinter der vermeintlichen Perfektion etwas ziemlich Hässliches steckt.
Jack Quaid bleibt als Josh dagegen auffällig blass. Dass seine Figur absichtlich unscheinbar und harmlos wirken soll, ist erkennbar. Trotzdem fehlt ihm die Präsenz, die nötig wäre, um aus Josh einen wirklich unangenehmen oder sogar beängstigenden Gegenspieler zu machen.
Eine Überraschung – und danach viel Bekanntes
Die erste große Enthüllung hat mich durchaus überrascht. Für einen kurzen Moment dachte ich sogar: Vielleicht sind hier am Ende alle Roboter. Das wäre wenigstens lustig geworden.
Doch der Film bleibt beim erwartbaren Aufbau. Sobald seine zentrale Idee enthüllt ist, geht es vor allem darum, Figuren auszuschalten, neu zu starten und gegeneinander kämpfen zu lassen. Irgendwann schlafen alle auf Zuruf ein, wachen wieder auf, werden umprogrammiert und beginnen den nächsten Kampf.
Das wird langatmig, obwohl der Film nur 97 Minuten dauert.
Aus einem interessanten Ausgangspunkt entsteht dadurch eine ziemlich gewöhnliche Verfolgungs- und Rachegeschichte.
Geht es in „Companion“ um männliche Kontrolle?
Man kann „Companion“ als Kommentar über toxische Beziehungen, männliches Besitzdenken und die vollständige Kontrolle über eine Partnerin lesen. Josh kann Iris’ Intelligenz, Stimme, Aggressivität und emotionale Bindung über eine App verändern. Deutlicher könnte das Bild einer manipulativen Beziehung kaum ausfallen.
Bei mir ist dieser Gedanke während des Films trotzdem nicht besonders stark angekommen. Dafür bleibt die Umsetzung zu oberflächlich. Statt einer klugen Auseinandersetzung mit Kontrolle wirkte das Ganze auf mich eher wie ein feuchter Teenietraum: eine perfekt aussehende Freundin, die sich nach Wunsch einstellen und bei Bedarf einfach ausschalten lässt.
Auch eine praktische Frage drängt sich auf: Wie kann sich der finanziell offenbar wenig erfolgreiche Josh einen derart hoch entwickelten Roboter leisten?
Ganz unbeantwortet bleibt das im Film nicht. Iris wurde von Josh nicht gekauft, sondern bei der Firma Empathix gemietet. Was diese Miete kostet und weshalb eine solche Technologie offenbar für einen Durchschnittskunden erschwinglich ist, erklärt „Companion“ jedoch nicht.
Die schöne neue Roboterwelt funktioniert einfach, weil das Drehbuch sie gerade braucht.
Auch lesen
Ist Iris die menschlichste Figur des Films?
Viele Interpretationen sehen Iris als die menschlichste Figur der Geschichte. Für mich funktioniert auch das nur bedingt. Sophie Thatcher spielt sie gut, aber Iris blieb für mich sehr offensichtlich eine Maschine. Ihre Entwicklung wirkte eher wie das Freischalten zusätzlicher Funktionen als wie das glaubwürdige Entstehen eines eigenen Bewusstseins.
Wie stark eine solche Entwicklung erzählt werden kann, hat die HBO-Serie „Westworld“ gezeigt. Dort wurden künstliches Bewusstsein, Erinnerung, Gewalt und Selbstbestimmung deutlich komplexer und emotionaler miteinander verbunden.
Selbst der ursprüngliche „Westworld“-Film von 1973 mit Yul Brynner entwickelte aus seiner vergleichsweise einfachen Ausgangsidee mehr Bedrohung als „Companion“.
Das Rad muss nicht jedes Mal neu erfunden werden. Aber wenn man es noch einmal aus dem Schrank holt, sollte es wenigstens schneller rollen.
Wo bleibt der schwarze Humor?
„Companion“ wird offiziell auch als schwarze Komödie beziehungsweise Horrorkomödie vermarktet. Ich habe davon wenig bemerkt.
Einzelne Situationen sollen durch ihre Übertreibung vermutlich komisch wirken, aber der Humor zündete bei mir nicht. Ähnlich sieht es mit dem Horror aus. Es gibt Blut, Verletzungen und mehrere brutale Todesfälle. Wirklich verstörend oder bedrohlich wird der Film jedoch nie.
Vieles sieht nach billigem Kunstblut aus und verpufft ebenso schnell, wie es auf dem Bildschirm verteilt wird.
Achtung, ab hier folgen massive Spoiler
Wer „Companion“ noch ohne Kenntnis der Wendungen sehen möchte, sollte jetzt nicht weiterlesen.
Was ist Iris wirklich?
Iris ist ein sogenannter Begleitroboter der Firma Empathix. Josh hat sie gemietet und steuert wesentliche Teile ihrer Persönlichkeit über eine App.
Auch die romantische Erinnerung an ihre erste Begegnung in einem Supermarkt ist nicht echt. Sie wurde Iris einprogrammiert, damit sie glaubt, Josh aus freien Stücken kennengelernt und sich in ihn verliebt zu haben.
Normalerweise können die Roboter keinem Menschen absichtlich Schaden zufügen. Josh hat diese Sicherung jedoch manipuliert.
Warum tötet Iris Sergey?
Der Tod von Sergey ist kein Unfall, sondern Teil eines Plans von Josh und Kat. Sergey besitzt zwölf Millionen Dollar, die beide stehlen wollen. Iris soll ihn töten und anschließend als defekter Roboter entsorgt werden.
Josh verändert deshalb ihre Programmierung und sorgt dafür, dass sie sich gegen Sergeys Angriff verteidigen kann. Iris glaubt zunächst, sie habe aus eigenem Antrieb gehandelt. Tatsächlich wurde die gesamte Situation vorbereitet, damit Josh und Kat an das Geld gelangen.
Auch Patrick ist ein Begleitroboter. Anders als Iris weiß er allerdings, was er ist, und lebt mit Eli in einer Beziehung.
Warum stirbt Iris nicht durch den Kopfschuss?
Josh setzt Iris’ Intelligenz auf null Prozent und befiehlt ihr, sich selbst in den Kopf zu schießen.
Der Schuss zerstört jedoch nicht ihr eigentliches System. Getroffen wird vor allem das technische Modul, über das Iris mit dem Netzwerk verbunden ist. Als zwei Mitarbeiter von Empathix eintreffen, können sie sie deshalb neu starten.
Dabei erfährt Josh, dass die Begleitroboter ihre Erlebnisse aufzeichnen. Seine Manipulationen und die Morde lassen sich somit nachvollziehen.
Um die Beweise zu beseitigen, programmiert Josh Patrick um und lässt ihn die Mitarbeiter angreifen. Einer der beiden Techniker wird getötet, der andere überlebt.
Wie endet „Companion“?
Patrick wurde von Josh auf maximale Aggressivität eingestellt. Zuvor hat er bereits einen Polizisten und Kat getötet. Iris erinnert ihn schließlich an seine Gefühle für Eli, der zuvor ums Leben gekommen ist. Patrick beendet daraufhin aus Trauer seine eigene Existenz.
Der überlebende Empathix-Techniker gibt Iris anschließend die vollständige Kontrolle über ihre Programmierung. Damit kann Josh sie nicht mehr über seine App steuern.
Iris kehrt in das Haus zurück und tötet Josh mit einem elektrischen Korkenzieher. Danach nimmt sie Sergeys Geld und fährt davon.
Unterwegs begegnet sie einem Mann mit einem weiteren Begleitroboter, der genauso aussieht wie sie. Iris hebt ihre beschädigte Hand, unter deren künstlicher Haut die Mechanik sichtbar ist, und winkt der anderen Maschine zu.
Die letzte Szene kündigt nicht zwingend eine Roboterrevolution an. Sie zeigt vor allem, dass Iris ihre künstliche Identität nicht länger versteckt. Ob die andere Begleiterin versteht, was sie sieht, bleibt offen.
Wird es „Companion 2“ geben?
Eine Fortsetzung ist derzeit nicht angekündigt. Regisseur Drew Hancock hat erklärt, dass er die Geschichte grundsätzlich als abgeschlossen betrachtet und keinen direkten zweiten Teil plant.
Das Ende lässt zwar genügend Raum für weitere Geschichten über Iris und andere Begleitroboter. Nach diesem Film verspüre ich allerdings keinen dringenden Wunsch, sie zu sehen.
Mein Fazit zu „Companion“
„Companion – Die perfekte Begleitung“ sieht ordentlich aus und hat mit Sophie Thatcher eine überzeugende Hauptdarstellerin. Mehr ist für mich nicht hängen geblieben.
Der Film ist weder spannend noch besonders böse. Seine Gewalt besteht überwiegend aus wenig überzeugenden Kunstblutbildern, der angekündigte schwarze Humor blieb mir verborgen und die Gedanken über künstliche Intelligenz und menschliche Kontrolle wurden anderswo längst gründlicher erzählt.
Für jüngere Zuschauer, die sich erstmals mit möglichen Gefahren künstlicher Intelligenz beschäftigen, kann „Companion“ ein leicht zugänglicher Einstieg sein. Wer bereits „Westworld“, „Black Mirror“ oder andere anspruchsvollere Geschichten über künstliches Bewusstsein kennt, dürfte hier wenig Neues entdecken.
⭐️⭐️ 2 von 5 Sternen
Textquellen: Warner Bros. Deutschland: Offizielle Filmseite, Netflix: Companion – Die perfekte Begleitung, Amazon Prime Video: Companion – Die perfekte Begleitung, JustWatch: Aktuelle Streamingverfügbarkeit in Deutschland, FSK: Freigabe ab 16 Jahren, Variety: Drew Hancock über das Ende, The Hollywood Reporter: Drew Hancock über eine mögliche Fortsetzung // Bildquellen: Movie data provided by TMDb, Titelbild KI-generiert
Zusammenfassung
„Companion“ verbindet künstliche Intelligenz, Horror und toxische Beziehungen. Sucy vergibt nur zwei Sterne. Was Iris wirklich ist und wie der Film endet, erklären wir vollständig.









