Beim Deutschen Fernsehpreis 2026 wurden insgesamt 29 Auszeichnungen vergeben. Bildnachweis: bitte entsprechend dem verwendeten Pressefoto ergänzen. Bühne bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2026

Deutscher Fernsehpreis 2026: Alle Gewinner und eine Rede, die Mut macht

6 Min. Lesezeit

Der Deutsche Fernsehpreis 2026 hat seine Gewinner: Am 8. und 9. September wurden in Köln insgesamt 29 Auszeichnungen für Leistungen aus Fernsehen und Streaming vergeben. Den Ehrenpreis erhielt der frühere „RTL aktuell“-Moderator Peter Kloeppel. Tom Schilling gewann für „Achtsam Morden“, Karin Hanczewski für „Call My Agent Berlin“ und Laura Wontorra für ihre Moderation von „Deutschland sucht den Superstar“.

Zwischen Trophäen, Abendkleidern und dem üblichen Schulterklopfen innerhalb der Fernsehbranche blieb vor allem eine Rede hängen: Markus Lanz sprach über die Verunsicherung vieler Menschen und machte aus seiner Danksagung einen bemerkenswert politischen Mutmacher.

Markus Lanz spricht über die Angst im Land

Markus Lanz und seine gleichnamige ZDF-Talkshow gewannen den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Information“. In seiner Dankesrede beließ es der Moderator nicht bei den üblichen freundlichen Worten an Redaktion, Sender und Familie.

Er erlebe derzeit viele Menschen, die unsicher seien und teilweise Angst hätten, sagte Lanz. Anschließend formulierte er eine klare Botschaft: „Wir wandern nicht aus. Wir stehen da.“ Was gegenwärtig kaputtgehe, werde man später wieder aufbauen.

Natürlich löst eine Dankesrede weder politische Krisen noch gesellschaftliche Konflikte. Aber Lanz traf damit einen Ton, der bei solchen Galas selten geworden ist: weniger Selbstbeweihräucherung, mehr Blick auf die Menschen außerhalb des Saales. Das war keine ausgearbeitete Analyse über den Zustand Deutschlands, sondern eine kurze Absage an Resignation und Fluchtgedanken. Manchmal ist ein einfacher Satz wirkungsvoller als die zwanzigste Talkshowrunde über denselben Satz.

Markus Lanz

WELT-Reporter Ibrahim Naber erhält den Fernsehpreis

Besonders gefreut hat mich die Auszeichnung für Ibrahim Naber. Der WELT-Chefreporter wurde für seine Ukraine-Berichterstattung in der Kategorie „Beste Moderation beziehungsweise Einzelleistung Information“ geehrt.

Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine persönliche Auszeichnung für Nabers journalistische Arbeit und nicht um einen allgemeinen Preis für den gesamten Sender. Trotzdem passt die Entscheidung für mich: WELT ist mein bevorzugter Nachrichtensender, und gerade am Morgen gefällt mir das Programm dort besonders gut. Die Berichterstattung ist häufig direkt, aktuell und angenehm frei von allzu viel Watte – und mit Humor.

Naber berichtet regelmäßig aus der Ukraine und begibt sich dafür auch in die Nähe der Front. Dass eine solche Arbeit zwischen den zahlreichen fiktionalen Produktionen und Unterhaltungsshows sichtbar gewürdigt wird, gehört für mich zu den richtigen Entscheidungen dieses Fernsehpreises.

Peter Kloeppel erhält den Ehrenpreis

Der Ehrenpreis der Stifter ging 2026 an Peter Kloeppel. Mehr als drei Jahrzehnte lang war er das prägende Gesicht von „RTL aktuell“. Von April 1992 bis August 2024 moderierte er insgesamt 4.580 Ausgaben der Nachrichtensendung gemeinsam mit der Sportmoderatorin Ulrike von der Groeben.

Besonders in Erinnerung blieb seine mehr als siebenstündige Live-Berichterstattung zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Kloeppel vermittelte die damals noch vollkommen unübersichtliche Nachrichtenlage sachlich und zugleich erkennbar bewegt. Der Ehrenpreis für sein journalistisches Lebenswerk ist deshalb keine höfliche Abschiedsgeste, sondern verdient.

Die wichtigsten Gewinner des Deutschen Fernsehpreises 2026

Bei den fiktionalen Produktionen gewann das ZDF-Biopic „Olivia“ über Olivia Jones als bester Fernsehfilm beziehungsweise Mehrteiler. „Hundertdreizehn“ setzte sich als beste Drama-Serie durch, während „Chabos“ den Preis als beste Comedy-Serie erhielt.

Nach harten, entbehrungsreichen Jahren auf der Reeperbahn hat Oliver Knöbel als Olivia Jones (Johannes Hegemann) endlich den Durchbruch geschafft // Bild: ZDF

Karin Hanczewski wurde für „Call My Agent Berlin“ als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Tom Schilling gewann für die Netflix-Serie „Achtsam Morden“ als bester Schauspieler.

In der Unterhaltung siegte „Wer weiß wie wann was war?“ als beste Show. Laura Wontorra wurde für ihre DSDS-Moderation ausgezeichnet. Bei den Reality-Formaten gewann „Werwölfe – Das Spiel von List und Täuschung“.


  • Bester Fernsehfilm/Mehrteiler: „Olivia“
  • Beste Drama-Serie: „Hundertdreizehn“
  • Beste Comedy-Serie: „Chabos“
  • Beste Schauspielerin: Karin Hanczewski für „Call My Agent Berlin“
  • Bester Schauspieler: Tom Schilling für „Achtsam Morden“
  • Beste Regie Fiktion: Bettina Oberli für „naked“
  • Bestes Buch Fiktion: Rolf Basedow, Nicole Armbruster und Gabriela Sperl für „Die Nichte des Polizisten“
  • Beste Kamera Fiktion: Theo Bierkens für „Sturm kommt auf“
  • Beste Montage Fiktion: Anna Nekarda für „Die Nichte des Polizisten“
  • Beste Musik Fiktion: Stefan Will und Robert Henke für „Crooks“ und „Banksters“
  • Beste Ausstattung Fiktion: Matthias Müsse und Pierre-Yves Gayraud für „Die Nibelungen – Kampf der Königreiche“
  • Beste Unterhaltungsshow: „Wer weiß wie wann was war?“
  • Beste Comedy/Late Night: „heute-show extra: Next Stop Köster“
  • Bestes Factual Entertainment: „Roadtrip Australien – Drei Spitzenköche auf vier Rädern“
  • Beste Unterhaltung Reality: „Werwölfe – Das Spiel von List und Täuschung“
  • Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung: Laura Wontorra für „Deutschland sucht den Superstar“
  • Beste Regie Unterhaltung: Carsten Seibt für „Silvester-Schlagerbooom 2026 live – Die Wunderlichtershow“
  • Bestes Buch Unterhaltung: Christian Ehring und Dietmar Jacobs für „extra 3“
  • Beste Ausstattung Unterhaltung: Katia Convents und Paola von Griesheim für „Let’s Dance“
  • Beste Information: „Markus Lanz“
  • Bestes Infotainment: „Terra Xplore mit Leon Windscheid“
  • Beste Dokumentation/Reportage: „Joko & Klaas LIVE – #dontlookaway“
  • Beste Doku-Serie: „Mesut Özil – Zu Gast bei Freunden“
  • Beste Moderation/Einzelleistung Information: Ibrahim Naber für seine Ukraine-Berichterstattung bei WELT
  • Beste Kamera Information/Dokumentation: Eike Köhler, Kim Kristin Mauch und Björn Kurtenbach für „Minentaucher – Der harte Weg in die Elite der Bundeswehr“
  • Beste Montage Information/Dokumentation: Xenja Kupin für „Rise & Fall of 1860 München“
  • Beste Sportsendung: die WM-Berichterstattung 2026 von MagentaTV
  • Ehrenpreis der Stifter: Peter Kloeppel
  • Förderpreis: Nico Marischka, Jonathan Kriener, Arsseni Bultmann und Loran Alhasan aus „Chabos“

Welche Sender gewannen die meisten Preise?

Die ARD erzielte mit neun Auszeichnungen die höchste Zahl. Das ZDF folgte mit acht Preisen, RTL Deutschland erhielt vier. Je zwei Auszeichnungen gingen an ProSiebenSat.1 und Netflix. MagentaTV, Disney+, HBO Max und WELT erhielten jeweils einen Preis.

Die reine Zahl erzählt allerdings nicht alles. An einem Abend voller Unterhaltung waren es ausgerechnet zwei Auszeichnungen aus dem Informationsbereich, die besonders nachwirkten: Markus Lanz’ unerwartet politische Dankesrede und der Preis für Ibrahim Nabers journalistische Arbeit in der Ukraine.

Wer erhielt den Ehrenpreis?

Peter Kloeppel wurde für sein journalistisches Lebenswerk und seine mehr als 30 Jahre als prägendes Gesicht von „RTL aktuell“ ausgezeichnet.

Wer gewann als beste Schauspielerin und bester Schauspieler?

Karin Hanczewski gewann für „Call My Agent Berlin“. Tom Schilling wurde für seine Rolle in der Netflix-Serie „Achtsam Morden“ ausgezeichnet.

Was sagte Markus Lanz in seiner Dankesrede?

Lanz sprach über die Unsicherheit und Angst vieler Menschen. Mit den Worten „Wir wandern nicht aus. Wir stehen da“ rief er dazu auf, sich nicht entmutigen zu lassen.

Textquellen: Deutscher Fernsehpreis: offizielle Liste aller Preisträger 2026, Focus: Markus Lanz mit politischem Appell beim Deutschen Fernsehpreis // Bildquelle: ARD, ZDF


Zusammenfassung

Der Deutsche Fernsehpreis 2026 ist vergeben. Hier stehen alle Gewinner – dazu Markus Lanz’ politischer Appell und der Preis für WELT-Reporter Ibrahim Naber.

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