Spielzeug trifft Bildschirm: KI-generiertes Symbolbild zur Kritik von „Toy Story 5“, keine Filmszene.

»Toy Story 5« bei Disney+: Süße Kampfansage ans Tablet mit etwas dünner Story

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Ausgerechnet ein Film, den wir auf einem Bildschirm anschauen, erinnert uns daran, diesen auch mal auszuschalten. Das hat schon einen gewissen Witz. „Toy Story 5“ nimmt sich die Bildschirmwelt im Kinderzimmer vor und macht daraus eine süße, unterhaltsame Fortsetzung. Die bleibt ihren Figuren treu, erzählt aber eine ziemlich einfach gestrickte Geschichte.

Mir hat das Wiedersehen trotzdem Spaß gemacht. Nicht jeder Familienfilm muss ein erzählerisches Wunderwerk sein. Ein bisschen mehr Schwung hätte dieser fünften Spielzeugrunde allerdings gutgetan.


  • Wo schauen? „Toy Story 5“ ist bei Disney+ verfügbar.
  • Worum geht es? Digitale Geräte machen den vertrauten Spielzeugen ihren Platz im Kinderzimmer streitig.
  • Regie: Andrew Stanton, Co-Regie: Kenna Harris.
  • Deutsche Stimmen: Unter anderem Michael „Bully“ Herbig als Woody und Rick Kavanian als Rex.
  • Laufzeit und Freigabe: Laut deutscher Disney-Filmseite 102 Minuten, freigegeben ab 0 Jahren.

Wenn das Tablet plötzlich spannender ist als das Lieblingsspielzeug

Buzz, Woody, Jessie und ihre Freunde bekommen Konkurrenz, gegen die selbst ein beherzter Spielzeugeinsatz schwierig wird: Elektronik zieht ins Kinderzimmer ein und beansprucht die Aufmerksamkeit, von der die Spielzeuge leben. Die vertraute Frage nach ihrem Platz im Leben eines Kindes bekommt damit einen zeitgemäßen Anlass.

Das ist für mich die beste Idee des Films. Statt die Figuren einfach noch einmal durch irgendein Abenteuer zu schicken, greift „Toy Story 5“ etwas auf, das viele Familien kennen: Der Bildschirm ist an, das Spielzeug bleibt liegen.

Ich verstehe den Film als Plädoyer fürs echte Spielen. Für selbst erfundene Geschichten, für Fantasie und für Dinge, die man anfassen kann. Dafür braucht es weder Handy noch Tablet noch PC. Dass die Botschaft ausgerechnet von computeranimierten Spielzeugen kommt, macht sie für mich eher charmant als widersprüchlich. Nach dem Film darf der Fernseher schließlich wieder aus.

Witzig, süß und leicht verständlich

„Toy Story 5“ wirkt auf mich vor allem wie ein Kinderfilm. Die Geschichte ist leicht zugänglich, die Botschaft gut verständlich, und die vertrauten Figuren machen es einem einfach, wieder in diese Welt hineinzufinden.

Das ist zunächst eine Stärke. Der Film bleibt sich treu und versucht nicht, seine Spielzeugtruppe plötzlich in etwas völlig anderes zu verwandeln. Er ist witzig, freundlich und stellenweise einfach richtig süß.

Die Kehrseite: Die Handlung ist mir etwas zu dünn. Sie entwickelt für meinen Geschmack nicht genug Schwung und bleibt über weite Strecken sehr einfach gestrickt. Als Erwachsene hätte ich mir mehr erzählerische Überraschungen gewünscht. Die aktuelle Idee trägt den Film, macht aus der Geschichte aber noch kein besonders raffiniertes Abenteuer.

Bully Herbig ist wieder dabei – Woody steht weniger im Mittelpunkt

Michael „Bully“ Herbig leiht Woody erneut seine Stimme. Auch Rick Kavanian gehört als Rex wieder zum deutschen Sprecherensemble.

Woody nimmt diesmal nach meinem Eindruck weniger Raum ein. Wer sich besonders auf den Cowboy und Herbigs Stimme freut, bekommt also nicht ganz so viel davon, wie vielleicht erhofft.

Zum vertrauten Gefühl der Fortsetzung passt seine Rückkehr trotzdem. Gerade bei einer Reihe wie „Toy Story“ gehören die Stimmen für mich zum Wiedersehen dazu. Man erkennt die Figuren eben nicht nur an Cowboyhut und Raumanzug.

Schlichte Optik oder vertrauter Stil?

Auch die Animationen wirken auf mich vergleichsweise schlicht. Zumindest hatte ich beim Anschauen nicht ständig das Gefühl, vor einem neuen visuellen Meilenstein zu sitzen.

Das möchte ich allerdings nicht überbewerten. Der erste „Toy Story“ war 1995 der erste vollständig computeranimierte Kinolangfilm und damit tatsächlich ein Meilenstein der Filmgeschichte. Die Reihe bringt eine lange visuelle Tradition mit.

Für mich lässt sich der vertraute Look deshalb auch als Kontinuität verstehen: Diese Figuren sollen noch immer wie die Spielzeuge aussehen, die wir kennen. Ob die Macher genau deshalb auf einen zurückhaltenden Eindruck zielten, kann ich nicht beurteilen. Aus einer schlicht wirkenden Gestaltung lässt sich jedenfalls nicht automatisch auf eine einfache technische Umsetzung schließen.

Mein größerer Kritikpunkt bleibt ohnehin die Geschichte. Ein vertrauter Stil stört mich weniger als ein Abenteuer, das zwischendurch etwas lahm wird.

Wie erfolgreich war „Toy Story 5“ im Kino?

An den Kinokassen war die Fortsetzung ein großer Erfolg. Box Office Mojo weist zum Recherchestand vom 24. September 2026 weltweit rund 1,146 Milliarden US-Dollar aus. Davon entfallen etwa 480 Millionen Dollar auf die USA und Kanada sowie rund 666 Millionen auf die übrigen Märkte.

Die Milliardenmarke ist damit deutlich überschritten. Das Interesse an Woody und seinen Freunden reicht also auch beim fünften Film noch für ein riesiges Kinopublikum.

Die Zahl bezeichnet die Einnahmen an den Kinokassen, nicht den Gewinn des Studios. Sie beantwortet aber die Frage, ob das Wiedersehen noch Menschen ins Kino lockt, ziemlich eindeutig.

„Toy Story 5“ ist eine witzige, süße Fortsetzung mit einer Botschaft, die ich mag: Kinder brauchen Raum für Fantasie und fürs Spielen jenseits von Bildschirmen. Der Film bleibt seinen Figuren treu und lässt sich leicht und angenehm anschauen.

Die Story ist mir allerdings etwas zu einfach und stellenweise zu lahm. Auch optisch hat mich der Film nicht umgehauen, wobei ich den vertrauten Stil der Reihe nicht grundsätzlich zum Nachteil machen möchte.

⭐️⭐️⭐️⭐️ Vier von fünf Sternen für ein charmantes Wiedersehen, das vor allem als Kinderfilm funktioniert. Und vielleicht liegt nach dem Abspann ja tatsächlich mal das Tablet in der Ecke – statt des Spielzeugs.

Textquellen: Disney Deutschland: Filminformationen zu „Toy Story 5“Disney+: „Toy Story 5“Universal Music: Deutsche StimmenBox Office Mojo: KinoeinspielWIRED: Die Entstehung des ersten „Toy Story“ // Bildquelle: KI-generiert


Zusammenfassung

Woody und Co. bekommen digitale Konkurrenz: „Toy Story 5“ ist ein süßes Plädoyer fürs Spielen ohne Bildschirm. Die Geschichte bleibt allerdings etwas dünn. Meine Kritik mit 4 von 5 Sternen.

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