»Das letzte Problem«: Was bedeutet das Ende der Netflix-Serie?
+++ Ein Mord auf einer Insel, ein Schauspieler als Ermittler und eine Frage, die von Anfang an falsch gestellt wird +++ Die vierteilige Netflix-Serie nach Arturo Pérez-Revertes Roman überzeugt mit Atmosphäre, Besetzung und einer clever vorbereiteten Auflösung +++
Das Wichtigste in Kürze
„Das letzte Problem“ ist ein klassischer Whodunit mit einem ungewöhnlich guten Schluss. Eine Frau wird in einem abgelegenen Inselhotel tot aufgefunden. Benjamin Basil, ein Schauspieler, der einst Sherlock Holmes verkörperte, übernimmt widerwillig die Ermittlungen. Die Lösung wartet allerdings nicht einfach im Hotel: Erst nachdem die Gäste die Insel verlassen haben, setzt Basil die entscheidenden Hinweise zusammen. Die Netflix-Miniserie umfasst vier Folgen und basiert auf einem Roman von Arturo Pérez-Reverte.
Ein Krimi, der sofort funktioniert
„Das letzte Problem“ verschwendet keine Zeit mit einer zähen Einführung. Benjamin Basil wird so gut eingeführt, dass man ihm seine unfreiwillige Ermittlerrolle sofort abnimmt. José Coronado spielt ihn mit genau der Präsenz, die diese Geschichte braucht: Er ist ein Schauspieler, der weiß, wie ein Detektiv auftritt – und nun herausfinden muss, ob ihm das bei einem echten Mord hilft.
Zunächst wirkt die Serie wie ein Kammerspiel. Ein Sturm schneidet das Hotel von der Außenwelt ab, alle sitzen fest, alle könnten etwas verbergen. Daraus macht die Inszenierung einen unterhaltsamen Krimi mit vielen Verdächtigungen und Wendungen. Wer klassische Rätselgeschichten mag, darf hier ausgiebig mitraten.
Besonders gelungen ist die Ausstattung. Die Insel und später das Filmset sehen farbenprächtig aus, ohne wie eine sterile Kulisse zu wirken. Die 1950er-Jahre sind mehr als hübsche Kostüme: Auch die Vergangenheit einer Figur aus der Zeit des Nationalsozialismus spielt für das Motiv eine Rolle.

Warum das Ende so gut ist
Achtung, ab hier folgen Spoiler zur Auflösung.
Die Frau, die wir als Adela Figueroa kennenlernen, ist die Täterin. Hinter diesem Namen verbirgt sich jedoch Elisa Mander. Die beiden Frauen haben ihre Identitäten vertauscht. Die Tote, die zunächst für Elisa gehalten wird, ist die echte Adela. Basil muss deshalb seine Ausgangsfrage korrigieren: Er suchte nach dem Mörder von Elisa, obwohl Elisa noch lebt. María Valverde spielt die Frau, die während der Ermittlungen als Adela auftritt.
Die Täterin will vor allem einen Mann mit nationalsozialistischer Vergangenheit töten. Der Identitätstausch dient ihrem Plan und ermöglicht ihr, nach den Ereignissen als eine andere Person weiterzuleben. Die Serie legt die Täuschung über mehrere Folgen an, ohne die Auflösung zu früh zu verraten.
Der beste Einfall ist der Zeitpunkt der Enthüllung. Das Inselrätsel scheint bereits abgeschlossen, die Beteiligten sind fort, und gerade die Täterin glaubt, davongekommen zu sein. Doch am Filmset arbeitet Basil weiter. Dass die Geschichte den begrenzten Hotelraum verlässt, gibt dem Finale neue Energie und macht die letzte Konfrontation stärker als eine übliche Auflösung vor versammelten Gästen.

Was ist „das letzte Problem“?
Der Titel bezeichnet für mich Basils letzte und wichtigste Denkaufgabe: Er muss erkennen, dass die vermeintliche Identität des ersten Opfers falsch ist. Solange er fragt, wer Elisa Mander getötet hat, kann er den Fall nicht lösen. Erst die Frage „Wer lag wirklich tot im Hotel?“ bringt ihn zur Täterin.
Daneben ist der Titel ein bewusstes Spiel mit Sherlock Holmes. Arthur Conan Doyles Erzählung The Final Problem führt Holmes in die Auseinandersetzung mit Moriarty. Pérez-Revertes Geschichte macht aus einem Mann, der Holmes nur gespielt hat, einen Ermittler in einem echten Rätsel. Das erklärt die Anspielung, ohne dass die Netflix-Serie Doyles Handlung nacherzählt.
⭐️ Sucy-Fazit
„Das letzte Problem“ ist ein ausgesprochen unterhaltsamer Krimi für Menschen, die Verdächtige abklopfen und bis zum Schluss mitdenken wollen. Die Hauptfigur trägt die Serie, die Besetzung stimmt, und die farbenfrohe Atmosphäre der 1950er-Jahre macht sowohl die Insel als auch das spätere Filmset sehenswert. Vor allem aber verdient sich die Geschichte ihre überraschende Auflösung: Der entscheidende Trick steckt bereits in der ersten Frage.
⭐️⭐️⭐️⭐️ 4 von 5 Sternen
FAQ: „Das letzte Problem“ bei Netflix
Wie viele Folgen hat „Das letzte Problem“?
Die Miniserie hat vier Folgen.
Wer ist die Täterin?
Die Frau, die als Adela Figueroa auftritt. Tatsächlich ist sie Elisa Mander und hat die Identität ihrer Freundin angenommen.
Was bedeutet der Titel?
Basil muss als letztes Problem die falsche Identität des ersten Mordopfers durchschauen. Zugleich verweist der Titel auf eine Sherlock-Holmes-Erzählung von Arthur Conan Doyle.
Ist die Serie nach einer wahren Geschichte entstanden?
Nein. Sie ist die Verfilmung eines Kriminalromans von Arturo Pérez-Reverte.
Textquellen: Netflix – „Das letzte Problem“, About Netflix – Serienankündigung, Penguin Libros – Romanvorlage // Bildquelle: Netflix
Zusammenfassung
Wer ist Täter im fantastischen Krimi „Das letzte Problem“? Wir erklären den Identitätstausch, das Netflix-Ende und warum Basils wichtigste Frage falsch war.









