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»Dark Matter« Staffel 2: Warum Folge 5 die Spannung zerstört

5 Min. Lesezeit

Endlich glaube ich wieder, in „Dark Matter“ angekommen zu sein. Nach zwei Jahren Pause brauche ich etwas, um die verschiedenen Jasons und ihre Welten zu sortieren, doch dann packt mich die zweite Staffel erneut. Und ausgerechnet jetzt erzählt Folge 5 plötzlich eine andere Geschichte. Lohnt sich „Dark Matter“ Staffel 2 nach fünf Folgen noch? Für mich ja – aber die Serie hat sich gerade einen erstaunlich gründlichen Fehlgriff geleistet.


  • Serie: „Dark Matter – Der Zeitenläufer“, Staffel 2
  • Wo läuft sie? Bei Apple TV; seit dem 28. August 2026 erscheint freitags eine neue Folge.
  • Genre: Science-Fiction-Thriller
  • Stand dieser Kritik: Die ersten fünf von zehn Folgen; die Staffel ist noch nicht abgeschlossen.
  • Kurzurteil: Die Reise durch mögliche Welten fasziniert mich weiterhin. Folge 5 unterbricht für meinen Geschmack die mühsam wieder aufgebaute Spannung der Hauptgeschichte.

Erst verwirrend – und dann wieder faszinierend

Wer nach der langen Pause zwischen den Staffeln nicht sofort jede Version von Jason auseinanderhalten kann: Willkommen im Club. Auch ich fand den Einstieg zunächst verwirrend. Aber man findet wieder hinein. Die Serie gewinnt ihren Reiz zurück, sobald die Familie unterwegs ist und jede neue Welt eine andere Antwort auf dieselbe Frage liefert: Wie hätte unser Leben auch aussehen können?

Der Zauber der ersten Staffel lässt sich dabei nicht vollständig wiederholen. Damals war die Box neu, ihre Möglichkeiten waren eine Entdeckung. Heute wissen wir, was sie kann. Trotzdem möchte ich immer noch hineingehen und sehen, welche Tür sich öffnet. Vermutlich wäre ich schon in der Box, bevor ich die Bedienungsanleitung verstanden hätte.

Besonders mochte ich die technikferne Welt in Folge 2. Sie weckt bei mir dieses Gefühl der Achtzigerjahre, die ich liebe. Mein Autorenbüro sieht ohnehin fast aus, als könnte ich dort direkt in dieser Zeit weiterarbeiten. In dieser Welt verweilt mein Kopf länger als bei mancher spektakuläreren Variante. Folge 3 greift außerdem einen Gedanken auf, der mich beschäftigt: Technischer Fortschritt kann das Schöne im Menschen ebenso sichtbar machen wie das Schreckliche.

Joel Edgerton und Jennifer Connelly tragen die Geschichte für mich weiterhin überzeugend. Gerade weil ich mich wieder auf Jason, Daniela und die Familie eingelassen habe, trifft mich der nächste erzählerische Schlenker umso stärker.

Joel Edgerton und Jennifer Connelly in „Dark Matter – Der Zeitenläufer“, Staffel 2.

Warum stört Folge 5 so sehr?

Kleiner Handlungsspoiler für Folge 5: „Lieben und geliebt werden“ rückt einen anderen Jason in den Mittelpunkt. Laut dem offiziellen Podcast zur Serie ist es Jason24; die Macher beschreiben die Folge selbst als eigenständige Episode. Das erklärt den Perspektivwechsel. Es macht ihn für mich aber nicht besser.

Nach vier Folgen habe ich die Figurenkonstellation gerade wieder im Kopf, die Spannung der Hauptgeschichte hat sich aufgebaut – und dann geht es eine ganze Folge lang woanders weiter. Vielleicht funktioniert diese Geschichte für sich genommen. An dieser Stelle der Staffel empfinde ich sie als Fehlgriff von vorne bis hinten. Die mühsam aufgebaute Spannung ist weg; kurz hatte ich sogar keine Lust mehr, weiterzuschauen.

Ich will wissen, wie es mit der Familie weitergeht. Nur deshalb werde ich die Serie fortsetzen. Ob ich direkt Folge 6 einschalte oder bis zum Staffelfinale warte, weiß ich noch nicht. Diese Zwischenkritik bewertet ausdrücklich die ersten fünf Folgen, nicht die gesamte Staffel.

Was ist an der Superposition wirklich möglich?

Die Box reizt mich auch deshalb, weil ich solche Gedankenexperimente liebe. Parallelwelten und Zeitreisen machen mir regelmäßig Kopfschmerzen – und ich würde die Reise trotzdem gern ausprobieren.

Der wissenschaftliche Ausgangspunkt ist real: In der Quantenphysik kann ein System in einer Überlagerung verschiedener Zustände beschrieben werden. Das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology erklärt Superposition beispielsweise anhand von Atomen und Qubits. Die Vorstellung vieler Welten ist eine Interpretation der Quantenmechanik. Daraus folgt kein nachgewiesener Weg, einen Menschen per Box in eine frei gewählte Parallelwelt zu schicken. Hier macht „Dark Matter“ aus einem physikalischen Begriff eine fesselnde Science-Fiction-Idee.

Für mich liegt der Reiz ohnehin weniger in einer Bauanleitung als in der Frage dahinter: Welche Entscheidung hätte mein Leben verändert – und wäre diese andere Version wirklich glücklicher? Bei den Antworten würde ich gern mitreden. Vielleicht sogar aus der Box heraus.

„Dark Matter“ Staffel 2 bekommt nach fünf Folgen von mir 3 von 5 Sternen. Die alternativen Welten, die Hauptdarsteller und die Fragen nach unseren möglichen Leben ziehen mich weiterhin an. Folge 5 ist für mich jedoch ein kompletter Fehlgriff und bremst die Geschichte genau dann aus, als sie wieder Fahrt aufgenommen hat. Wer die erste Staffel liebte, darf weiter neugierig sein. Mein endgültiges Urteil gibt es erst nach dem Finale.

⭐️⭐️⭐️  3 von 5 Sternen


Wo kann man „Dark Matter“ Staffel 2 sehen?

Die zweite Staffel läuft bei Apple TV. Neue Folgen erscheinen laut Apple freitags; das Finale ist für den 30. Oktober 2026 angekündigt.

Ist Folge 5 für die Hauptgeschichte wichtig?

Sie konzentriert sich auf Jason24 und ist als eigenständige Episode angelegt. Ob und wie ihre Ereignisse später wieder relevant werden, lässt sich nach fünf Folgen noch nicht abschließend beurteilen.


Textquellen: Apple TV Press Deutschland: „Dark Matter – Der Zeitenläufer“, Apple TV: „Lieben und geliebt werden“, Staffel 2, Folge 5, Apple TV Press: Start und wöchentlicher Veröffentlichungsplan der zweiten Staffel, Apple Podcasts: „Dark Matter: The Official Podcast“ über Folge 5 und Jason24, NIST: „Quantum Computing Explained“ – Superposition, Stanford Encyclopedia of Philosophy: Many-Worlds Interpretation of Quantum Mechanics // Bildquelle: Apple TV Press


Zusammenfassung

Nach fünf Folgen erhält „Dark Matter“ Staffel 2 vorläufig 3 von 5 Sternen. Sucy liebt die alternativen Welten und die Hauptdarsteller, sieht Folge 5 aber als harten Bruch in der gerade wieder spannenden Familiengeschichte.

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