„Josh Hartnett als Fischer Calvin Penney in der Netflix-Serie Below“
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»Below« auf Netflix: Was steckt wirklich hinter dem vermeintlichen Monster?

7 Min. Lesezeit

Was lauert unter der Wasseroberfläche, und warum sucht es ausgerechnet diese Küstengemeinde heim? »Below« verbindet dieses Rätsel mit einer Familiengeschichte, alten Sagen und einer Landschaft, die mich sofort begeistert hat. Die Netflix-Serie bekommt von mir 5 von 5 Sternen: für ihre hervorragende Besetzung, eine überzeugende Hauptfigur und eine Geschichte, deren Auflösung sich lohnt.

Die Kritik bleibt zunächst spoilerfrei. Die Erklärung des Endes folgt nach einer deutlichen Warnung.


  • Titel: Below
  • Wo zu sehen: Netflix, auch auf Deutsch
  • Streamingstart: 8. Oktober 2026
  • Umfang: Miniserie mit sechs Folgen, jeweils etwa 37 bis 47 Minuten
  • Genre: Mysterythriller, Familiendrama und stellenweise Horror
  • Alterskennzeichnung bei Netflix Deutschland: ab 16 Jahren
  • Serienschöpfer: Jesse McKeown
  • Besetzung: unter anderem Josh Hartnett, Mackenzie Davis, Charlie Heaton, Ruby Stokes und Rohan Campbell
  • Schauplatz und Drehregion: Neufundland, Kanada
  • Kurzurteil: Eine spannende, atmosphärische Serie, in der Landschaft, Figuren und Geheimnis wunderbar zusammenpassen.

Ein Fischer, seine Familie und etwas im Wasser

Calvin Penney, gespielt von Josh Hartnett, hat schon genug damit zu tun, sein Leben und seine Familie zusammenzuhalten. Der Fischer lebt in der neufundländischen Küstengemeinde Snooks Arm. Dort steht die Frage im Raum, ob die Einwohner ihre Heimat gegen eine finanzielle Entschädigung verlassen sollen. Dann geschehen beunruhigende Dinge im Meer.

Gemeinsam mit der Meeresforscherin Fonda Howander versucht Calvin herauszufinden, was vor der Küste vor sich geht. Dabei reichen die Fragen bald weit über die Identität eines unbekannten Tieres hinaus.

Diese Mischung hat mich durch die ganze Serie getragen. »Below« erzählt von Menschen, deren Zuhause und Lebensweise bedroht sind. Dadurch interessiert mich auch, was mit ihnen passiert. Das klingt selbstverständlich, gelingt aber längst nicht jeder Thrillerproduktion.

„Josh Hartnett als Fischer Calvin Penney in der Netflix-Serie Below“
BELOW. Josh Hartnett as Calvin in episode 101 of Below. Cr. Jan Thijs/Netflix© 2025

Josh Hartnett überzeugt mit einer richtig guten Figurenzeichnung

Josh Hartnett hat die Ausstrahlung, die diese Hauptrolle braucht. Sein Calvin kämpft sich tapfer durchs Leben, trägt seine Erfahrungen mit sich herum und entwickelt sich nachvollziehbar weiter.

Gerade darauf achte ich inzwischen besonders. Bei »Carrie« und »Verity« (übrigens auch mit Josh Hartnett) fehlten mir zwischen manchen Veränderungen der Hauptfiguren die glaubwürdigen Zwischenschritte. Hier konnte ich Calvin folgen. Seine Entscheidungen ergeben sich aus dem Menschen, den ich vorher kennengelernt habe.

Das ist eine gelungene Heldenreise. Man möchte, dass dieser Mann durchhält, versteht seine Beweggründe und freut sich über seine Entwicklung. Hartnett spielt ihn mit einer Selbstverständlichkeit, die mich vollkommen überzeugt hat.

Und das Lob gilt dem gesamten Ensemble. Auch die jungen Darsteller sind hervorragend besetzt. Niemand fiel für mich aus der Geschichte heraus. So macht es Freude, einer ganzen Gruppe von Figuren über mehrere Folgen zuzusehen.

Diese kanadische Landschaft verdient einen eigenen Stern

Bei manchen Bildern musste ich an Norwegen denken. Tatsächlich spielt »Below« in Neufundland und wurde dort auch gedreht. Diese Küste ist unglaublich schön.

Wer meine Kritiken kennt, weiß: Für solche Landschaften gibt es bei mir schnell einen gedanklichen Extrapunkt. Hier kommt hinzu, dass die Umgebung die Geschichte überhaupt erst möglich macht. Das Meer ernährt die Menschen, verbindet sie mit ihrer Heimat und wird zugleich zur Gefahr.

Man könnte diese Handlung kaum an einen beliebigen anderen Ort verlegen. Genau das gefällt mir. Die Bilder lassen mich verstehen, warum die Menschen bleiben wollen, selbst wenn ihr Alltag schwierig ist.

Wie viel Horror steckt in »Below«?

Für mein Empfinden wird es vor allem in ein oder zwei Folgen deutlich unheimlich. Über weite Strecken habe ich »Below« als Mischung aus Drama, Mystery und Thriller erlebt.

Deshalb würde ich die Serie auch Menschen empfehlen, die normalerweise einen Bogen um Horror machen, einzelne intensive Szenen aber vertragen. Ganz ohne Grauen kommt sie aus gutem Grund nicht aus.

Besonders gelungen finde ich, wie alte Sagen in die Handlung hineinspielen. Solche Geschichten liebe ich: Man ahnt, dass hinter dem Überlieferten etwas stecken könnte, und möchte wissen, wie es mit den gegenwärtigen Ereignissen zusammenhängt. »Below« verbindet diese Ebenen für mich ausgesprochen schlüssig.

Gab es die Umsiedlungen in Kanada wirklich?

Ja, die Umsiedlungen haben einen historischen Hintergrund. In Neufundland wurden Bewohner kleiner, abgelegener Küstenorte durch staatliche Programme zum Umzug in größere Gemeinden bewegt. Die großen Programme werden historisch vor allem auf 1954 bis 1975 datiert. Von einem speziell für die 1980er-Jahre belegten Programm sollte man bei der Einordnung der Serie deshalb nicht einfach ausgehen.

Sogar das ungewöhnliche Bild eines über das Wasser transportierten Hauses hat ein reales Vorbild: Das heute denkmalgeschützte Drake House wurde in den 1970er-Jahren schwimmend nach Arnold’s Cove gebracht.

»Below« greift somit eine tatsächliche Erfahrung der Region auf. Die konkrete Geschichte um Calvin und die Hintergründe der Umsiedlung innerhalb der Serie sind jedoch fiktional. Sie sollten nicht als dokumentierter historischer Einzelfall gelesen werden.

Achtung, Spoiler: Das Ende von »Below« erklärt

Was steckt hinter dem vermeintlichen Monster?

Mudder ist ein riesiger, intelligenter Kopffüßer. Ihre Angriffe hängen mit ihrem im Eis eingeschlossenen Eigelege zusammen: Sie versucht, ihren Nachwuchs zu schützen. Das wärmer werdende Wasser bedroht dessen Überleben.

Auch die rätselhaften Symptome der Einwohner erhalten eine Erklärung innerhalb der Serienwelt. Sekrete der Kreatur gelangen über das schmelzende Eis ins Wasser und beeinflussen die Betroffenen.

Das Tier ist also real innerhalb der Handlung. Der vermeintlich übernatürliche Schrecken bekommt eine andere Bedeutung.

Welche Rolle spielen die Menschen?

Die Familie Crocker will an Bodenschätze gelangen und nutzt die Bedrohung, um die Einwohner zur Aufgabe ihres Ortes zu bewegen. Hinter der Umsiedlung stehen handfeste wirtschaftliche Interessen.

Wie endet die Geschichte für Calvin?

Calvin und seine Familie bringen das Eis mit dem Gelege aus dem Hafen. Er überlebt und kann zunächst in seiner Heimat bleiben. Die Jungen des Tieres überleben jedoch nicht: Das Wasser war zu warm.

Die abschließenden Eisberge lassen erkennen, dass die Gefahren weiterbestehen. Calvins Geschichte findet einen Abschluss, während die größere Entwicklung offenbleibt.

Warum mich gerade das Tier so berührt hat

Der Moment, in dem die Kreatur ihren Nachwuchs schützen will, war für mich besonders emotional. Das zuvor Bedrohliche wird verständlich. Plötzlich schaut man mit einem anderen Gefühl auf dieses Wesen.

Diese Veränderung funktioniert, weil die Serie ihre Auflösung vorbereitet und ihre Themen zusammenführt. Alte Sagen, die Natur und die Sorgen der Menschen passen am Ende zueinander. Ich hatte das befriedigende Gefühl, dass sich die Geschichte tatsächlich auflöst.

Die Klimakrise eröffnet hier eine neue erzählerische Möglichkeit. Sie beeinflusst das Geschehen unmittelbar und gibt dem Finale seine traurige Seite. Das könnte auch Zuschauer ansprechen, die sich für ökologische Fragen interessieren.

Dabei bleibt »Below« Fiktion. Die von Netflix befragte Meeresbiologin Annie Mercier verweist zwar auf reale Riesenkalmare und das faszinierende Verhalten von Kopffüßern. Angriffe auf Menschen oberhalb der Wasseroberfläche, wie sie die Serie zeigt, bezeichnet sie jedoch als äußerst unwahrscheinlich.

»Below« hat mich vollständig überzeugt. Die Besetzung ist hervorragend, Josh Hartnetts Hauptfigur entwickelt sich glaubwürdig, und die Landschaft gehört untrennbar zur Geschichte. Dazu kommt ein Finale, das meine Fragen beantwortet und mich emotional erreicht hat.

Vor allem hatte ich endlich wieder das Gefühl, etwas Eigenständiges zu sehen. Nach manchem Thriller, dessen Grundidee ich schon mehrfach erlebt habe, ist das eine Freude. »Animals« etwa punktete bei mir besonders mit seiner Besetzung. Bei »Below« begeistert mich zusätzlich die Geschichte selbst.

Eine klare Empfehlung für Fans von Mystery, spannenden Dramen, alten Sagen und wilden Küstenlandschaften. Auch wer Horror nur in kleineren Dosen mag, könnte hier richtig sein.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5 von 5 Sternen

Textquellen: Netflix Deutschland: »Below« – Verfügbarkeit, Besetzung, Alterskennzeichnung und Episodenlängen, Netflix Tudum: Hintergrund zur Serie, Handlung und Dreharbeiten in Neufundland, Netflix Tudum: Offizielle Erklärung des Endes mit Aussagen der Beteiligten, Netflix Tudum: Meeresbiologin Annie Mercier über die Kreatur und ihre realen Vorbilder, Canadian Register of Historic Places: Drake House und die Umsiedlungsprogramme von 1954 bis 1975 // Bildquelle: Netflix


Zusammenfassung

»Below« verbindet Mystery, Familiendrama und stellenweisen Horror vor der eindrucksvollen Küste Neufundlands. Josh Hartnett führt ein hervorragendes Ensemble an. Die Kritik erklärt das Ende und den historischen Hintergrund der Umsiedlungen. 5 von 5 Sternen.

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