»Doing Life« auf Netflix: Liebe per Brief, erzählt im Schneckentempo
+++ Eine schöne Liebesgeschichte mit guter Besetzung +++ Tyler Perrys Drama fehlt zwischendurch die Leichtigkeit +++
Als die Briefe ins Spiel kamen, hatte mich »Doing Life«. Ich wollte wissen, was zwischen diesen beiden Menschen entsteht. Tyler Perrys Liebesdrama hat eine schöne Grundidee und die passenden Schauspieler dafür, nimmt sich beim Erzählen allerdings reichlich Zeit. Für mich sind es drei von fünf Sternen: eine gefühlvolle Geschichte, der etwas mehr Schwung gutgetan hätte.
Das Wichtigste in Kürze
- Titel: Doing Life
- Streaming: seit dem 2. Oktober 2026 auf Netflix, auch auf Deutsch
- Genre: Liebesdrama
- Drehbuch und Regie: Tyler Perry
- Hauptrollen: Naomi Baker und Jay Reeves
- Weitere Besetzung: unter anderem Tamberla Perry, Karen Obilom, Jasmine Sargent und Danielle Moné Truitt
- Laufzeit: 108 Minuten
- Alterskennzeichnung bei Netflix: ab 16 Jahren
- Kurzurteil: Eine schöne Liebesgeschichte mit überzeugender Besetzung und einem gelungenen Abschluss. Dazwischen gerät das Drama allerdings ins Schleppen.
Worum geht es in »Doing Life«?
Anika, gespielt von Naomi Baker, ist alleinerziehende Mutter. Ihr Alltag verlangt ihr einiges ab. Über Briefe entwickelt sich eine Verbindung zu Carousel, den Jay Reeves spielt. Er sitzt im Gefängnis und trägt seine eigene schwierige Vergangenheit mit sich herum.
Aus dem Austausch wächst die Aussicht auf einen gemeinsamen Neuanfang. Dafür müssen beide herausfinden, welchen Platz der andere im eigenen Leben bekommen kann. Tyler Perry verbindet diese Annäherung mit Fragen nach Vertrauen, familiären Verpflichtungen und zweiten Chancen.
Gerade der Briefwechsel hat bei mir funktioniert. Er machte mich neugierig auf die beiden und darauf, wohin ihre Geschichte führt. Für mich fühlte sich dieser Einstieg angenehm frisch an.

Die Besetzung trägt die Liebesgeschichte
Naomi Baker und Jay Reeves sind gut besetzt. Ich konnte den beiden ihre Geschichte abnehmen und ihrer Annäherung folgen. Auch die übrigen Darsteller passen ins Bild.
Die Figurenentwicklung geht für mich ebenfalls in Ordnung. Die Beziehungen und Konflikte sind nachvollziehbar genug, um bei den Menschen zu bleiben. Das ist bei einem Film, der so stark von Gefühlen lebt, schon eine wichtige Grundlage.
Hier liegt auch die Stärke von »Doing Life«: Die Liebesgeschichte hat etwas Schönes. Man möchte erfahren, ob diese Verbindung eine Zukunft bekommt. Nur braucht der Weg dorthin stellenweise ziemlich viel Geduld.
Wenn aus Ernsthaftigkeit Schwerfälligkeit wird
Mein größter Kritikpunkt ist das Tempo. »Doing Life« nimmt seine Menschen und ihre Probleme sehr ernst. Das passt grundsätzlich zum Stoff, drückt für mein Empfinden aber zu dauerhaft auf die Stimmung.
Etwas mehr Leichtigkeit hätte der Geschichte gutgetan. Ein Wechsel im Ton, eine knappere Passage, früher der nächste Schritt: Solche Akzente hätten die Beziehung für mich lebendiger gemacht. Stattdessen hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass sich der Film nur mühsam vorwärtsbewegt.
Eine Liebesgeschichte darf sich Zeit nehmen. Gerade beim Kennenlernen kann das wunderbar sein. Hier wurde mir das ruhige Erzählen allerdings mehrfach zu langsam. Mein Eindruck beim Schauen war ziemlich eindeutig: Nettes Drama, aber dramaturgisch zu wenig Bewegung.
Das ist schade, weil die Voraussetzungen stimmen. Die Briefe wecken Interesse, die Besetzung überzeugt und die Beziehung bietet genügend Stoff. Eine kompaktere Erzählweise hätte daraus für mich den besseren Film gemacht.
Ein schönes Ende, das versöhnlich stimmt
Den Abschluss mochte ich. Ohne Einzelheiten zu verraten: »Doing Life« findet zu einem schönen Ende, das zur Liebesgeschichte passt.
Damit blieb bei mir ein freundlicher Gesamteindruck zurück. Die Längen unterwegs gehören trotzdem zu dieser Erfahrung. Eine einzelne Szene, die alles überstrahlt und mir besonders im Gedächtnis geblieben wäre, gab es für mich nicht. Es ist eher die Liebesgeschichte als Ganzes, die den Film sehenswert macht.
⭐️ Sucy-Fazit
»Doing Life« ist ein ordentlich besetztes Liebesdrama mit einer schönen Idee und einem gelungenen Ende. Besonders der Briefwechsel hat meine Neugier geweckt. Danach hätte ich mir mehr Leichtigkeit und eine straffere Erzählweise gewünscht.
Für Fans von sanften, gefühlvollen Dramen ist der Film einen Blick wert. Wer bei langen, ernsten Beziehungsgeschichten schnell ungeduldig wird, dürfte hier gelegentlich auf die Uhr schauen. Bei mir bleibt: schöne Liebe, ziemlich langsamer Weg dahin.
⭐️⭐️⭐️ 3 von 5 Sternen
Textquellen: Netflix: »Doing Life« – Filmseite mit Besetzung, Sprachen und Alterskennzeichnung, Netflix Tudum: Tyler Perrys Filme und Serien – Angaben zu »Doing Life«, Handlung, Regie und Laufzeit, Netflix Tudum: Ankündigung zu »Confabulation« mit bestätigtem Starttermin von »Doing Life« // Bildquelle: Netflix
Zusammenfassung
»Doing Life« erzählt von einer Liebe, die über Briefe entsteht. Tyler Perrys Netflix-Drama überzeugt mit seiner Besetzung und einem schönen Ende, verliert durch sein langsames Tempo aber an Wirkung. Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen.









