Gary Oldman als Jackson Lamb in Slow Horses Staffel 6
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»Slow Horses« Staffel 6: Warum diese Agentenserie fast alle anderen abhängt

7 Min. Lesezeit

Alle wieder da, mit ihren Eigenarten. Herrlich! Die ersten beiden Folgen der sechsten Staffel von »Slow Horses« haben mich sofort wieder begeistert. Nach vier Folgen gibt es von mir fünf von fünf Sternen, auch wenn die herausragende fünfte Staffel für mich noch etwas stärker war. Diese Serie spielt weiterhin weit über dem Niveau der meisten Agententhriller.

Hinweis: Diese Zwischenkritik bewertet ausschließlich die ersten vier Folgen. Im gekennzeichneten Spoilerabschnitt geht es um ein wichtiges Ereignis aus Folge 4 und dessen Romanvorlage.


  • Titel: Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb, Staffel 6
  • Streaming: auf Apple TV, seit dem 16. September 2026
  • Umfang: sechs Folgen, Veröffentlichung im Wochenrhythmus
  • Finale: angekündigt für den 21. Oktober 2026
  • Bewertungsstand: erste vier Folgen gesehen
  • Genre: Spionagethriller mit schwarzem Humor
  • Besetzung: unter anderem Gary Oldman, Jack Lowden, Kristin Scott Thomas, Saskia Reeves, Rosalind Eleazar und Christopher Chung
  • Romanvorlagen: »Joe Country« und »Slough House« von Mick Herron
  • Drehbuchadaption: Gaby Chiappe
  • Regie: Adam Randall
  • Kurzurteil: Hervorragende Geschichten treffen auf ein außergewöhnlich gut besetztes Ensemble. Für mich weiterhin eine der besten Agentenserien.

Ein Wiedersehen, das sofort funktioniert

Ich hatte die fünfte Staffel erst vor Kurzem gesehen. Das hilft, denn »Slow Horses« lebt von seinen gewachsenen Beziehungen, alten Konflikten und den vielen Eigenheiten seiner Figuren.

Zumindest den Rückblick würde ich deshalb vor dem Einstieg in Staffel 6 empfehlen. Wer sich noch an die Vorgeschichte erinnert, kann sich umso mehr auf das konzentrieren, was diese Serie so gut macht: die Menschen, ihre Verwicklungen und die Art, wie sie miteinander umgehen.

Gerade die ersten beiden Folgen fand ich unglaublich gut. Dieses Wiedersehen mit dem Team macht Freude. Jeder bringt seine Eigenarten mit, und gemeinsam ergeben sie eine Mischung, die für mich weiterhin wunderbar funktioniert.

Folge 3 fällt etwas ab. In Folge 4 zieht die Geschichte wieder an. Über die ersten vier Folgen hinweg passen Spannung, Action und schwarzer Humor sehr gut zusammen.

»Slow Horses« Staffel 6: Warum diese Agentenserie fast alle anderen abhängt

Diesmal geraten die Slow Horses selbst ins Visier

Slough House ist die wenig schmeichelhafte Abstellstation für MI5-Agenten, deren Karrieren aus unterschiedlichen Gründen entgleist sind. Jackson Lamb führt dieses Team mit einer Mischung aus Scharfsinn, Grobheit und bemerkenswert wenig Interesse an angenehmen Umgangsformen.

In Staffel 6 geraten die Agenten selbst in Gefahr. Diana Taverners Entscheidungen verstricken sie in ein tödliches Spiel aus Vergeltung und Rache.

Der neue Fall ist für mich richtig gut. Die Geschichte nutzt die vertrauten Figuren und Beziehungen, während die Bedrohung ihnen zunehmend näherkommt. Dass diese Menschen so außergewöhnlich gut besetzt sind, trägt erheblich dazu bei, wie stark das funktioniert.

Gary Oldman bleibt fantastisch – und das Casting verdient einen eigenen Applaus

Gary Oldman als Jackson Lamb ist weiterhin eine Klasse für sich. Er gehört zu den großen Gründen, weshalb ich diese Serie so gerne sehe.

Doch das Lob gilt dem gesamten Ensemble. Hut ab vor diesem Casting: Da passt einfach alles. Die Rollen wirken so überzeugend besetzt, dass man sich diese Welt kaum mit anderen Darstellern vorstellen möchte.

Für mich entsteht die Qualität von »Slow Horses« genau aus diesem Zusammenspiel: Mick Herrons Geschichten, die Besetzung und die Szenerie verstärken sich gegenseitig. Man schaut diesen Figuren gerne zu, selbst wenn ihre Welt gerade alles andere als gemütlich ist.

Staffel 5 wäre bei mir bei sechs von fünf Sternen gelandet

Ja, ich weiß. Die Skala endet bei fünf. Für Staffel 5 hätte ich trotzdem gerne einen zusätzlichen Stern hervorgeholt.

Die sechste Staffel erreicht diese besondere Vielschichtigkeit für mich nach vier Folgen noch nicht ganz. Der neue Fall wirkt etwas weniger vielschichtig als sein Vorgänger. Das ist eine Einordnung auf sehr hohem Niveau: Auch so bleibt »Slow Horses« besser als das meiste, was sich im Bereich Agententhriller finden lässt.

Umso interessanter ist die Frage nach den Vorlagen. Denn diesmal steckt tatsächlich Material aus zwei Büchern in einer Staffel.

Welche Bücher werden in Staffel 6 kombiniert?

Die sechste Staffel verbindet »Joe Country«, den sechsten Roman der Reihe, mit »Slough House«, dem siebten.

Die Bücher setzen unterschiedliche Schwerpunkte. »Joe Country« greift persönliche Altlasten des Teams, die Rückkehr eines gefährlichen Gegners und Konflikte um Diana Taverners Führung auf. »Slough House« stellt die Bedrohung der aussortierten Agenten stärker in den Mittelpunkt: Die Abteilung verschwindet aus offiziellen Unterlagen, ehemalige Mitglieder sterben unter ungewöhnlichen Umständen. Dazu kommen politische Machtspiele.

Die Serie übernimmt diese beiden Romane allerdings nicht vollständig und gleichgewichtig. Gaby Chiappe erläuterte in einem Interview mit TheWrap, dass »Slough House« Teile von »Joe Country« aufgenommen hat. Wichtige Ereignisse des sechsten Buches wurden in die Geschichte des siebten eingearbeitet.

Die Entscheidung hatte nach ihrer Darstellung auch praktische Gründe: Ein großer Teil von »Joe Country« spielt in einem Schneesturm in Wales. Das hätte die Dreharbeiten vor erhebliche Herausforderungen gestellt.

Damit wird verständlicher, warum zwei Bücher nicht automatisch eine noch vielschichtigere Staffel ergeben. Die Adaption wählt aus, verbindet und verändert. Es entsteht eine neue Dramaturgie, die mit sechs Folgen auskommen muss.

Mein Eindruck der geringeren Vielschichtigkeit bezieht sich auf die Serie nach vier Folgen. Ob die Romane persönlich für mich stärker funktionieren würden, kann ich ohne eigene Lektüre nicht beurteilen. Der Vergleich hier beruht auf den Verlagsbeschreibungen und den Aussagen der an der Adaption Beteiligten.

Spoiler zu Folge 4: Der Verlust trifft

Achtung: Ab hier folgen konkrete Spoiler zu Folge 4 und zu »Joe Country«. Wer die Überraschung behalten möchte, springt zum Sucy-Fazit.

In der vierten Folge stirbt J. K. Coe, gespielt von Tom Brooke. Der stille Mann mit Hoodie und Kopfhörern gehört inzwischen so selbstverständlich zum Team, dass sein Tod mich erschreckt hat.

Gerade nach dem schönen Wiedersehen mit diesen Figuren ist das ein harter Moment. Man freut sich, dass alle wieder da sind. Dann fehlt plötzlich einer.

Auch hier lässt sich ein konkreter Unterschied zur Vorlage benennen: Coe stirbt bereits im Roman »Joe Country«. Sein Tod ist also keine frei erfundene Wendung der Serie. Die Ausführung wurde jedoch verändert.

Nach dem Interview mit Tom Brooke und Gaby Chiappe bei TV Insider tötet Coe im Buch auch seinen Gegner. In der Serie überlebt der Angreifer Jim. Chiappe führt diese Änderung auf die Zusammenführung der beiden Romanhandlungen zurück.

Das ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Staffel adaptiert: Ein wichtiges Ereignis bleibt erhalten, seine Einzelheiten werden an die neue Erzählung angepasst.

»Slow Horses« Staffel 6: Warum diese Agentenserie fast alle anderen abhängt

»Slow Horses« bleibt für mich ein absoluter Serienknaller. Gary Oldman ist fantastisch, das gesamte Ensemble außergewöhnlich gut besetzt. Geschichten, schwarzer Humor und Szenerie ergeben eine Mischung, die mich immer wieder begeistert.

Staffel 5 war für mich noch stärker und vielschichtiger. Trotzdem verdienen die ersten vier Folgen der sechsten Staffel ihre volle Punktzahl. Besonders der Auftakt ist großartig, und nach einer etwas schwächeren dritten Folge nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf.

Eine klare Empfehlung für Fans von Spionagethrillern und schwarzem Humor. Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte sich dieses Vergnügen von Anfang an gönnen. Für Rückkehrer lohnt mindestens der Rückblick, bevor Jackson Lamb wieder übernimmt.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5 von 5 Sternen für die ersten vier Folgen

Textquellen: Apple TV Press: Staffel 6 – Veröffentlichung, Besetzung und die beiden Romanvorlagen, Soho Press: »Joe Country« von Mick Herron – Verlagsbeschreibung, Soho Press: »Slough House« von Mick Herron – Verlagsbeschreibung, TheWrap: Gaby Chiappe über die Zusammenführung der beiden Romane, TV Insider: Tom Brooke und Gaby Chiappe über Folge 4 und Änderungen gegenüber dem Buch – enthält Spoiler // Bildquelle: AppleTV Press


Zusammenfassung

Die ersten vier Folgen von »Slow Horses« Staffel 6 erhalten von mir fünf von fünf Sternen. Gary Oldman und das gesamte Ensemble überzeugen erneut. Die Zwischenkritik vergleicht den Auftakt mit Staffel 5 und erklärt anhand von Verlagsangaben und Interviews, wie »Joe Country« und »Slough House« für die Serie zusammengeführt wurden.

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