»Tatort: Unter Feinden«: Viel Lob – doch am neuen Duo scheiden sich die Geister
+++ Kritiker loben Schauspiel und Spannung im Kieler Neustart +++ Über das Zusammenspiel von Şahin und Krieger gehen die Meinungen auseinander +++ Am Sonntag, 18. Oktober, um 20.15 Uhr im Ersten und bereits in der ARD Mediathek +++
Ein neues Ermittlerduo muss sich seinen Platz erst erarbeiten. Beim Kieler »Tatort« fällt das erste Urteil durchaus freundlich aus: »Unter Feinden« bekommt Lob für seine Darsteller und den spannenden Fortgang des Falls. Doch ausgerechnet bei der Frage, wie gut Kommissarin Mila Şahin und Polizeipsychologin Elli Krieger zusammenpassen, sind sich die Kritiker uneinig. Ist hier bereits ein überzeugendes Team entstanden, oder muss die Serie diese ungewöhnliche Partnerschaft noch begründen?
Zur Einordnung: Dieser Beitrag ist eine Presseschau auf Grundlage veröffentlichter Rezensionen.
Das Wichtigste in Kürze
- Titel: »Tatort: Unter Feinden«
- Einordnung: Zweiter Teil des Kieler Auftakts nach »Unter Freunden«
- Ausstrahlung: Sonntag, 18. Oktober 2026, um 20.15 Uhr im Ersten
- Streaming: Bereits in der ARD Mediathek verfügbar
- Im Mittelpunkt: Almila Bagriacik als Mila Şahin und Karoline Schuch als Elli Krieger
- Tenor der ausgewerteten Kritiken: Überwiegend positiv, mit Vorbehalten gegenüber Teilen der Handlung und unterschiedlichen Einschätzungen zum neuen Duo
Worum geht es in »Unter Feinden«?
Mila Şahin verfolgt den Fall um das Unternehmen Prometheus weiter. Ihre Ermittlungen führen in ein Geflecht aus wirtschaftlichen Interessen, organisierter Kriminalität und möglichen Verbindungen innerhalb der Polizei. Dabei gerät sie zunehmend mit ihrem neuen Vorgesetzten aneinander.
Eine wichtige Rolle spielt der LKA-Beamte Jan Kuper, dargestellt von Sven Schelker. Şahin sucht nach einer Möglichkeit, ihn zu überführen. Unterstützung soll ausgerechnet Polizeipsychologin Elli Krieger leisten, zu der ihr Verhältnis zunächst schwierig ist.
Damit muss die Fortsetzung zwei Aufgaben erfüllen: den begonnenen Fall weiterführen und zeigen, wie aus zwei sehr unterschiedlichen Frauen ein Ermittlerteam werden kann.
SWR3 sieht ein Duo mit Zukunft
Für SWR3 gelingt diese Annäherung. Kritikerin Steffi Lingscheidt beschreibt, wie aus der zunächst widerwilligen Zusammenarbeit ein Team entsteht, dessen unterschiedliche Fähigkeiten einander ergänzen.
Sie hebt die dichte Erzählweise hervor und sieht Potenzial im Zusammenspiel von Şahins Tatkraft und Kriegers psychologischer Perspektive. Ihr Urteil zu »Unter Feinden« fällt entsprechend positiv aus: vier von fünf Elchen.
Wer vor allem wissen möchte, ob Kiel nach Borowski mit seinen neuen Hauptfiguren funktioniert, bekommt hier eine klare Ermutigung.

WEB.DE zweifelt am Konzept der Zusammenarbeit
An genau diesem Punkt fällt das Urteil von Iris Alanyali bei WEB.DE zurückhaltender aus. Auch sie würdigt die vielschichtigen Figuren und überzeugenden schauspielerischen Leistungen. Besonders Sven Schelker als Jan Kuper hebt sie hervor.
Ihre Kritik betrifft die Funktion der Psychologin innerhalb des neuen Teams. Krieger trägt zwar zur Lösung bei, doch aus Alanyalis Sicht wird dabei noch zu wenig deutlich, was gerade ihre psychologische Kompetenz für die Zusammenarbeit unverzichtbar macht. Die gemeinsamen Actionszenen überzeugen sie ebenfalls nur eingeschränkt.
Das ist ein konkreter Einwand gegen die Gestaltung des Duos. Die Schauspielerinnen stehen dabei keineswegs grundsätzlich infrage. Vielmehr müsse der Kieler »Tatort« noch überzeugender zeigen, warum diese beiden Figuren zusammengehören.
Sieben von zehn Punkten – trotz dünner Wirtschaftshandlung
Das auf die Reihe spezialisierte Portal »Wie war der Tatort?« bewertet »Unter Feinden« mit sieben von zehn Punkten. Die Fortsetzung gewinne gegenüber dem ersten Film an Tempo und bewahre zugleich dessen emotionale Wirkung.
Besonders gut kommt Almila Bagriacik an. Ihre Leistung trägt nach Einschätzung des Portals wesentlich dazu bei, dass Şahin als Hauptfigur auch ohne Borowski überzeugt. Ebenso wird das Zusammenspiel mit Krieger als vielversprechend beschrieben.
Abzüge gibt es für die wirtschaftskriminelle Handlung, die vergleichsweise wenig ausgearbeitet erscheine. Außerdem hält die Kritik einen Nebenstrang für entbehrlich. Das Gesamturteil bleibt dennoch positiv: ein gelungener Einstieg für das neue Team.
tittelbach.tv lobt den Neustart, sieht aber Schwächen im Fall
Die Rezension von tittelbach.tv betrachtet beide Filme gemeinsam. Diese Unterscheidung ist wichtig: Ihr Urteil gilt dem gesamten Zweiteiler »Unter Freunden / Unter Feinden«.
Gelobt werden die neue Dynamik, die stärkere Konzentration auf Mila Şahin und die Besetzung. Neben Bagriacik fallen insbesondere Lilith Stangenberg und Sven Schelker positiv auf. Der Kieler Neustart wirke härter und schneller; zugleich gehe mit Borowski dessen eigenwilliger Humor verloren.
Vorbehalte betreffen unter anderem die Plausibilität der Unternehmensgeschichte und blass bleibende Nebenfiguren. Das Drama innerhalb der Polizei erscheint der Kritik überzeugender als die wirtschaftlichen Verstrickungen.
Worin sind sich die Kritiker einig – und worin nicht?
Aus den vier ausgewerteten Rezensionen ergibt sich ein recht klares Bild: Die Besetzung zählt zu den Stärken. Auch der Neustart wird überwiegend begrüßt. Mehrere Kritiken sehen dagegen Schwächen in der Ausarbeitung des wirtschaftskriminellen Falls.
Der interessanteste Unterschied betrifft Şahin und Krieger. Während SWR3 ihre Ergänzung bereits überzeugend findet, sieht WEB.DE weiteren Erklärungsbedarf beim Konzept des Teams.
Von einem durchgehend zerrissenen Kritikerfeld kann deshalb keine Rede sein. Die Stimmen liegen im Gesamturteil näher beieinander, als eine Schlagzeile über einen großen Streit vermuten ließe. Bei der Zukunft des neuen Duos setzen sie aber deutlich unterschiedliche Akzente.
Muss man »Unter Freunden« vorher sehen?
Für den vollständigen Zusammenhang ist der erste Teil sinnvoll. »Unter Feinden« setzt die begonnene Geschichte unmittelbar fort. Beziehungen, Konflikte und die persönliche Bedeutung des Falls für Şahin entstehen bereits in »Unter Freunden«.
Die Fortsetzung enthält zwar einen Rückblick. Wer die Figuren und ihre Entscheidungen nachvollziehen möchte, bekommt mit dem ersten Film aber die ausführlichere Grundlage. Beide Teile sind in der ARD Mediathek verfügbar.
⭐️ Sucy-Fazit
Für mich ist an dieser Presseschau besonders interessant, dass selbst positive Kritiken unterschiedliche Erwartungen an dasselbe Team haben. Reicht es, wenn zwei Figuren gemeinsam spannende Szenen tragen? Oder muss die Geschichte deutlicher zeigen, weshalb die Polizeipsychologin für diese Ermittlungen gebraucht wird?
Die ausgewerteten Rezensionen machen jedenfalls neugierig auf die Besetzung. Gleichzeitig benennen sie Schwächen, die man beim Schauen im Blick behalten kann.
Textquellen: NDR: Offizielle Informationen zum Zweiteiler »Unter Freunden / Unter Feinden«, SWR3: Steffi Lingscheidts Kritik zu »Unter Feinden«, 15. Oktober 2026, WEB.DE: Iris Alanyalis Kritik zu »Unter Feinden«, 16. Oktober 2026, Wie war der Tatort?: Rezension zu »Unter Feinden«, tittelbach.tv: Rezension zum gesamten Zweiteiler »Unter Freunden / Unter Feinden« // Bildquelle: NDR/Thorsten Jander
Zusammenfassung
»Tatort: Unter Feinden« erhält überwiegend positive Kritiken. Über das Zusammenspiel von Mila Şahin und Elli Krieger gehen die Meinungen jedoch auseinander. Die Presseschau vergleicht vier Rezensionen und ordnet Stärken und Vorbehalte ein – ohne eigene Filmwertung.









