Symbolbild: Kara Zor-El im DC-Film Supergirl
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»Supergirl«: Warum die Heldin zwischen all den Kämpfen blass bleibt

6 Min. Lesezeit

Nach »Spider-Man: Brand New Day« hatte ich wieder richtig Lust auf Superheldenkino. »Supergirl« hat diese Begeisterung leider etwas ausgebremst. Der Film bietet eine durchaus nachvollziehbare Heldinnenentwicklung, gute Nebenfiguren und reichlich Action. Mir fehlen jedoch die emotionalen Momente, die mich mit Kara Zor-El verbinden könnten. Dafür wird sehr ausdauernd gekämpft.


  • Titel: Supergirl
  • Filmjahr: 2026
  • Genre: Superheldenfilm, Science-Fiction, Action und Abenteuer
  • Wo gesehen: über Apple TV
  • Laufzeit: laut Apple etwa 108 Minuten
  • Altersfreigabe: ab 12 Jahren
  • Regie: Craig Gillespie
  • Drehbuch: Ana Nogueira
  • Besetzung: Milly Alcock, Eve Ridley, Matthias Schoenaerts und Jason Momoa
  • Comicvorlage: »Supergirl: Woman of Tomorrow« von Tom King und Bilquis Evely
  • Kurzurteil: Eine stellenweise unterhaltsame Reise durchs All, der mehr Gefühl und eine straffere Erzählweise gutgetan hätten.

Worum geht es in »Supergirl«?

Kara Zor-El gerät auf einer Reise durchs All in eine Geschichte um Rache und Gerechtigkeit. An ihrer Seite steht die junge Ruthye, gespielt von Eve Ridley. Matthias Schoenaerts übernimmt die Rolle des Gegenspielers Krem, Jason Momoa tritt als Lobo auf.

Damit ist reichlich Stoff für ein Abenteuer vorhanden: eine ungewöhnliche Weggemeinschaft, persönliche Konflikte und fremde Welten. Beim Zuschauen wirkte die Geschichte auf mich allerdings etwas wirr. Vor allem hätte sie sich deutlich kompakter erzählen lassen.

Die vertraute Heldenreise wird hier für meinen Geschmack arg strapaziert. Natürlich gehören Prüfungen und Rückschläge dazu. Irgendwann möchte ich aber auch spüren, dass die Geschichte vorankommt.

Milly Alcock bleibt mir emotional zu fern

Milly Alcock ist als Supergirl ganz okay. Was mir in ihrem Spiel fehlt, ist emotionale Tiefe. Vieles bleibt für mich an der Oberfläche.

Dabei kann ich Karas Entwicklung grundsätzlich nachvollziehen. Ihre Entscheidungen sind nicht mein Hauptproblem. Ich verstehe, wohin die Figur sich bewegt, fühle aber zu wenig mit ihr.

Gerade nach »Spider-Man: Brand New Day« fällt mir dieser Unterschied auf. Dort waren die persönlichen Szenen für mich die schönsten. Tom Holland hat Peter Parker so gespielt, dass mich seine Geschichte wirklich berührt hat. Bei Milly Alcock stellt sich diese Nähe für mich kaum ein.

Das ist eine Frage der Wirkung, nicht der Superkräfte. Auch mitten im spektakulärsten Abenteuer möchte ich einen Menschen erkennen, dessen Schicksal mich beschäftigt.

Auch lesen: »Spider-Man: Brand New Day«: Warum Peter Parker mehr berührt als jede Actionszene

Jason Momoa gehört zu den Lichtblicken

Die Nebenfiguren haben mir gut gefallen. Besonders Jason Momoa als Lobo bleibt positiv hängen. Er bringt für mich die Ausstrahlung mit, die ich mir auch im Zentrum des Films stärker gewünscht hätte.

Insgesamt liegt meine Enttäuschung deshalb vor allem bei der Hauptfigur und der Erzählweise. Die übrige Besetzung gibt dem Film durchaus etwas, an dem man sich festhalten kann.

Auch die Mischung aus Humor und Ernst ist in Ordnung. »Supergirl« hat unterhaltsame Momente. Nur reichen sie für mich nicht aus, um die Längen aufzufangen.

Und dann wird wieder gekämpft

Ein Kampf. Noch ein Kampf. Und dann geht es weiter.

Natürlich erwarte ich in einem Superheldenfilm Action. Hier ziehen die wiederholten Auseinandersetzungen den Film für mich jedoch unnötig in die Länge. Eine straffere Auswahl hätte der Geschichte gutgetan.

Das Ende selbst fand ich in Ordnung. Eine bestimmte Szene, die mich nachhaltig beeindruckt hätte, ist mir allerdings nicht geblieben. Dafür erinnere ich mich daran, dass ich gegen Schluss beinahe eingeschlafen wäre.

Das ist bei einem Film voller Kämpfe schon eine Leistung. Leider die falsche.

Die künstlichen Welten passen zur Geschichte

Die Schauplätze sind deutlich künstlich gestaltet. Das empfinde ich hier als passend: Die Geschichte führt auf fremde Welten, deren Aussehen selbstverständlich erfunden werden muss.

Daraus entsteht für mich kein Kritikpunkt an den Effekten. Ich habe kein Problem damit, mich auf eine solche Filmwelt einzulassen. Was mir fehlt, ist die emotionale Verbindung zur Hauptfigur. Eine fantastische Umgebung kann noch so aufwendig gestaltet sein: Ob ich mitfiebere, entscheidet sich für mich an den Figuren und ihrer Geschichte.

Und schon wieder muss ein Hund leiden

Kleiner Handlungsspoiler: Auch Krypto, Supergirls Hund, ist dabei. Und dann wird er auch noch verletzt. 🐕

Wer meine Kritiken kennt, weiß, wie wenig ich solche Szenen mag. Sobald ein Hund in Gefahr gerät, schaue ich mit einem anderen Gefühl zu. Diese zusätzliche Sorge brauche ich beim Filmabend wirklich nicht. Das ist mein persönlicher wunder Punkt. Wer ähnlich empfindet, weiß damit zumindest vorher, worauf er sich einlässt.

War »Supergirl« an den Kinokassen erfolgreich?

Gemessen am ausgewiesenen Produktionsbudget war »Supergirl« ein deutlicher Kino-Misserfolg. Box Office Mojo und The Numbers führen weltweit rund 126,5 Millionen US-Dollar Kinoeinspiel auf. The Numbers nennt ein Produktionsbudget von 170 Millionen US-Dollar.

Die Ticketumsätze liegen damit bereits unter den angegebenen Herstellungskosten. Hinzu kommt: Ein Teil der Einnahmen bleibt bei den Kinos, und die Vermarktung verursacht weitere Kosten.

Ein endgültiger Verlust lässt sich aus diesen beiden Zahlen allein allerdings nicht berechnen. Dafür müssten auch Einnahmen aus digitalem Verkauf, Verleih und weiteren Verwertungen sowie sämtliche Kosten bekannt sein.

Die Zahlen erklären zudem nicht, warum einzelne Zuschauer den Film mögen oder ablehnen. Meine drei Sterne beruhen auf dem Film, den ich gesehen habe. Das schwache Kinoergebnis ist eine ergänzende Einordnung.

Stand der abgefragten Einspielergebnisse: 20. Oktober 2026.

»Supergirl« bekommt von mir 3 von 5 Sternen. Die Nebenfiguren funktionieren, Jason Momoa gefällt mir besonders, und Karas Entwicklung ist grundsätzlich nachvollziehbar. Auch die fantastischen Welten passen zu dieser Geschichte.

Milly Alcock bleibt mir in der Hauptrolle jedoch zu oberflächlich. Dazu kommt eine etwas wirre, langatmige Handlung mit zu vielen Kämpfen. Ich hätte mir eine konzentriertere Geschichte gewünscht, die ihrer Heldin mehr emotionale Tiefe gibt.

An »Spider-Man: Brand New Day« reicht der Film für mich bei Weitem nicht heran. Dort habe ich mitgefühlt. Hier war ich am Ende vor allem bereit für den Abspann.

Wer gern ausgedehnte Superheldenaction in fremden Welten schaut, könnte mehr Freude daran haben. Für mich bleibt es bei einer mäßig begeisterten Empfehlung.

⭐⭐⭐ 3 von 5 Sternen

Textquellen: DC: »Supergirl« – offizielle Filmseite, DC: Hintergründe zur Comicvorlage »Supergirl: Woman of Tomorrow«, Apple TV Deutschland: »Supergirl« – Laufzeit, Besetzung, Sprache und Altersfreigabe, The Numbers: »Supergirl« – Produktionsbudget und Kinoeinspielergebnis, Box Office Mojo: »Supergirl« – weltweite Kinoeinnahmen // Bildmaterial: KI-generiet


Zusammenfassung

»Supergirl« überzeugt Sucy Pretsch mit guten Nebenfiguren und Jason Momoa als Lobo. Milly Alcock fehlt für sie jedoch emotionale Tiefe. Eine etwas wirre Handlung und wiederholte Kämpfe sorgen für Längen. Die Kritik vergleicht den Film mit »Spider-Man: Brand New Day« und ordnet das Kinoergebnis ein. 3 von 5 Sternen.

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