Amüsante Beziehungsgeschichte mit einer tollen Besetzung +++ Warum mir die deutsche Serie zu glatt geraten ist
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»Friends Sex and Games«: Viel Sex, schöne Menschen – aber wo bleibt das echte Leben?

5 Min. Lesezeit

Ein Abend mit Freunden, alle sitzen zusammen, und ich denke sofort: Das kennen wir doch. »Der Vorname« lässt grüßen. Doch aus diesem vertrauten Anfang entwickelt »Friends Sex and Games« eine durchaus unterhaltsame Geschichte über Freundschaft, Liebe und reichlich Sex. Ich habe die deutsche Serie komplett gesehen und vergebe 3 von 5 Sternen. Die Verstrickungen machen Spaß, die Hochglanzwelt drumherum hätte ein paar Schrammen vertragen.


  • Titel: Friends Sex and Games, Staffel 1
  • Streaming: Seit dem 16. Oktober 2026 bei Prime Video
  • Umfang: Acht Folgen
  • Genre: Beziehungskomödie mit Drama- und Erotikanteilen
  • Besetzung: Unter anderem Paula Kalenberg, Fridolin Sandmeyer, Salka Weber und Mona Pirzad
  • Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen
  • Lohnt sich die Serie? Für Fans von Liebesgeschichten und Soap-Verwicklungen durchaus. Die Besetzung überzeugt, die Inszenierung wirkt allerdings ziemlich überpoliert.

Ein Schlüsselspiel bringt die Beziehungen durcheinander

Anna und Paul sind schon lange zusammen. Auch im Freundeskreis hat sich das Leben eingespielt. Dann kehrt Samu mit seiner Freundin Siena zurück und schlägt ein Experiment vor: Schlüssel landen in einer Schale, das Ziehen entscheidet über den Partner für eine Nacht.

Gefühle sollen dabei außen vor bleiben. Eine ausgesprochen optimistische Vorstellung.

Die Ausgangsidee bietet reichlich Gelegenheit für Eifersucht, neue Wünsche und unangenehme Erkenntnisse. Genau daraus zieht die Serie ihre unterhaltsamsten Momente. Nach dem etwas vertrauten Auftakt entwickelt sich eine Geschichte, deren Beziehungen sich zunehmend ineinander verheddern. Ich wollte durchaus wissen, wie das für die Beteiligten weitergeht.

Amüsant, mit einer wirklich guten Besetzung

»Friends Sex and Games« hat mich amüsiert. Für eine richtig witzige Serie fehlen mir allerdings die großen Lacher. Ihre Stärke liegt eher darin, wie sich Freundschaften und Liebesbeziehungen unter diesen neuen Bedingungen verändern.

Dabei hilft die tolle Besetzung. Das Ensemble trägt die emotionalen Verwicklungen überzeugend und hält die Geschichte zusammen, selbst wenn die Inszenierung mal wieder ein bisschen zu viel will.

Gerade bei einer Serie, die so stark von ihren Beziehungen lebt, ist das entscheidend. Man verbringt schließlich einige Stunden mit diesen Menschen. Ich bin ihnen gern gefolgt, auch wenn ich ihrem perfekt eingerichteten Leben gelegentlich etwas mehr Alltag gewünscht hätte.

Viel Sex, wenig Platz für den Rest des Lebens

Freizügig ist die Serie durchaus. Man sieht einiges angedeutet, und auch sprachlich geht es ordentlich zur Sache. Die Geschichte nutzt sexuelle Neugier und wechselnde Konstellationen ausgiebig für ihre Verwicklungen.

Irgendwann hatte ich allerdings das Gefühl: Hier dreht sich wirklich fast alles darum, wer mit wem könnte, möchte oder bereits hat. Ein bisschen wie bei GZSZ, wenn man irgendwann eine Übersicht über sämtliche Beziehungen gebrauchen könnte.

Dabei stört mich die Vielfalt der Begegnungen überhaupt nicht. Mir wird nur die Gewichtung zu viel. Als bestünde das Leben dieser Menschen hauptsächlich aus Sex und den emotionalen Folgen.

Die Serie erzählt durchaus schön von Liebe und Freundschaft. Gerade deshalb hätte ich mir zwischendurch mehr Raum für das gewünscht, was diese Figuren außerhalb ihrer wechselnden Beziehungen beschäftigt.

Sogar die Polizeistation ist ein Hingucker

Mein größter Kritikpunkt ist die überinszenierte Welt. Alle wirken reich, schön und aufgeschlossen. Alles ist so glatt, dass selbst die Polizeistation noch als Hingucker durchgeht.

Das kann man natürlich genießen. Hübsche Menschen in hübschen Räumen sind angenehm anzusehen. Bei mir wächst mit dieser makellosen Oberfläche allerdings auch der Abstand zu den Figuren.

Die Beziehungen dürfen kompliziert werden, die Umgebung bleibt zuverlässig vorzeigbar. Ein bisschen Unordnung, etwas Gewöhnliches, ein Ort ohne Einrichtungsambitionen: Das hätte dieser Geschichte gutgetan. So wirkt vieles sorgfältig arrangiert, wo ich gern mehr Leben gespürt hätte.

Stecken Frauen hinter »Friends Sex and Games«?

Ja, zentrale kreative Positionen sind mit Frauen besetzt. Regie führten Barbara Kronenberg und Sinje Köhler. Die Headautorinnen sind Vivien Hoppe und Antonia Rothe-Liermann; zum Drehbuchteam gehören außerdem Marlene Melchior und Ben Brooks. Die deutsche Produktion basiert auf der mexikanischen Serie »El Juego de las Llaves«.

Beim Schauen musste ich an sexuelle Selbstbestimmung und Befreiung denken: Welche Wünsche darf man aussprechen? Welche Vorstellungen von einer Beziehung passen noch zum eigenen Leben?

Darin lässt sich durchaus eine feministische Perspektive erkennen. Für mich ist das eine mögliche Lesart der Geschichte. Dass Frauen die Serie maßgeblich gestalten, erklärt allein allerdings weder ihren emotionalen Ton noch ihre Haltung.

Interessanter finde ich ohnehin, was die Figuren aus ihren Freiheiten machen. Und wie schnell ein vermeintlich unkompliziertes Spiel neue Schwierigkeiten schafft.

Wie offen endet die Serie?

Leichter Spoilerhinweis: Dieser Abschnitt beschreibt die Art des Abschlusses, ohne einzelne Paarungen aufzulösen.

Das Ende lässt Möglichkeiten für eine Fortsetzung offen. Gleichzeitig finden viele Figuren zu einem überwiegend glücklichen Zwischenstand. Für mich passt dieser Abschluss zur Serie: Die Beziehungen haben sich bewegt, ein Teil der Verwicklungen ist aufgefangen, und für weitere Geschichten bleibt Raum.

Daraus lässt sich allerdings noch keine angekündigte zweite Staffel ableiten.

»Friends Sex and Games« entwickelt aus einer bekannten Ausgangssituation eine nette, amüsante Geschichte über Liebe, Freundschaft und sexuelle Wünsche. Die tolle Besetzung und die zunehmenden Verstrickungen haben mich bis zum Ende dabeibleiben lassen.

Für mehr als drei Sterne ist mir das Ganze zu glatt geraten. Zu viel Hochglanz, zu viel arrangierte Offenheit und irgendwann auch zu viel Sex als Mittelpunkt sämtlicher Lebensfragen. Die Serie hätte ruhig ein bisschen weniger perfekt aussehen dürfen.

Für Soap-Fans und Zuschauer, die emotionale Liebesgeschichten mit freizügigen Verwicklungen mögen, ist sie einen Blick wert.

⭐️⭐️⭐️ 3 von 5 Sternen

Auch lesen: Noch mehr Beziehungen, Intrigen und Hochglanz gibt es in meiner Kritik zu »Medusa« Staffel 2.

Textquellen: UFA: »Friends Sex and Games« – Inhalt, Starttermin, Folgenzahl, Besetzung und Kreativteam // Bildquelle: MGM Amazon Prime


Zusammenfassung

»Friends Sex and Games« erzählt amüsant von Liebe, Freundschaft und einem folgenreichen Schlüsselspiel. Die Besetzung überzeugt, die Beziehungen entwickeln sich unterhaltsam. Mir ist die Welt allerdings zu perfekt inszeniert, und Sex bestimmt irgendwann fast alles. Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen.

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