»The One About Matthew Perry«: Was führte zum Tod des »Friends«-Stars?
+++ Drei einfühlsame Folgen über Erfolg, Sucht und die Hoffnung auf ein anderes Leben +++ Die Todesursache und die Strafen für die Beteiligten verständlich erklärt +++
Matthew Perry starb 2023 an den akuten Auswirkungen von Ketamin. »The One About Matthew Perry« erzählt auf Netflix von seinem Leben, seiner Suchterkrankung und den Umständen seines Todes. Mich hat diese dreiteilige Dokumentation absolut berührt, besonders seine immer wiederkehrende Hoffnung, die Krankheit überwinden zu können. Für mich gibt es dafür fünf von fünf Sternen.
Das Wichtigste in Kürze
- Titel: The One About Matthew Perry
- Streaming: seit 27. Oktober 2026 auf Netflix, auch auf Deutsch
- Format: dreiteilige biografische Dokumentation, insgesamt rund drei Stunden
- Folgenlängen: 58, 61 und 62 Minuten
- Regie: Mary Robertson
- Mitwirkende: unter anderem Perrys Schwester Mia Perry Bowick sowie Freunde und berufliche Wegbegleiter
- Alterskennzeichnung bei Netflix: ab 12 Jahren
- Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen
- Inhaltlicher Hinweis: Suchterkrankung, Rückfälle und Tod
Ein berühmtes Leben und die Hoffnung auf Glück
Am Anfang steht die Hoffnung auf ein schönes, berühmtes Leben. Matthew Perry möchte Schauspieler werden und Erfolg haben. Mit Chandler Bing in »Friends« erreicht er schließlich ein riesiges Publikum. Die Doku lässt mich gut verstehen, was er sich von diesem Leben erhofft hat.
Und sie zeigt, wie viel davon für ihn unerfüllt blieb. Der berufliche Erfolg ist da. Die Krankheit begleitet ihn trotzdem und greift immer wieder in sein Leben ein. Gerade dieses Nebeneinander hat mich beim Schauen berührt: Man sieht seine Möglichkeiten, seine Wünsche und die Schwierigkeiten, die sich durch so viele Jahre ziehen.

Drei Folgen mit Zeit für Matthew Perry
Die Erzählweise finde ich ausgesprochen gelungen: einfühlsam, ausführlich und über alle drei Folgen hinweg interessant. Diese Geschichte braucht Raum. Die Doku nimmt ihn sich, um Perrys Entwicklung und die wiederkehrenden Schwierigkeiten nachvollziehbar zu machen.
Die erste Folge begleitet seinen Weg zum Schauspieler und den Durchbruch mit »Friends«. Die zweite rückt den zunehmend öffentlichen Umgang mit seiner Sucht und den Wechsel zwischen Entzug und Rückfall in den Mittelpunkt. Die dritte führt zu seinen letzten Lebensjahren und seinem Tod.
Warum die Freunde für diese Doku so wichtig sind

Besonders wichtig sind für mich die Freunde, die zu Wort kommen. Ihre Erinnerungen geben dem Porträt Nähe. Durch sie wird verständlich, wie Perry auf Menschen wirkte, die ihn persönlich kannten.
Auch die Auswahl der Gesprächspartner empfinde ich als sehr gut und ausgewogen. Netflix verbindet die Aussagen seiner Schwester, seiner Freunde und beruflichen Wegbegleiter mit Fotos und Videos aus dem privaten Familienarchiv.
Was mich an seiner Suchterkrankung besonders erschüttert
Am stärksten beschäftigt mich, wie früh die Krankheit sein Leben bereits geprägt hat. Sie gehört schon zu den Jahren, in denen seine Karriere erst richtig Fahrt aufnimmt. Man sieht einen Menschen, der erfolgreich wird und zugleich immer wieder mit seiner Abhängigkeit ringt.
Dramatisch finde ich vor allem, dass er die Hoffnung offenbar immer wieder aufbringen konnte. Für mich bleibt beim Schauen dieser Wunsch spürbar: Es endlich schaffen. Gesund werden. Das eigene Leben anders führen können.
Mit dem Wissen um seinen Tod sind diese Hoffnungen schwer auszuhalten. Ich weiß, wie seine Geschichte ausgeht, und möchte trotzdem, dass einer dieser Neuanfänge trägt. Genau das hat mich an der Doku so berührt.

Woran starb Matthew Perry?
Hinweis: Ab hier geht es ausführlicher um die Todesumstände und die späteren Strafverfahren.
Matthew Perry starb am 28. Oktober 2023 im Alter von 54 Jahren. Die Rechtsmedizin des Los Angeles County stellte die akuten Auswirkungen von Ketamin als Todesursache fest. Als mitwirkende Faktoren nannte sie Ertrinken, eine Erkrankung der Herzkranzgefäße und die Wirkung von Buprenorphin. Die Todesart wurde als Unfall eingestuft.
Die späteren Strafverfahren betrafen die illegale Versorgung Perrys mit Ketamin. Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft verabreichte ihm sein persönlicher Assistent Kenneth Iwamasa am Todestag mehrere Injektionen. Das dabei verwendete Ketamin stammte von Jasveen Sangha und war über Erik Fleming beschafft worden.
Welche Rolle spielten die Ärzte?
Schrecklich finde ich, dass auch Ärzte an seiner illegalen Ketaminversorgung beteiligt waren. Gerade bei ihnen hätte ich erwartet, dass sie einen Menschen mit dieser Krankengeschichte schützen.
Der Arzt Salvador Plasencia verkaufte Perry Ketamin, obwohl er dessen Suchterkrankung kannte, und zeigte dem medizinisch nicht ausgebildeten Assistenten, wie es injiziert wird. Mark Chavez belieferte Plasencia. Die US-Staatsanwaltschaft stellt zugleich klar, dass das Ketamin der tödlichen Dosis nicht von Plasencia stammte.
Für mich macht diese Aufarbeitung den Schluss der Dokumentation besonders bitter. Zu Perrys eigener Krankheit kommt die Verantwortung von Menschen, die ihm die Substanz verschafften.
Welche Strafen erhielten die Beteiligten?
Am Ende blendet die Doku die verhängten Strafen ein. Das finde ich wichtig, weil damit auch die strafrechtlichen Folgen sichtbar werden. Nach der abschließenden Mitteilung der US-Staatsanwaltschaft vom 27. Mai 2026 wurden folgende Strafen verhängt:
| Name | Rolle | Strafe |
|---|---|---|
| Jasveen Sangha | Lieferantin des tödlich wirkenden Ketamins | 15 Jahre Haft |
| Kenneth Iwamasa | Perrys persönlicher Assistent | 41 Monate Haft |
| Salvador Plasencia | Arzt und Ketaminlieferant | 30 Monate Haft |
| Erik Fleming | Vermittler bei der Beschaffung | 24 Monate Haft |
| Mark Chavez | Arzt und Lieferant für Plasencia | 3 Jahre Bewährung, 8 Monate Hausarrest und 300 Stunden gemeinnützige Arbeit |
Die Verurteilungen betreffen unterschiedliche Drogendelikte. Die jeweilige Rolle bei der Beschaffung und Verabreichung ist deshalb für die Einordnung entscheidend.
⭐️ Sucy-Fazit
»The One About Matthew Perry« hat mich absolut berührt. Die drei Folgen erzählen seine Geschichte einfühlsam und ausführlich. Die Freunde und die ausgewählten Gesprächspartner tragen für mich entscheidend dazu bei, dass ich ein Gefühl für ihn und seine Hoffnungen bekomme.
Ich habe an dieser Dokumentation nichts auszusetzen. Meine Empfehlung gilt Doku- und Promifans und allen, die sich damit beschäftigen möchten, was eine Suchterkrankung mit einem Menschen und seinem Leben machen kann.
Und sie hat bei mir etwas ausgelöst: Ich glaube, ich werde seine Autobiografie lesen.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5 von 5 Sternen
Textquellen: Netflix: Titel, Folgen, Laufzeiten und deutsche Sprachfassung, Netflix Tudum: Starttermin, Regie und Mitwirkende, Los Angeles County Medical Examiner: Todesursache und Todesart, US-Staatsanwaltschaft: Abschließender Überblick über die Strafen, US-Staatsanwaltschaft: Verurteilung von Salvador Plasencia // Bildquelle: Netflix
Zusammenfassung
»The One About Matthew Perry« erzählt in drei einfühlsamen Folgen von Erfolg, Suchterkrankung und den Hoffnungen des »Friends«-Stars. Sucy vergibt 5 von 5 Sternen. Der Artikel erklärt zudem die Todesursache und die Strafen im Zusammenhang mit seiner illegalen Ketaminversorgung.









