»Das Vergessen – Spurlos im Moor«: Wer hat Amelie getötet? Das Ende erklärt
+++ Vielschichtiger Krimi mit schönen Wendepunkten und einem überraschenden Ende +++ Julia Koschitz überzeugt als getriebene Ermittlerin mit Alzheimer +++ Alle sechs Folgen in der ARD Mediathek – meine Kritik mit 4 von 5 Sternen +++
Wer hat Amelie getötet, und wem kann ihre Tante Pia überhaupt noch vertrauen? »Das Vergessen – Spurlos im Moor« verbindet diese Fragen mit einer Familiengeschichte und der Erkrankung seiner Hauptfigur. Die sechsteilige Serie hat für mich keine Längen und überzeugt mit einer sehr soliden, vielschichtigen Handlung, stimmigen Bildern und einer großartigen Julia Koschitz. Dafür gibt es vier von fünf Sternen.
Das Wichtigste in Kürze
- Titel: Das Vergessen – Spurlos im Moor
- Streaming: Alle sechs Folgen seit dem 23. Oktober 2026 in der ARD Mediathek
- Format: Miniserie mit sechs Folgen à rund 45 Minuten
- Genre: Krimi, Thriller, Familiendrama
- Schauplatz: Das fiktive österreichische Dorf Engelsberg
- Regie: Daniel Geronimo Prochaska und Johanna Moder
- Drehbuch: Marcel Kawentel, Timo Lombeck und Rebekka Reuber
- Besetzung: Julia Koschitz, Matthias Koeberlin, Martina Ebm, Regula Grauwiller, Oliver Rosskopf und Bardo Böhlefeld
- Alterskennzeichnung: ab 12 Jahren
- Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen
Die Kritik beginnt ohne Auflösung. Vor der Erklärung des Endes folgt eine deutliche Spoilerwarnung.
Worum geht es in »Das Vergessen – Spurlos im Moor«?
Seit sechs Monaten wird die 17-jährige Amelie vermisst. Ihre Tante Pia Kraus arbeitet als Polizistin in Engelsberg und sucht nach Antworten. Als Amelies Leiche im Moor gefunden wird, erschüttert das ihre Familie und das gesamte Dorf.
Für Pia beginnt eine Ermittlung, die sie persönlich kaum stärker betreffen könnte. Gleichzeitig erhält sie die Diagnose einer früh einsetzenden Alzheimer-Erkrankung. Während sie herausfinden möchte, was ihrer Nichte geschehen ist, werden ihre Erinnerungen und ihre Orientierung zunehmend unsicher.
Die Nachforschungen führen tief in die Beziehungen der Dorfbewohner hinein. Auch Menschen aus Pias unmittelbarem Umfeld haben Dinge verschwiegen.

Eine vielschichtige Geschichte, die ihre sechs Folgen trägt
»Das Vergessen« hat mich mit seiner Geschichte gut durch die sechs Folgen geführt. Es gibt keine störenden Längen. Die Handlung entwickelt sich mit schönen Wendepunkten weiter und hält genügend Überraschungen bereit, um interessant zu bleiben.
Besonders gefällt mir, wie sich Kriminalfall, Familiengeschichte und Pias persönliche Situation miteinander verbinden. Dadurch entsteht eine Geschichte mit mehreren Ebenen. Die Ermittlungen betreffen immer auch Beziehungen, Vertrauen und die Frage, was Menschen voreinander verbergen.
Für mich ist das insgesamt ein sehr solider Krimi mit Anteilen eines Familiendramas. Seine Stärke liegt in der sorgfältig entwickelten Geschichte und den Verbindungen zwischen den Figuren. Das überraschende Ende passt gut zu diesem Aufbau.
Julia Koschitz spielt die Getriebene und die Kranke überzeugend
Julia Koschitz ist für mich die große Stärke der Serie. Ihre Darstellung dieser getriebenen Frau gelingt ihr ausgesprochen gut.
Pia will verstehen, was Amelie geschehen ist. Sie hat eine Aufgabe, die sie unbedingt zu Ende bringen möchte, während ihr die eigene Erkrankung zunehmend Schwierigkeiten bereitet. Koschitz macht beide Seiten dieser Figur glaubwürdig: ihren Antrieb und ihre Verletzlichkeit.
Das gibt der Serie Gewicht. Ich kann mich auf Pia einlassen und nachvollziehen, warum sie weitermacht.
Warum mich die Darstellung von Alzheimer hier überzeugt
Beim »Tatort: König in Gelb« hatte ich den Umgang mit Demenz als überdramatisiert und zu stark den Bedürfnissen der Handlung untergeordnet empfunden.
»Das Vergessen« funktioniert für mich in dieser Hinsicht deutlich besser. Die Darstellung wirkt glaubwürdig und ausgereift. Pias Erkrankung gehört zu ihrer Figur und beeinflusst ihr Leben ebenso wie ihre Ermittlungen.
Dabei bewerte ich die erzählerische und schauspielerische Umsetzung. Und die überzeugt mich hier: Koschitz spielt diese Frau so, dass ihre Schwierigkeiten nachvollziehbar werden und ihre Entschlossenheit erhalten bleibt.
Ein Dorf, dessen Ausstattung zur Geschichte passt
Auch die Inszenierung gefällt mir sehr gut. Die Bilder sind schön, die Ausstattung ist stimmig, und das Dorf bekommt einen eigenen Charakter.
Besonders die Häuser und Einrichtungen wirken gleichermaßen altbacken. Das passt zum Bild einer abgehängten Gemeinde. Die Schauplätze gehören sichtbar zur selben Welt und unterstützen die Atmosphäre der Geschichte.
Diese Konsequenz macht viel aus. Engelsberg wirkt wie ein Ort, an dem diese Figuren mit ihren Beziehungen, alten Konflikten und Geheimnissen tatsächlich zusammenleben könnten.
Die österreichische Färbung gehört ebenfalls dazu. Den Slang muss man mögen. Für mich passt er zum Schauplatz und zu den Menschen, von denen die Serie erzählt.
Achtung, Spoiler: Wer hat Amelie getötet?
Ab hier werden die Auflösung und die letzten Szenen der Serie besprochen.
Die entscheidende Spur führt zu Anni Rath, Pias befreundeter Ärztin. Gerry Rath ist der Vater von Amelies Kind. Annis Reaktion auf Pias Vorwurf, Amelie aus Eifersucht ertränkt zu haben, entlarvt sie im Finale. Ein ausdrückliches Mordgeständnis bleibt aus, man sieht jedoch eine passende Szene dazu.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Gerrys Vaterschaft und der Tötung Amelies. Gerry stirbt im Moor. Danach bringt ein neuer Vaterschaftstest die manipulierte erste Untersuchung ans Licht und führt Pia zu Anni.
Was bedeutet das Ende für Pia?
Amelies Mutter Caro erschießt Anni. Pia lässt ihre Schwester gehen und bleibt mit der Waffe zurück. Später wecken die Fingerabdrücke bei Tarek Zweifel an Pias Darstellung.
Bei ihrer Geburtstagsfeier stellt Pia sich ihrem langjährigen Kollegen plötzlich neu vor. Die Szene lässt die Frage offen, ob sie ihn tatsächlich nicht mehr erkennt oder einer gefährlichen Nachfrage ausweicht. Eine abschließende juristische Auflösung gibt es nicht.
⭐️ Sucy-Fazit
»Das Vergessen – Spurlos im Moor« erzählt eine schöne, sehr solide und vielschichtige Krimigeschichte. Die sechs Folgen kommen ohne störende Längen aus, entwickeln ihre Beziehungen und Konflikte mit gelungenen Wendepunkten und bieten ein überraschendes Ende.
Julia Koschitz überzeugt mich besonders. Ihre Darstellung der getriebenen und erkrankten Pia ist richtig gut. Auch die Bilder, die Inszenierung und die konsequent altbackene Ausstattung des Dorfes gefallen mir.
Krimi- und Thrillerfans bekommen hier eine lohnende Serie mit Familiendrama und einer für mich glaubwürdigen Darstellung von Alzheimer.
⭐⭐⭐⭐ 4 von 5 Sternen
Textquellen: ARD Degeto: Handlung, Besetzung und Produktionsdaten, ARD: Veröffentlichung und Hintergründe zur Serie, ARD Mediathek: Folge 6 „Verloren“, ORF ON: Beschreibung des Finales, JustWatch: Erklärung der Auflösung und der letzten Szene – enthält Spoiler // Bildquelle: ARD Degeto Film/ORF/Mona Film/Victoria Herbig/Landsiedl
Zusammenfassung
»Das Vergessen – Spurlos im Moor« verbindet einen Kriminalfall in der österreichischen Provinz mit Familiendrama und der Alzheimer-Erkrankung seiner Ermittlerin. Sucy lobt Julia Koschitz, die stimmige Ausstattung und die vielschichtige Geschichte ohne Längen. Die Kritik mit 4 von 5 Sternen erklärt außerdem die Auflösung und das offene Ende.









