»Auf Kollisionskurs«: Warum wird derselbe Bankraub immer wieder erzählt?
+++ Mehrere Varianten einer Geschichte +++ Gute Schauspieler und starke Bilder, aber keine Spannung +++ Meine Kritik zum Netflix-Film: 1 von 5 Sternen +++
Nach einem Bankraub bringt ein Unfall die Flucht der Täter durcheinander. Das könnte der Anfang eines spannenden Thrillers sein. »Auf Kollisionskurs« erzählt seine Geschichte allerdings in mehreren Varianten und strapaziert damit vor allem meine Geduld. Irgendwann bleibt für mich eine Frage übrig: Warum?
Das Wichtigste in Kürze
- Was ist »Auf Kollisionskurs«? Ein spanischer Thriller von Regisseur Daniel Sánchez Arévalo, international unter dem Titel »Collision Course« veröffentlicht.
- Worum geht es? Um einen Bankraub, einen Unfall auf der Flucht und die Geheimnisse der Beteiligten.
- Wer spielt mit? Laia Costa, Karra Elejalde, Luis Zahera, Tamar Novas, Álvaro Cervantes und Lluís Homar.
- Wo läuft der Film? Bei Netflix, gestartet am 30. Oktober 2026.
Worum geht es in »Auf Kollisionskurs«?
Spanien im Jahr 2013: Eine Gruppe überfällt eine Bank. Auf der Flucht kommt es zu einem Unfall. Dabei treten Geheimnisse und Täuschungen zutage, deren Ursprung bereits vor dem Überfall liegt.
Die Ausgangslage bietet durchaus Stoff für einen guten Thriller. Unterschiedliche Interessen, Menschen unter Druck und eine Flucht, die aus dem Ruder läuft: Daraus könnte etwas werden.
Meine Enttäuschung liegt vor allem darin, wie der Film diese Geschichte erzählt.

Warum wiederholt sich die Handlung ständig?
»Auf Kollisionskurs« spielt das Geschehen in vier Varianten durch. Wiederholt steht dieselbe Geschichte im Mittelpunkt, wobei sich verändert, wer stirbt und wie die Ereignisse ausgehen.
Für mich funktioniert das überhaupt nicht. Eine weitere Version ist noch keine überraschende Wendung. Statt mich neugierig darauf zu machen, was als Nächstes passiert, lässt mich der Film erneut durch Bekanntes gehen.
Ich habe dabei zunehmend das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Die Wiederholungen erzeugen für mich weder Spannung noch einen Erkenntnisgewinn, der den Aufwand rechtfertigen würde. Irgendwann frage ich mich nicht mehr, wie die Geschichte ausgeht. Ich frage mich, warum sie schon wieder von vorn durchgespielt werden muss.
Was wollte der Regisseur damit erreichen?
Daniel Sánchez Arévalo beschreibt das Projekt in der offiziellen Netflix-Ankündigung als bewussten Genrewechsel. Produzent und Mitautor Ramón Campos habe ihn gefragt, ob er sich an einem Thriller versuchen wolle. Die Geschichte erschien ihm als Gelegenheit für eine filmische „Achterbahnfahrt“ mit Action, Spannung, Verwirrung und überraschenden Wendungen.
Das erklärt den gewünschten Effekt. Eine konkrete Begründung dafür, weshalb die Handlung in vier Varianten erzählt wird, liefert diese Aussage allerdings nicht.
Bei mir geht das Konzept jedenfalls nicht auf. Die Wiederholungen machen mich zunehmend ungeduldig, statt mich zu überraschen. Wo die angekündigte Achterbahnfahrt Fahrt aufnehmen soll, habe ich das Gefühl, erneut in derselben Warteschlange zu stehen.
Gute Figuren, gut besetzt
An den Schauspielern liegt es nicht. Die Figuren gefallen mir, und die Besetzung passt. Hier hat der Film eine Stärke, die meine Enttäuschung über das Gesamtergebnis umso größer macht.
Mit diesen Darstellern und dieser Ausgangslage hätte ich gern eine Geschichte gesehen, die mich mitnimmt. Stattdessen stellt mir die Erzählweise ständig ein Bein.
Bilder und Musik überzeugen, das Tempo überhaupt nicht
Auch optisch und atmosphärisch gibt es einiges, das mir gefällt. Bilder, Musik und Schauplätze sind gelungen. Die Inszenierung schafft eine passende Stimmung.
Beim Tempo hört es für mich allerdings auf. Durch die wiederholten Varianten kommt kein spannender Erzählfluss zustande. Der Film besitzt gute einzelne Bestandteile, aber als Ganzes funktioniert er für mich nicht.
Das ist besonders ärgerlich, weil man durchaus sieht, was hier möglich gewesen wäre. Die Schauspieler passen, die Atmosphäre stimmt. Trotzdem sitze ich in einem Thriller, der mich kein bisschen packt.
Achtung, Spoiler: Wie endet »Auf Kollisionskurs«?
In der letzten Variante überleben alle aus der Gruppe und können gemeinsam entkommen. Nach den vorherigen Versionen, in denen unterschiedliche Figuren sterben, steht am Ende also eine glückliche Flucht.
Damit beantwortet der Film die Frage, ob die Geschichte auch gut ausgehen kann. Meine eigentliche Frage bleibt jedoch: Warum musste ich dafür die anderen Varianten durchlaufen?
Die letzte Fassung macht die Wiederholungen für mich nicht lohnender. Statt eines befriedigenden Abschlusses bleibt der Eindruck, dass die Geschichte so lange neu angesetzt wird, bis schließlich alle davonkommen.
⭐️ Sucy-Fazit
»Auf Kollisionskurs« hat gute Schauspieler, eine passende Besetzung und eine gelungene Atmosphäre. Bilder, Musik und Schauplätze gefallen mir. Dafür gibt es den einen Stern.
Die Erzählweise finde ich dagegen völlig misslungen. Vier Varianten derselben Geschichte erzeugen für mich keine Spannung. Sie führen vor allem dazu, dass sich alles ständig wiederholt und das Tempo auf der Strecke bleibt.
Eine Empfehlung kann ich deshalb niemandem geben. Am Ende bleibt für mich vor allem: Warum?
⭐️ 1 von 5 Sternen
Einen Thriller, der mich deutlich mehr gepackt hat, findet ihr in meiner Kritik zu »Retribution« mit Liam Neeson.
Textquellen: Netflix – offizielle Filmseite, Netflix – Veröffentlichung, Besetzung und Aussagen des Regisseurs, Netflix Media Center – Inhaltsangabe // Bildquelle: Netflix
Zusammenfassung
Gute Schauspieler und gelungene Bilder können »Auf Kollisionskurs« für mich nicht retten. Der Netflix-Thriller erzählt seinen Bankraub in vier Varianten und verliert dabei jede Spannung: 1 von 5 Sternen.






