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    »Polizeiruf 110: Sie haben Namen«: Wer tötet hier eigentlich wen?

    +++ König und Böwe ermitteln im Rostocker Rotlichtmilieu+++ Viele Verbrechen und Verwicklungen, aber wenig Spannung +++ Meine Kritik mit Auflösung: 3 von 5 Sternen +++ Eine zu Tode gefolterte Frau, ein skrupelloser Zuhälter, ein korrupter Staatsanwalt und ein Anwalt mit eigenen Geschäftsinteressen: Dem neuen Rostocker »Polizeiruf 110« fehlt es wahrlich nicht an Verbrechen. Trotzdem kommt bei mir kaum Spannung auf. »Sie haben Namen« erzählt eine Geschichte voller Verwicklungen, die mich erstaunlich wenig berührt. Dass es dennoch drei Sterne werden, verdankt der Film vor allem seinen beiden Ermittlerinnen. Dies ist übrigens der erste neue Polizeiruf dieses Herbstes – die Reihe TATORT ist ja bereits gestartet mit neuen Teams. Das Wichtigste in Kürze Worum geht es in »Sie haben Namen«? Eine Anglerin entdeckt vor Rostock die Leiche einer jungen Frau. Die Verletzungen lassen erkennen, dass sie vor ihrem Tod gefoltert wurde. Eine Spur führt zu einer Feriensiedlung des Bordellbetreibers Heiko Mischke. König und Böwe ermitteln im Umfeld von Zwangsprostitution und Menschenhandel. Dabei begegnen sie Natasha, einer jungen Ukrainerin, die selbst aus diesem System entkommen möchte. Mischkes Anwalt Bastian Hoyer verspricht ihr einen Ausweg. Doch sein Angebot verfolgt eigene Interessen. Schon diese Ausgangslage bietet reichlich Stoff für einen bedrückenden Krimi. Bei mir bleibt die erhoffte Wirkung allerdings weitgehend aus. Warum ist dieser »Polizeiruf« so wenig spannend? Eigentlich passiert eine Menge. Menschen verfolgen versteckte Absichten, schützen einander und werden sich gegenseitig gefährlich. Dazu kommen die persönlichen Geschichten des Ermittlerteams. Trotzdem finde ich den Fall ausgesprochen lahm. Die vielen Verwicklungen sorgen bei mir nicht dafür, dass ich mitfiebere. Ich verfolge, was geschieht, aber die Geschichte zieht mich kaum hinein. Gerade dieser Gegensatz fällt auf: Der Inhalt ist ein ziemliches Durcheinander, während sich das Zuschauen erstaunlich langweilig anfühlt. Mehr Verbrechen ergeben eben noch keinen spannenderen Krimi. Wie ergreifend wird das Thema Zwangsprostitution erzählt? Zwangsprostitution und die Ausbeutung von Frauen sind schwere Themen, die Krimis immer wieder aufgreifen. Ich habe sie allerdings schon deutlich ergreifender erzählt gesehen. »Sie haben Namen« bleibt für mich emotional zu sehr an der Oberfläche. Die Handlung macht klar, wie menschenverachtend die Täter vorgehen. Trotzdem erreicht mich das Schicksal der Frauen nicht so, wie es angesichts des Geschehens möglich wäre. Dafür bräuchte es aus meiner Sicht keine drastischeren Bilder. Entscheidend wäre, dass die Geschichte mich näher an die Menschen heranführt. Die zurückhaltende Darstellung der Opfer ist eine bewusste Entscheidung der Regie. Franziska Schlotterer erklärt im NDR-Presseheft, dass sie einen voyeuristischen Blick vermeiden wollte. Beim Leichenfund zeigt die Kamera deshalb nur einzelne Ausschnitte. Diesen Ansatz kann ich nachvollziehen. Die emotionale Wirkung bleibt für mich dennoch begrenzt. König und Böwe sind die Stärke des Films Anneke Kim Sarnau und Lina Beckmann gefallen mir sehr gut. Ihre Ermittlerinnen halten den Film für mich zusammen und sorgen dafür, dass aus meiner deutlich schwächeren Bewertung der Geschichte insgesamt noch drei Sterne werden. Beide bringen zudem persönliche Belastungen mit. Böwe muss sich erneut mit Staatsanwalt Jan Jürgens auseinandersetzen, der sie als Jugendliche vergewaltigt hat und der Vater ihrer Tochter ist. König beschäftigt die Vergangenheit ihres Vaters. Der aktuelle Fall trifft damit auf Konflikte, die das Team schon länger begleiten.  Die beiden Schauspielerinnen überzeugen mich. Ich hätte ihnen nur einen Fall gewünscht, der mich ähnlich stark packt wie ihr Zusammenspiel. Achtung, Spoiler: Wer tötet in »Sie haben Namen« wen? Im Verlauf des Films werden mehrere Menschen ermordet oder sollen beseitigt werden. Die Beteiligten handeln dabei aus unterschiedlichen Motiven: Sie wollen ihre Geschäfte schützen, lästige Zeuginnen ausschalten oder selbst Macht übernehmen. Warum musste Anna sterben? Die im See gefundene Frau heißt Anna. Sie wollte ein Buch über die Freier machen und hatte heimliche Aufnahmen angefertigt. Damit wurde sie zur Gefahr für die Männer, deren Verhalten und Geschäfte sie offenlegen konnte. Natasha verrät Annas Vorhaben. Heiko Mischke foltert Anna zu Tode. Natasha gerät später selbst in die Lage, dass andere sie als gefährliche Mitwisserin loswerden wollen….

  • »Doppelmord – Der Usedom-Krimi«: Wie kann derselbe Mann zweimal sterben?

    +++ Berührender Fall mit einer herausragenden Steffi Kühnert +++ In der ARD-Mediathek und am 22. Oktober um 20.15 Uhr im Ersten +++ Eine Frau sitzt wegen des Mordes an ihrem Mann im Gefängnis. Nach ihrer Entlassung wird er tatsächlich tot gefunden. »Doppelmord – Der Usedom-Krimi« macht aus dieser bitteren Ausgangslage einen spannenden, berührenden Fall, der mich gut unterhalten hat. Vier von fünf Sternen gibt es dafür, auch wenn ich mit Katrin Sass’ Spiel weiterhin…

  • »Tatort: Unter Feinden«: Viel Lob – doch am neuen Duo scheiden sich die Geister

    +++ Kritiker loben Schauspiel und Spannung im Kieler Neustart +++ Über das Zusammenspiel von Şahin und Krieger gehen die Meinungen auseinander +++ Am Sonntag, 18. Oktober, um 20.15 Uhr im Ersten und bereits in der ARD Mediathek +++ Ein neues Ermittlerduo muss sich seinen Platz erst erarbeiten. Beim Kieler »Tatort« fällt das erste Urteil durchaus…

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    Auf wen hat Tobi gezielt? – »Tiroler Blut – Der erste Schuss« erklärt

    +++ Ein folgenschwerer Polizeieinsatz und widersprüchliche Aussagen +++ Jetzt in der ARD Mediathek, am 8. Oktober um 20.15 Uhr im Ersten +++ Ein toter Hund, ein lebensgefährlich verletzter Mann und ein Polizist, dessen Aussage infrage steht: „Tiroler Blut – Der erste Schuss“ hat einen interessanten Ausgangspunkt. Auf wen hat Tobi tatsächlich gezielt? Der Auftakt der…

  • »Die Toten am Meer«: Wenn die Landschaft besser spielt als die Besetzung

    +++ Wunderschöne Nordseebilder und ein wendungsreicher Fall in „Tod eines Pastors“ +++ Das Ermittlerduo und Charlotte Schwab überzeugen, viele Nebenrollen fallen deutlich ab +++ Die Landschaft liefert ab. Bei der Besetzung gelingt das leider nur teilweise. „Die Toten am Meer – Tod eines Pastors“ bietet einen gut gemachten Kriminalfall, wunderschöne Schauplätze und eine starke nordische…

  • »Tatort: Trotzdem« – das Ende erklärt: Wer war wirklich der Täter?

    +++ Am Sonntag, dem 23. August 2026, zeigte das Erste den Franken-„Tatort: Trotzdem“ +++ Die Folge war eine Wiederholung aus dem Jahr 2024 und zugleich der letzte Einsatz von Dagmar Manzel als Paula Ringelhahn +++ Der „Tatort: Trotzdem“ aus Nürnberg erzählt von einem möglichen Justizirrtum und zwei Familien, deren Trauer schließlich in eine Spirale der…

  • Cem Özdemir: »Fulminante Aufholjagd« sichert knappen Grünen-Sieg – SPD schmiert ab, AfD legt zu

    +++ Grüne holen Sieg im Foto-Finish, Özdemir vor historischer Premiere als Ministerpräsident +++ SPD stürzt auf Rekordtief, AfD mit Bestwert – FDP und Linke draußen +++ Grüne Aufholjagd geglückt! Cem Özdemir: »Fulminante Aufholjagd« sichert knappen Grünen-Sieg – SPD schmiert ab, AfD legt zu // BW-Landtagswahl 2026: Entscheidungstag // Vorläufiges Ergebnis: Die Grünen gewinnen die Landtagswahl…

  • »Tatort« heute am Sonntag: Das passiert in Saarbücken

    +++ Saarbrücken-Tatort überrascht: weniger Ballast, mehr knallharter Krimi +++ Düsteres Grenzdorf, alte Fehde, starke Kommissarin – „Das Böse in Dir“ trifft ins Mark +++ Lesezeit: 3 MinutenSaarbrücken hatte im Tatort-Universum lange ein Imageproblem. Zu viel Drama im Privatleben der Kommissare, zu wenig klarer Krimi. Mit „Tatort: Das Böse in Dir“ dreht das Saarland nun überraschend…