»Schneekind – Ein Schwarzwaldkrimi« im Januar im ZDF: eine Kritik

»Schneekind – Ein Schwarzwaldkrimi« im Januar ZDF: eine Kritik Filmempfehlung von Sucy Pretsch

»Schneekind – Ein Schwarzwaldkrimi« im Januar im ZDF: eine Kritik. Ein Wanderer wird leblos in einem abgelegenen Teil des Waldes aufgefunden, der von den Einheimischen als “Mörderloch” bekannt ist. Direkt gegenüber liegt ein halb zerfallener Schneemann, dem ein Auge fehlt. Dies markiert den Beginn einer Reihe von Morden in einem nahe gelegenen Waldgebiet bei Freudenstadt.

»Schneekind – Ein Schwarzwaldkrimi« im Januar im ZDF: eine Kritik

Die Ermittler richten ihr Augenmerk auf Florentin Sneelin, einen Reproduktionsmediziner, der in Glatt ein romantisches Wasserschloss bewohnt und dessen Eiskeller nicht nur mit Champagner gefüllt ist. Der Verdächtige kannte das Opfer aus seiner Zeit in einem Kindererholungsheim vor vielen Jahren. Die Erzieher dort setzten strengste Disziplin und Ordnung mitunter durch sadistische Methoden um.

Auch die ihnen anvertrauten Kinder übernahmen dieses Verhalten. Es herrschte eine strenge Hierarchie unter den Kindern selbst, wobei Sneelin zur niedrigsten sozialen Klasse gehörte – er war eines jener “Schneekinder”, deren Mutter sie ihrem Vater unterschieben wollte (auch bekannt als “Kuckuckskinder”).

Während sich der Hauptverdächtige hinter Gittern befindet, werden weitere Tote gefunden. Alle Opfer weisen dieselbe Handschrift auf: Kältetod und stets bedeckt ein schwarzer Edelstein das linke Auge jedes einzelnen Opfers. Die Doppelspitze aus Freudenstadt muss davon ausgehen, dass es mehrere Täter gibt und sie alle dasselbe Motiv haben könnten. Als auch Maris Bächle ins Visier der Mörder gerät, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

»Schneekind – Ein Schwarzwaldkrimi« im Januar im ZDF: die Kritik

Schneekind entführt die Zuschauer in die Kulisse des Schwarzwaldes und verspricht eine mystische und aufregende Geschichte. Insgesamt kann der Film mit seinem tollen Setting und einer Atmosphäre, die zum Gruseln einlädt, überzeugen. Dennoch gibt es einen kleinen Hänger am Ende des ersten Teils und die Story ist teilweise schnell durchschaubar.

Maris Bächle (Jessica Schwarz, r.) findet eine Tote (Komparsin, l.) auf einem Spielplatz.

Die Handlung des Films beginnt vielversprechend. Die düstere und unheimliche Atmosphäre des Schwarzwaldes wird geschickt genutzt. Die Hauptfiguren, allen voran die packend dargestellte Ermittlerin, sind gut ausgearbeitet und fesseln den Zuschauer von Anfang an.

Leider schwächelt der Film gegen Ende des ersten Teils. Die Spannung lässt etwas nach und die Wendungen werden leicht vorhersehbar. Dadurch geht ein wenig von der ursprünglichen Faszination verloren. Dennoch ist der Film nicht langweilig, denn er bietet weiterhin genügend Unterhaltung und überraschende Momente.

Trotz der kleinen Schwäche ist “Schneekind” insgesamt sehenswert. Die Schauspielerleistungen sind überzeugend, das Setting ist fesselnd und die mystische Atmosphäre wird gekonnt umgesetzt. 

Maris Bächle (Jessica Schwarz, l.) und Konrad Diener (Max von Thun, M.) ermitteln im Hotel.

Interview mit Jessica Schwarz und Max von Thun

Wie würden Sie Kommissarin Maris Bächle beschreiben, Frau Schwarz? Was ist sie für ein Mensch? 

Jessica Schwarz: Maris Bächle traut vielen Menschen nicht über den Weg und arbeitet lieber allein, was zum Teil auf ihre Vergangenheit zurückzuführen ist: Sie war ein Findelkind, wurde im Wald gefunden, und weiß nicht genau, woher sie kommt. In Anspielung an Kaspar Hauser wird sie deshalb gelegentlich “die Hauser” genannt.

Am liebsten wendet sie sich der Natur zu. Parallel zur Aufklärung des Falles, bei der sie stark mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, arbeitet sie ihre eigene Geschichte auf. Es ist spannend, den Charakter dieser Frau zu entwickeln.

Und Sie, Herr von Thun? Wie würden Sie Kommissar Diener beschreiben? Wie ist er privat und als Kollege?

Max von Thun: Konrad Diener ist glücklicher Familienvater, sehr korrekt und zuverlässig. Er ist ein Teamplayer und nimmt seine Arbeit sehr ernst und genau.

Konrad Diener (Max von Thun) rätselt über den Fall.

Sie sind die Freudenstädter Doppelspitze bei der Kripo. Hat sich die Zusammenarbeit zwischen Maris Bächle und Konrad Diener im Laufe der Zeit verändert? 

Max von Thun: Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sich die beiden gut zusammengerauft und ergänzen sich nun hervorragend. Als Zugezogener hatte Konrad ja auch mit der Gegend und den Leuten zu tun. Und auch Maris düstere regionale Vergangenheit hat ihm den Start erschwert.

“Sie leiten zwar gemeinsam die Mordkommission in Freudenstadt, so richtig gut findet das aber keiner von den beiden.”

Jessica Schwarz: Sie leiten zwar gemeinsam die Mordkommission in Freudenstadt, so richtig gut findet das aber keiner von den beiden. Maris arbeitet lieber allein. Konrad, der für den Job samt Familie aus Hamburg in die Provinz gezogen ist, muss sich vor seiner Frau rechtfertigen, dass er die Mordkommission nicht allein leiten darf, und findet seinen neuen Standort und die Gepflogenheiten dort, sagen wir mal, befremdlich.

Das Verhältnis zwischen Maris und Konrad hat sich aber schon verändert. Das zunehmende Vertrauen zu Konrad und zu ihrem Teamführt immer mehr dazu, dass sie sich fremden Menschen gegenüber öffnet und auch mal Gefühle zulässt.

Verschickungskinder in den frühen 80er-Jahren ist das Thema des Zweiteilers. Hatten Sie schon vor den Dreharbeiten etwas darüber gelesen oder gehört?

Max von Thun: Natürlich hatte mir der Begriff etwas gesagt, aber allzu viel Zeit hatte ich darauf nicht verwendet. Aber auch das ist einer der schönen Nebenaspekte von Dreharbeiten, dass man sich mit Dingen auseinandersetzen muss, die einem sonst vielleicht so nicht begegnen würden.

Jessica Schwarz: Mir war tatsächlich bis zum Drehstart nicht bewusst, wie aktuell die Thematik ist, und wie vielen Menschen unsagbares Leid zwischen 1950 und 1990 in diesen sogenannten Kureinrichtungen widerfahren ist.

Textquelle: ZDF // Bildquelle: ZDF


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