»Alles was zählt« rückt Organspende ins Zentrum

RTL / Julia Feldhagen

Lesezeit: 4 Minuten
Wenn eine Serie mitten ins Herz zielt, kann Fernsehen mehr als bloße Unterhaltung wirken. Genau das geschieht, wenn „Alles was zählt“ das Thema Organspende in den Mittelpunkt stellt und aus einer Familiengeschichte eine Entscheidung über Leben und Tod wird.

»Alles was zählt« rückt Organspende ins Zentrum

In den neuen Folgen ab dem 12.01.2026 spitzt sich die Lage für Richard Steinkamp dramatisch zu. Der langjährige Serienliebling leidet unter schweren Herzproblemen, sein chronisch geschwächtes Organ droht endgültig zu versagen. Nur eine Transplantation kann sein Leben noch retten.

Im Zentrum steht seine Tochter Vanessa Steinkamp. Sie ist Herzchirurgin und gleichzeitig die Person, die ihm am nächsten steht. Fachlich kennt sie die Risiken, emotional trägt sie die Angst, ihren Vater zu verlieren. Über allem schwebt die Frage, ob sie Richard retten kann – und welchen Preis diese Rettung hätte.

RTL / Julia Feldhagen »Alles was zählt« rückt Organspende ins Zentrum
Tatjana Clasing (Simone Steinkamp) und Silvan-Pierre Leirich („Richard Steinkamp“)

Mit dieser Wendung rückt „Alles was zählt“ ein Thema in den Vordergrund, das weit über die Soap-Welt hinausreicht. Organspende wirkt plötzlich greifbar, persönlich und dringlich. Aus einem medizinischen Begriff wird eine existenzielle Entscheidung, die über das Leben anderer Menschen bestimmt. Die Serie macht sichtbar, wie eng medizinische Realität, Emotion und Verantwortung verbunden sind. Sie zeigt, dass Organspende nicht erst im Krankenhaus beginnt, sondern bei einer bewussten Entscheidung im Alltag.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) betont, wie wichtig eine schriftlich festgehaltene Entscheidung ist. Der eigene Wille kann auf einem Organspendeausweis dokumentiert werden. Zusätzlich steht das Organspende‑Register zur Verfügung.

Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Organ‑ und Gewebespende befürwortet oder abgelehnt wird. Entscheidend ist, dass der persönliche Wunsch eindeutig festgehalten wird und im Ernstfall auffindbar ist. So bleibt die Kontrolle über eine sehr intime Entscheidung erhalten und Angehörige werden spürbar entlastet.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten
„Organspende kann Leben retten!“ – Felix von Jascheroff und Lara Dandelion Seibert werben für den Organspendeausweis – auch bei GZSZ war das Thema schon präsent

Im weiteren Verlauf der Handlung bei AWZ folgt ein Bruch, der die Figuren an ihre Grenzen bringt. Nach dem Hirntod von Jan wird ein passendes Spenderherz verfügbar. Ursprünglich ist dieses Herz für einen Empfänger außerhalb von Essen vorgesehen. Ein Sturm macht jedoch den Transport unmöglich. Die Zeit drängt, das Organ droht ungenutzt zu bleiben. Damit steht plötzlich eine Frage im Raum: Soll dieses Herz doch für Richard eingesetzt werden?

Vanessa trifft schließlich eine folgenschwere Entscheidung. Sie transplantiert das Herz ihrem Vater. Damit wird sein Leben gerettet, doch ihre berufliche Existenz gerät in Gefahr. Die geltenden Abläufe und ethischen Regeln werden damit bewusst überschritten. Diese Entscheidung verknüpft medizinische Ethik, Klinikalltag und familiäre Loyalität auf dramatische Weise. Die Serie macht spürbar, wie eng Hoffnung, Verzweiflung, Liebe und Verantwortung in solchen Momenten zusammenfallen.

Die Geschichte um Richard und Vanessa führt mitten in eine reale gesellschaftliche Debatte. Jede Organspende setzt eine Entscheidung voraus oder zumindest einen erkennbaren mutmaßlichen Willen. Liegt nämlich keine dokumentierte Entscheidung vor, müssen die nächsten Angehörigen entscheiden. Diese Situation entsteht oft abrupt, in einer ohnehin extrem belastenden Phase.

In Deutschland gilt die sogenannte Entscheidungslösung. Organe und Gewebe dürfen nur entnommen werden, wenn eine Zustimmung vorliegt. Diese Zustimmung kann zu Lebzeiten ausdrücklich erteilt worden sein. Liegt keine Erklärung vor, entscheiden die nächsten Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen der verstorbenen Person.

Der persönliche Wille zur Organspende kann auf einem Organspendeausweis festgehalten werden. Zusätzlich bietet das Organspende‑Register die Möglichkeit, diese Entscheidung digital zu dokumentieren. Dort kann einer Organ‑ und Gewebespende zugestimmt oder sie abgelehnt werden. Es ist auch möglich, nur bestimmte Organe und Gewebe zur Spende freizugeben.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ist die bundesweite Koordinierungsstelle für Organspende in Deutschland. Sie organisiert den Ablauf von der Meldung eines potenziellen Spenders bis zur Übergabe der Organe an Transplantationszentren. Dazu gehören medizinische Abstimmung, Logistik und der Transport der Organe.

Verlässliche Informationen zur Organspende werden von mehreren offiziellen Stellen bereitgestellt. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bietet umfangreiche Materialien, häufige Fragen und Entscheidungshilfen. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation informiert über Praxis, Abläufe und Statistiken. Ergänzend stellt das Bundesministerium für Gesundheit rechtliche und gesundheitspolitische Hintergründe zur Verfügung.

https://www.organspende-info.de/organspende-register/?mtm_campaign=google_sea&gad_source=1
  • In Deutschland gilt die Entscheidungslösung: Organspende ist nur mit Zustimmung möglich.
  • Organe und Gewebe dürfen nach dem Tod nur entnommen werden, wenn eine Einwilligung vorliegt oder Angehörige im Sinne des mutmaßlichen Willens zustimmen.
  • Eine automatische Organspende ohne vorherige oder stellvertretende Entscheidung findet nicht statt.
  • Der persönliche Wille kann auf einem Organspendeausweis dokumentiert werden.
  • Zusätzlich kann die Entscheidung im Organspende‑Register hinterlegt werden.
  • Es kann einer Organ‑ und Gewebespende zugestimmt, sie abgelehnt oder auf bestimmte Organe begrenzt werden.
  • Ohne dokumentierte Entscheidung müssen Angehörige in einer Ausnahmesituation entscheiden.
  • Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) koordiniert bundesweit den gesamten Organspendeprozess.
  • Offizielle Informationen bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit auf seinem Organspende‑Informationsportal.

Textquelle: RTL, Wikipedia // Bildquelle: RTL / Julia Feldhagen


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