+++ Maduro gestürzt, Trump im Aufwind +++ Diese Dokus gibt es über den Machthaber +++ Zwischen Chaos und Neuwahl-Hoffnung: Ungewisse Zukunft +++
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Nicolás Maduro gehört seit Jahren zu den polarisierendsten Figuren Lateinamerikas. Sein autoritärer Regierungsstil, der wirtschaftliche Zusammenbruch Venezuelas und der massive Exodus der Bevölkerung sind Thema zahlreicher Dokumentationen, Reportagen und investigativer Beiträge. Diese Filme und Artikel zeichnen das Bild eines Mannes, der seine Macht mit Hilfe des Militärs und eines loyalen Apparats um jeden Preis sichert(e). Vor diesem Hintergrund wirkt der nun beschriebene Sturz Maduros wie ein dramatischer Wendepunkt für Venezuela und die gesamte Region. Die folgende Darstellung orientiert sich inhaltlich an einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.
Sturz Maduros und die Rückkehr des US-Imperialismus nach Lateinamerika
Der Sturz des venezolanischen Machthabers wird als starkes Signal in Richtung Lateinamerika verstanden. Mit der Operation kehrt der US-Imperialismus mit spürbarer Wucht in die Region zurück. In Washington wird der Einsatz als großer Erfolg für Donald Trump gefeiert, der sich als entschlossener Verteidiger amerikanischer Interessen inszenieren kann. Entscheidend ist nun, wie sich die innenpolitischen Kräfte in Venezuela neu sortieren. Im Raum steht auch die Frage, ob zur Stabilisierung des Landes letztlich US-Bodentruppen eingesetzt werden müssen, wie Der Spiegel berichtet.

Trump, Machtpolitik und die Gefangennahme von Nicolás Maduro
Die Festnahme von Nicolás Maduro gilt als militärischer und politischer Triumph für Donald Trump. Er hatte immer wieder deutlich gemacht, dass er den gesamten amerikanischen Kontinent als seine Einflusszone betrachtet. Nun kann er sich rühmen, einen weithin verhassten und als brutal beschriebenen Diktator entmachtet zu haben. Maduro hatte seine Niederlage bei den Wahlen des vergangenen Jahres nicht akzeptiert und sich mithilfe des Militärs an der Macht gehalten. Mit seinem Sturz stellt sich die Frage, ob eine politische und wirtschaftliche Stabilisierung Venezuelas möglich ist und ob das Land zu einer glaubwürdigen Demokratie zurückfinden kann. Der Spiegel wertet diese Entwicklung als historischen Einschnitt in der Geschichte Venezuelas.
Militäraktion mit Parallelen zum Sturz Manuel Noriegas in Panama
Die Militäraktion der vergangenen Nacht weist deutliche Parallelen zum Sturz des panamaischen Diktators Manuel Noriega im Jahr 1989 auf. Damals wurde Noriega, der tief in den Drogenhandel verstrickt war, in einer kurzen US-Operation gefangen genommen. Er wurde ausgeflogen und in den Vereinigten Staaten vor Gericht gestellt. Ein ähnliches Szenario könnte nun Maduro drohen, gegen den auch in den USA eine Anklage wegen Drogenhandels vorliegt. Lange hatten Militärexperten bezweifelt, dass sich eine vergleichbare Operation in einem großen und politisch komplizierten Land wie Venezuela durchführen ließe. Doch der aktuelle Coup wirkt sorgfältig geplant und entschlossen umgesetzt.
Trumps US-Elite-Truppe verhaftet Venezuelas Präsidenten – das ist Nicolás Maduro
Geheimer Coup: Vorbereitung, CIA und die Überraschung Maduros
Das Regime in Venezuela ist seit 26 Jahren an der Macht, zunächst unter Hugo Chávez, dann unter Maduro. Beide überstanden zahlreiche Versuche eines Regimewechsels. Umso überraschender erscheint nun die Geschwindigkeit, mit der der Sturz Maduros erfolgte. Nach Darstellung von Der Spiegel wurde der venezolanische Machthaber von der US-Operation eindeutig überrascht. In den Wochen vor dem Militärschlag zeigte er sich regelmäßig in der Öffentlichkeit und vermittelte den Eindruck, eine direkte Intervention der USA nicht zu fürchten. Noch vor Kurzem bot er Trump neue Gespräche an und ließ wenige Tage vor der Operation mehr als 80 politische Gefangene frei, offenbar um die amerikanische Regierung zu besänftigen. Seiner Festnahme muss eine intensive Vorarbeit der CIA vorausgegangen sein. Wie die US-Dienste seinen genauen Aufenthaltsort herausfanden und ob Informanten in seinem direkten Umfeld aktiv waren, bleibt unklar.
Machtvakuum im Regime: Reaktionen von Padrino und Rodríguez
Nach der Gefangennahme Maduros richtet sich der Blick auf die übrigen starken Figuren des Regimes. Verteidigungsminister Vladimir Padrino, dessen Haus nach Angaben aus dem Umfeld des Regimes bombardiert worden sein soll, rief die Bevölkerung öffentlich zum Widerstand auf. Auch Vizepräsidentin Delcy Rodríguez forderte die Venezolanerinnen und Venezolaner zur Gegenwehr gegen die US-Intervention auf. Trotz dieser Aufrufe erscheint es schwer vorstellbar, dass die Diktatur den Verlust ihres zentralen Machthabers dauerhaft übersteht. In großen Teilen der Bevölkerung sind Maduro und seine engste Clique äußerst unbeliebt. Viele prominente Vertreter des Regimes werden nach Einschätzung von Der Spiegel vermutlich versuchen, ihre eigene Haut zu retten, indem sie in befreundeten Botschaften Zuflucht suchen oder in links regierte Nachbarländer wie Kolumbien und Brasilien fliehen.
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hat bereits Truppen an der Grenze verstärken lassen. Dies deutet darauf hin, dass er mit einem Exodus venezolanischer Funktionäre und Militärs rechnet. Gleichzeitig bedeutet diese Entwicklung aber nicht, dass im Inneren Venezuelas schnell Ruhe einkehrt. Die Lage bleibt fragil und hoch explosiv.
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Milizen, reguläres Militär und die Gefahr eines Guerillakriegs
Eine der größten Gefahren besteht darin, dass regimetreue bewaffnete Gruppen in den Untergrund gehen. In typischer Guerillataktik könnten sie über Jahre hinweg Anschläge verüben und den neuen Machtverhältnissen widerstehen. Völlig unklar ist zudem, wie sich das reguläre Militär verhalten wird. Unter den einfachen Soldaten herrscht nach Einschätzung von Beobachtern viel Unzufriedenheit; sie könnten wenig motiviert sein, einen langen und verlustreichen Kampf gegen US-Truppen zu führen. Gleichzeitig profitieren zahlreiche Offiziere materiell vom bisherigen Regime. Zudem sind Zehntausende Zivilisten bewaffnet und in sogenannten Milizen organisiert, deren Loyalitäten nicht eindeutig feststehen. Ihr Verhalten in den kommenden Wochen und Monaten gilt als einer der entscheidenden Faktoren für die innere Sicherheit Venezuelas.
Donald Trump wird versuchen, einen umfassenden Einsatz von Bodentruppen zu vermeiden, da dieser innenpolitisch riskant und militärisch kostspielig wäre. Dennoch könnte ein solcher Schritt nötig werden, falls es nicht rasch gelingt, das Land politisch zu stabilisieren und die Sicherheitslage zu kontrollieren. Laut Der Spiegel hängt viel davon ab, ob schnell eine Übergangsordnung entsteht, die im Inland und international als legitim gilt.
Opposition, María Corina Machado und die Chance auf einen demokratischen Neuanfang
In der Phase nach dem Sturz Maduros kommt der venezolanischen Opposition eine Schlüsselrolle zu. Im Zentrum steht die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado, die vielen als moralische Stimme des Widerstands gegen die Diktatur gilt. Ihr Bündnis hatte Edmundo González als Präsidentschaftskandidaten aufgestellt. Er gewann die Wahlen im vergangenen Jahr, wird von zahlreichen Regierungen bereits als legitimer Präsident Venezuelas anerkannt und soll nach eigenen Angaben Machado zur Vizepräsidentin ernennen. Aus Sicht vieler Demokratinnen und Demokraten im In- und Ausland wären baldige Neuwahlen der beste Weg, um die Legitimation einer neuen Regierung zu stärken. Bei einer freien und fairen Wahl könnte auch Machado selbst kandidieren.
Lateinamerika zwischen Erleichterung, Kritik und diplomatischem Scheitern
Für Lateinamerika insgesamt ist der Sturz Maduros ein Ereignis mit doppelter Botschaft. Viele Menschen in der Region empfinden Erleichterung über das absehbare Ende der Maduro-Diktatur und hoffen auf weniger Flucht, mehr Stabilität und neue Chancen für Venezuela. Vor allem konservative und rechte Regierungen werden den Umsturz bejubeln und ihn als Sieg über ein autoritäres, wirtschaftlich gescheitertes System deuten. Zugleich wirft der Eingriff der USA ernste Fragen nach Souveränität und regionaler Handlungsfähigkeit auf. Dass ausgerechnet Washington den entscheidenden Schlag geführt hat, wird von vielen als Armutszeugnis für die großen, links regierten Demokratien Brasilien, Mexiko und Kolumbien gewertet. Diese Staaten hatten über Jahre auf Dialog, Sanktionen und Verhandlungen gesetzt, es aber nicht geschafft, Venezuela auf friedlichem Wege zur Rückkehr zur Demokratie zu bewegen. Auch die internationale Gemeinschaft insgesamt muss sich den Vorwurf gefallen lassen, zu spät, zu zögerlich und letztlich wirkungslos gehandelt zu haben. Erst eine militärische Intervention von außen brachte den Machtwechsel.
Wichtigste Punkte im Überblick
- Nicolás Maduro wird als gestürzter Diktator beschrieben; die inhaltliche Einordnung orientiert sich an Der Spiegel.
- Die Gefangennahme Maduros gilt als großer militärischer und politischer Erfolg für Donald Trump und seine Lateinamerika-Strategie.
- Die Militäraktion weist deutliche Parallelen zum Sturz Manuel Noriegas in Panama 1989 auf, inklusive möglicher Auslieferung in die USA.
- Ein Machtvakuum im Regime, Fluchtversuche führender Funktionäre und unklare Loyalitäten im Militär prägen die Situation in Venezuela.
- Regimetreue Milizen könnten in einen Guerillakrieg übergehen und die Stabilisierung des Landes jahrelang verzögern.
- María Corina Machado, Edmundo González und die Opposition eröffnen eine Chance auf einen demokratischen Neuanfang mit Neuwahlen.
- Für Lateinamerika ist der US-Eingriff zugleich Anlass zur Erleichterung und Beweis für das diplomatische Scheitern regionaler und internationaler Akteure.
Wer ist Maduro? – Diese Dokus gibt es über ihn
Über Nicolás Maduro und sein Regime gibt es einige sehr sehenswerte Dokumentationen und Reportagen deutscher Sender. Sie zeigen, wie sich Macht, Propaganda, Wirtschaftskrise und Alltag in Venezuela gegenseitig überlagern – und zeichnen ein vielschichtiges Bild des Präsidenten. Hier eine Auswahl mit direkten Links zu den jeweiligen Mediatheken:
- „Mit offenen Karten – Im Fokus: Venezuela: das Maduro-Regime“ (arte)
Politische Analyse des Maduro-Regimes, seiner Machtbasis, internationaler Allianzen sowie der Rolle von Öl und Militär.
Mediathek:
https://www.arte.tv/de/videos/116705-085-A/mit-offenen-karten-im-fokus/ - „Venezuela: Der Machtkampf“ (ARD / Weltspiegel)
Reportage über den Machtkampf zwischen Nicolás Maduro und der Opposition, Proteste auf der Straße und internationalen Druck.
Mediathek (ARD):
https://www.ardmediathek.de/video/weltspiegel/venezuela-der-machtkampf/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3dlbHRzcGllZ2VsL2ZmMmQ1NzhkLWIyZTMtNGFjMS1iNzNlLWZkNzE0N2ZkYzYwNQ - „Venezuela – Maduros Machtkampf“ (ZDF)
Doku über Maduros Machterhalt, Repression, Wirtschaftskrise und US-Sanktionen – mit starkem Fokus auf seine Person und sein System.
Mediathek (ZDF):
https://www.zdf.de/dokus/venezuela—maduros-machtkampf-movie-100 - „Venezuela: Sozialismus der Ungleichheit“ (ARD / Weltspiegel)
Blick auf die sozialen Folgen von Maduros Politik: Armut, Ungleichheit, Versorgungskollaps und Flucht – Maduro als Schlüsselfigur des Systems.
Mediathek (ARD):
https://www.ardmediathek.de/video/weltspiegel/venezuela-sozialismus-der-ungleichheit/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3dlbHRzcGllZ2VsL2I4YTJmMjk2LTI2ZTUtNDQ1ZC1iZjMyLTZmYWRiNWJiMTJhOQ - „Venezuela: Maduro lässt wählen“ (ARD / Weltspiegel)
Reportage über Wahlen unter Maduro: Manipulationsvorwürfe, Angstklima und den Widerspruch zwischen formaler Abstimmung und autoritärem System.
Mediathek (ARD):
https://www.ardmediathek.de/video/weltspiegel/venezuela-maduro-laesst-waehlen/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3dlbHRzcGllZ2VsLzFmMDgwYWVkLTMyZmQtNDg5My1iZDIzLTFkNzhmYzE1YmMyYQ
Textquellen: Der Spiegel, Focus, ARD, ZDF // Bildquelle: Shutterstock
Zusammenfassung
Der Text zeichnet Nicolás Maduro als langjährigen, extrem umstrittenen Machthaber Venezuelas, dessen Sturz durch eine US-Militäraktion als großer Erfolg für Donald Trump und als Rückkehr des US-Imperialismus nach Lateinamerika gilt. Die Operation, mit dem Sturz Noriegas in Panama verglichen, schafft ein gefährliches Machtvakuum: Regimevertreter rufen zum Widerstand auf, während Funktionäre fliehen und Milizen, Soldaten und Offiziere unberechenbar bleiben. Zugleich wird der Opposition um María Corina Machado und Edmundo González eine Schlüsselrolle für einen möglichen demokratischen Neuanfang zugeschrieben. Für Lateinamerika bedeutet Maduros Fall Erleichterung über das Ende einer Diktatur, aber auch ein Eingeständnis, dass Diplomatie versagt und erst militärische Gewalt den Wandel erzwungen hat.