+++ Vater bricht zusammen: Warum sein 27-jähriger Sohn jetzt „wie ein Greis im Baby-Körper“ leben muss +++ 41 Tote, hunderte Verletzte: Die 3sat-Doku zerreißt die Ski-Idylle von Crans-Montana in Sekunden +++
Lesezeit: 4 Minuten
In der Neujahrsnacht 2025/2026 verwandelt sich ein Partyort im Wallis in ein Inferno. In der Bar „Le Constellation“ im Skiort Crans-Montana bricht gegen halb zwei nachts ein Feuer aus. 41 Menschen sterben, rund hundert werden verletzt, viele von ihnen schwer. Unter den Opfern sind vor allem junge Leute, die einfach Silvester feiern wollten. Die Brandursache wird weiter untersucht, gegen die Betreiber läuft eine Strafuntersuchung. Anwälte bereiten zudem Staatshaftungsklagen gegen die Gemeinde vor. Für Außenstehende ist es längst nur noch eine schreckliche Nachricht von damals. Für die Familien der Opfer ist diese Nacht bis heute Gegenwart.
»Inferno von Crans-Montana«: Diese Doku zeigt das wahre Horror-Ausmaß der Silvesternacht

Eine aktuelle 3sat-Dokumentation zeigt, wie tief dieser Riss wirklich geht. Angehörige erzählen, dass sich das Jahr 2026 für sie leer anfühlt. Als würde es gar nicht existieren. Manche sagen, ihr Leben sei an diesem 31. Dezember einfach stehen geblieben. Die Kamera begleitet sie in Kliniken, Wohnzimmer und still gewordene Kinderzimmer. Schnell wird klar: Nach dieser Nacht gibt es kein „Normal“ mehr.
Ein junger Mann, der plötzlich wie ein alter Mensch wirkt
In einer Spezialklinik in Metz kämpft der 27-jährige Matthieu ums Überleben. Er hatte in der Bar gearbeitet, als Kellner im Silvestertrubel. Als die Flammen und der Rauch kamen, rannte er nicht einfach los. Er wollte andere Gäste nicht umstoßen, blieb in einer Ecke zurück. Jetzt ist sein Körper schwer verbrannt, die Lunge massiv geschädigt.
Sein Vater sitzt an seinem Bett und sucht nach Worten. Er nennt Matthieu sein Baby, obwohl der Sohn 27 ist. Gleichzeitig wirkt der Junge auf ihn wie ein Greis im Körper eines jungen Mannes. Ärzte operieren stundenlang, transplantieren Haut, kämpfen um jedes Stück Beweglichkeit. Auf die Frage, ob man hier Wunder vollbringen könne, antwortet ein Arzt nur vorsichtig: Manchmal.
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Gestohlene Leben, zerstörte Zuhause
Matthieus Schicksal steht nur für eines von vielen zerstörten Leben. Die Doku erzählt auch von Jérémie, gerade einmal 17 Jahre alt. Sein Vater klammert sich an jedes kleine Anzeichen von Besserung. Direkt nach dem Brand soll der Junge nur „Entschuldige, Mama“ gesagt haben. Ein einziger Satz, der den Eltern seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht.
Die Mutter von Farah schildert, wie sie ihre Tochter im Krankenhaus wiedersieht. Vor ihr liegt ein Körper, den sie kaum wiedererkennt. Sie sagt, sie habe ihre Tochter gesucht und nur einen verbrannten Menschen gesehen. In die gemeinsame Wohnung will sie nicht mehr zurück. Der Ort, der einmal Zuhause war, ist jetzt ein Raum voller Schmerz.
Überlebende, die unter Toten lagen
Dann ist da noch Laeticia. Sie überlebt das Inferno, aber ihr Leben ist seitdem ein Dauerlauf gegen die Erinnerungen. In der Doku beschreibt sie, wie sie im dichten Rauch aus der Bar rennt und fast nichts sieht. Menschen stürzen, schreien, liegen panisch übereinander. Sie selbst landet unter Körpern, von denen einige bereits verbrannt sind. Sie sagt, sie sei unter Toten begraben gewesen. Laeticia lebt, aber die Bilder sitzen fest. Jede Schilderung zeigt, wie nah sie dieser Nacht immer noch ist. Ihr Gesicht spricht, auch wenn sie schweigt.
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Fragen an Betreiber und Behörden
Während Angehörige trauern und Verletzte um jeden Zentimeter Alltag kämpfen, bleiben drängende Fragen offen. Laut Berichten soll es seit 2019 keine konsequenten Sicherheitskontrollen mehr in der Bar gegeben haben. Die Betreiber weisen Verantwortung von sich und betonen, man habe Regeln eingehalten.
Doch wie lebt man weiter, wenn im eigenen Lokal 41 Menschen sterben? Juristisch ist vieles noch offen. Moralisch wirkt das Bild klarer. Anwälte vertreten inzwischen zahlreiche Familien. Die Gemeinde gerät unter Druck, sich zu den Vorwürfen zu erklären.
Eine Doku, die wehtut – und genau das muss sie auch
Diese Dokumentation ist nichts für einen entspannten Sofa-Abend. Sie trifft direkt in die Magengrube. Man sieht Eltern, die nur noch von „gestohlenen Leben“ sprechen. Mütter, die sich nicht trauen, ein Kinderzimmer zu betreten. Junge Menschen, deren Zukunft in einer einzigen Silvesternacht verbrannt ist.
Und doch ist es wichtig, dass diese Bilder gezeigt werden. Sie reißen die Tragödie aus der anonymen Zahlensprache heraus. 41 Tote, rund hundert Verletzte – das sind keine bloßen Statistiken. Es sind Schicksale, deren Zeitleiste brutal zerschnitten wurde. Für viele der Betroffenen ist Crans-Montana nicht mehr Skiidylle, sondern der Punkt, an dem alles aufgehört hat.
Am Ende bleibt ein bitterer Eindruck: Für den Rest der Welt war es eine entsetzliche Meldung zum Jahreswechsel. Für die Menschen in dieser Doku ist es der Moment, in dem ihr altes Leben verbrannt ist – und ein neues begonnen hat, das sie nie wollten.
„Das Inferno von Crans-Montana – Die größte Tragödie der jüngeren Schweizer Geschichte“ – am Mittwoch, 11. Februar 2026, um 20:15 Uhr in 3sat und in der Mediathek
Textquellen: 3sat, Focus // Bildquelle: Shutterstock
Zusammenfassung
Die 3sat-Doku „Das Inferno von Crans-Montana“ zeigt schonungslos die Folgen der Feuerkatastrophe in der Bar „Le Constellation“ in der Neujahrsnacht 2025/2026. 41 Menschen starben, rund hundert wurden verletzt, viele schwer. Angehörige berichten, dass ihr Leben seitdem stillsteht. Besonders eindringlich: der Vater des 27-jährigen Matthieu, der nach schweren Verbrennungen und Lungenschäden wie ein „Baby im Körper eines Greises“ gepflegt werden muss.