Tote Studentin in der Havel – was dieser neue ZDF-Krimi sich traut, zeigt sonst keiner

Tote Studentin in der Havel – was dieser neue ZDF-Krimi sich traut, zeigt sonst keiner

Lesezeit: 5 Minuten
Eine junge Studentin wird tot am Ufer der Havel gefunden, ein charismatischer Professor gerät ins Visier der Ermittlungen – und plötzlich bricht eine alte Geschichte wieder auf, die nie wirklich abgeschlossen wurde. Mit „Havelland-Krimi – Hinter der Fassade“ startet das ZDF eine neue Samstagskrimi-Reihe, die nicht nur Gänsehaut verspricht, sondern tief in unser Rechtssystem eintaucht.

Wer nur klassischen „Whodunit“-Krimi erwartet, dürfte überrascht werden: Hier wird nicht nur ermittelt, hier wird verhandelt – über Schuld, Gerechtigkeit und die Frage, wie dünn der Lack ist, der eine heile Fassade vorgaukelt.

Tote Studentin in der Havel – was dieser neue ZDF-Krimi sich traut, zeigt sonst keiner

Tote Studentin in der Havel – was dieser neue ZDF-Krimi sich traut, zeigt sonst keiner
Nach einer Vernehmung mit dem Verdächtigen Professor Fabian Brenner überlegen Staatsanwältin Dena Paulos (Dennenesch Zoudé, M.) gemeinsam mit Kriminaloberkommissar Lennard Rösken (Anton Dreger, r.) und Referendarin Jasna Nowak (Linda Belinda Podszus, l.), was die nächsten strategischen Schritte bei den Ermittlungen sind.

Der Fall klingt wie gemacht für einen TV-Thriller:
Eine Studentin aus Potsdam, Yvonne Winkler, wird leblos am Havelufer entdeckt. Sie studiert Restaurierung mit Schwerpunkt Baudenkmalpflege – ein scheinbar ruhiges, fast romantisches Fach. Doch was hinter den Kulissen ihres Hochschulalltags passiert, ist alles andere als idyllisch.

Staatsanwältin Dena Paulos – gespielt von Dennenesch Zoudé – übernimmt das Verfahren. Und sofort meldet sich eine alte Narbe: Der Tod der jungen Frau erinnert sie fatal an einen früheren Mordfall, den sie bereits einmal nicht zufriedenstellend zu Ende bringen konnte. Auch damals starb eine Studentin. Auch damals stand ein Hochschuldozent im Fokus. Und auch damals reichten die Beweise nicht für eine Verurteilung.

Dieser Dozent ist inzwischen Professor: Fabian Brenner. Und wieder stirbt eine seiner Studentinnen. Zufall? Oder eine perfide Wiederholungstat?

Professor Fabian Brenner (Daniel Sträßer) ist alles andere als eine Randfigur. Er hatte bereits mit dem damaligen Opfer eine Affäre – der Prozess scheiterte nur, weil die wichtigste Belastungszeugin plötzlich verschwand. Jetzt taucht sein Name erneut auf:
Wieder hatte er engen Kontakt zur Toten, wieder traf er sich abends mit ihr, offiziell, um Seminare vorzubereiten.

Doch damit nicht genug: Schnell wird klar, dass Brenner offenbar erpresst wurde. Wer hält hier welche Fäden in der Hand? Ist der Professor Täter, Opfer – oder beides?

Zwischen ehrgeizigen Studierenden, akademischem Druck und subtilen Abhängigkeiten entspinnt sich ein Geflecht, in dem Loyalität, Angst und Karrierechancen gefährlich ineinander greifen. Mitbewohnerin Cleo Morel (Bineta Hansen) wirkt zunehmend zerrissen, Yvonnes Freund Adam Vogt (Alessandro Schuster) benimmt sich auffällig. Eifersucht, Geheimnisse, Machtspiele: Die Liste der Motive wächst – und mit ihr der Verdacht, dass in diesem Umfeld niemand wirklich unschuldig ist.

+++ Professor unter Verdacht: Wieder stirbt eine seiner Studentinnen +++ Neuer ZDF-Samstagskrimi deckt auf, wie brüchig Gerechtigkeit wirklich ist +++
Während aus strategischen Gründen die Referendarin Jansa Nowak (Linda Belinda Podszus, 2.v.l.) den Hauptverdächtigen Professor Fabian Brenner (Daniel Sträßer, l.) im Vernehmungsraum vernimmt, beobachten Kriminalhauptkommissar Max Zeller (Jens Atzorn, im Spiegel r.), Staatsanwältin Dena Paulos (Dennenesch Zoudé, 2.v.r.) und Kriminaloberkommissar Lennard Rösken (Anton Dreger, r.) das Verhör hinter dem venezianischen Spiegel.

Das Besondere am „Havelland-Krimi“: Hier geht es nicht nur um Spuren, Fingerabdrücke und Verhöre, sondern auch um Paragrafen, Beweislast und juristische Fallstricke.

Staatsanwältin Dena Paulos ist „Herrin des Verfahrens“ – sie gibt den Ton an und entscheidet, wie und wohin ermittelt wird. Gemeinsam mit Kriminalhauptkommissar Max Zeller (Jens Atzorn), Kriminaloberkommissar Lennard Rösken (Anton Dreger) und der selbstbewussten Referendarin Jasna Nowak (Linda Belinda Podszus) bildet sie ein Team, das mehr tut, als nur Täter zu jagen: Es ringt um die richtige Strategie.

Denn eines wird deutlich:
Ein Bauchgefühl reicht vor Gericht nicht. Nur rechtmäßig erhobene, belastbare Beweise zählen. Und genau da liegt die Spannung dieses Krimis: Reicht es diesmal für eine Anklage? Oder entgleitet der mutmaßliche Täter der Justiz erneut – geschützt durch eben jenes System, das eigentlich für Gerechtigkeit sorgen soll?

Besonders pikant: Referendarin Jasna Nowak greift zu polizeilichen Liststrategien – ein Spiel mit dem Feuer, denn die Grenzen dessen, was bei Vernehmungen erlaubt ist, sind eng. Ein falscher Schritt, und der ganze Fall bricht zusammen.

„Havelland-Krimi – Hinter der Fassade“ ist mehr als ein weiterer Samstagabend-Krimi. Die Reihe spielt ganz bewusst mit Fragen, die weit über den Einzelfall hinausgehen:

  • Was ist Recht – und was empfinden wir als gerecht?
  • Wann schützt das Gesetz die Falschen?
  • Wie viel Risiko darf eine Staatsanwältin eingehen, um endlich für Rechtsfrieden zu sorgen?

Dena Paulos steht dabei im Zentrum: Sie ist knallharte Juristin, brillante Analytikerin – und gleichzeitig Mutter einer erwachsenen Tochter, die sie immer wieder schmerzhaft daran erinnert, was ihr Beruf sie privat gekostet hat. Diese Brüche machen die Figur greifbar und geben dem Krimi eine emotionale Tiefe, die man im Genre nicht immer bekommt.

Gleichzeitig sorgt das Setting im Havelland und in Potsdam für starke, fast kinohafte Bilder: historische Architektur, Wasser, Weite – eine malerische Kulisse, vor der die Abgründe der Figuren umso stärker wirken.

Mit einem engagierten Ensemble, einer Mischung aus klassischer Ermittlungsarbeit und Justizdrama und einem Fall, der alte Wunden aufreißt, positioniert sich der „Havelland-Krimi“ als frisches Format im ZDF-Samstagsprogramm. Wer Krimis liebt, die nicht nur auf den nächsten Schockmoment setzen, sondern auch den Kopf fordern, sollte diesen „Hinter die Fassade“-Blick nicht verpassen.

Ausstrahlung im TV: Samstag, 11. April 2026, 20.15 Uhr im ZDF.
Streaming: ab Samstag, 4. April 2026, 10.00 Uhr ein Jahr lang in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Textquelle: ZDF // Bildquelle: ZDF / Meret Madörin


Zusammenfassung

Im neuen ZDFSamstagskrimi „Havelland-Krimi – Hinter der Fassade“ wird eine Studentin tot an der Havel gefunden – und sofort holt Staatsanwältin Dena Paulos ein alter, nie wirklich gelöster Fall wieder ein. Wieder im Fokus: Professor Fabian Brenner, dessen Studentinnen schon einmal auf rätselhafte Weise starben. Gemeinsam mit Kommissar Max Zeller und seinem Team kämpft Paulos nicht nur gegen einen möglichen Serientäter, sondern auch gegen die Hürden des Rechtssystems – zwischen bröckelnder Hochschul-Fassade, persönlichem Druck und der Frage: Was ist recht – und was wirklich gerecht?

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