+++ Schmiergeld und Machtspiele im Schatten des Kreml +++ Kalter Krieg, Narzissmus und ein skrupelloser Aufstieg +++
Eine neue TV-Doku namens „Der Pate von St. Petersburg“ im ZDF zeigt Putins erstaunliche Karriere. Eigentlich könnte man darüber lachen, wäre es nicht so bitter. Denn Putins Aufstieg ist ein Lehrstück über Macht – und wie man sie bekommt, obwohl man scheinbar nichts kann. Ein Blick, den auch BSW und AfD besser hätten wagen sollen.
»Der Pate von St. Petersburg« zeigt: Wie Dreistigkeit, Machtgier und Oligarchen Russland formten

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine dauert an. Neu ist, dass US-Präsident Donald Trump nun befürwortet, dass die Nato russische Flugzeuge abschießen darf, wenn sie den Luftraum verletzen. Die Lage spitzt sich also weiter zu. Wäre Trump nicht so sehr auf Kuschelkurs mit Russland gegangen, sondern hätte er „Der Pate von St. Petersburg“ gesehen, wäre er klüger. Die Doku zeigt den eiskalten Herrscher im Kreml von einer ganz anderen Seite.
Putin und das Schmiergeld – sauber bleiben, aber dreist sein
Max Freidson, ein Geschäftsmann, erzählt in der ZDF-Doku von seinem ersten Treffen mit Putin. Dieser schrieb 10.000 Dollar auf ein Blatt – als Schmiergeld. Das Geld floss über einen Mittelsmann. So blieb Putin offiziell sauber. Die Doku zeigt einen fast absurden Anfang. Der Kreml und Putins Vertraute schweigen zu den Vorwürfen. Natürlich äußern sie sich nicht zu Schmiergeld, mafiösen Strukturen oder Auftragsmorden. Das ist laut Focus nur eine höfliche Fußnote der Macher.
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Putin und seine KGB-Kumpane – Soldaten des Kalten Krieges
Ein wichtiger Moment in der Doku: „Putin und seine KGB-Freunde sind Soldaten des Kalten Krieges.“ Sie haben diesen Krieg verloren und leiden am sogenannten Versailles-Syndrom. Sie wollen sich am Westen rächen. Diese „Petersburger“ sind Putin auf seinem Weg nach oben gefolgt. Durch ihn übernahmen sie die Macht in Russland. Ein Geschäftsmann erinnert sich, wie Putin ihm riet, einen amerikanischen Handelspartner einfach töten zu lassen. So vergeht anderen die Lust am Stehlen.
Putins Karriere begann als kleiner Beamter in Leningrad. Dann ging er zum KGB – doch seine Spionagekarriere endete schnell. Man sagte, er sei zu emotional für den Auslandseinsatz. Das hätte sein Ende sein können. War es aber nicht. Nach außen gab sich Putin als Demokrat. Doch in Wahrheit fürchtet er die Macht des Volkes auf der Straße. Das ist laut Focus bis heute so.
Putin verkaufte als Beamter illegal Rohstoffe ins Ausland. Er versprach Lebensmittel für das hungernde Volk. Der Investigativ-Journalist Roman Anin nennt das klar illegal. Trotzdem ließ Putin einen Jubelfilm über sich drehen. Die Staatsanwaltschaft hätte ermitteln können. Doch alle Verfahren wurden eingestellt. Putin wurde nicht entlassen – sondern befördert. Die Botschaft ist klar: Wer dreist genug ist, macht Karriere. Wer eiskalt handelt, gewinnt. Eine düstere Aussicht, aber eine, die funktioniert.
»Der Pate von St. Petersburg« zeigt: Wie Dreistigkeit, Machtgier und Oligarchen Russland formten

Hunderttausende fließen ins Ausland
Max Freidson berichtet von Konten in Liechtenstein. Dort landeten Gewinne aus Treibstoffgeschäften. Jeden Monat flossen Prozente direkt an Putin. Das waren Hunderttausende Dollar in den 90ern. Freidson selbst wurde verletzt und lag zwei Monate im Krankenhaus. Danach floh er aus Russland. Nur so kann er heute offen sprechen. Wir lernen laut Focus: Putins Einfluss reicht weit. Geld aus dubiosen Geschäften fließt weiter. Auch medizinische Geräte von Siemens wurden über Drittländer mit Extra-Geld versehen.
Was bleibt als Fazit? Putin ist ein pathologischer Narzisst. Hoffnung auf Heilung gibt es kaum. Hat Trump die Macht, Putin zu stoppen? Bisher zeigt sich: Putins kaltes Lächeln lässt sich nicht leicht brechen. Und wer BSW- oder AfD-Anhänger ist und diese Doku gesehen hat, sollte endlich aufhören, von Verhandlungen mit Putin zu träumen. Die Realität ist laut Focus eine andere.
ZDFinfo am Freitag, 31. Oktober 2025, 13:30 Uhr
Im Streaming: 31. Oktober 2025, 05.00 Uhr bis 7. November 2025
Textquelle: ZDF, Focus // Bildquelle: ZDF / Imago, Jürgen Rehberg/KI-generiert